Laborwert Histamin (HISTA): Gesundheit.gv.at Leitlinie
Hintergrund
Histamin ist ein biogenes Amin, das im Körper von Gewebsmastzellen gebildet und gespeichert wird. Zudem wird es über verschiedene Nahrungsmittel wie Thunfisch, Sauerkraut, gereiften Käse und Rotwein aufgenommen.
Im gesunden Organismus wird Histamin rasch durch das Enzym Diaminoxidase (DAO) unter Beteiligung von Vitamin B6 abgebaut. Ein Ungleichgewicht zwischen Histaminfreisetzung oder -aufnahme und dem Abbau durch die DAO kann zu Beschwerden führen.
Die Leitlinie von Gesundheit.gv.at (2026) betont die Wichtigkeit der Unterscheidung zwischen einer IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergie und einer pseudoallergischen Reaktion, wie der Histamin-Intoleranz. Beide Krankheitsbilder können durch eine gesteigerte Histaminfreisetzung ähnliche Symptome verursachen.
Empfehlungen
Präanalytik und Vorbereitung
Laut Leitlinie ist eine strikte Vorbereitung für die Gewinnung von Untersuchungsmaterial (Blut, Harn, Stuhl) erforderlich. Es wird darauf hingewiesen, dass vor der Probenentnahme keine stark histaminhaltigen Nahrungsmittel konsumiert werden dürfen.
Zudem ist der Genuss von Alkohol zu vermeiden. Die Leitlinie erklärt, dass Ethanol die DAO und somit den Histamin-Abbau hemmt.
Interpretation der Laborwerte
Der Referenzwert für Histamin im Blut liegt laut Dokument für alle Altersgruppen und Geschlechter bei < 1 ng/mL.
Die Leitlinie beschreibt spezifische Laborkonstellationen, die auf eine Histamin-Intoleranz hinweisen:
| Laborkonstellation | Mögliche Interpretation |
|---|---|
| Histamin (Blut) normal/erhöht + DAO-Aktivität vermindert | Hinweis auf Histamin-Intoleranz |
| Histamin (Blut) erhöht + DAO-Aktivität erhöht | Hinweis auf Histamin-Intoleranz |
| Histamin und/oder Metabolite im Harn erhöht | Hinweis auf Histamin-Intoleranz |
| Histamin im Stuhl erhöht | Hinweis auf Histamin-Intoleranz |
Differentialdiagnosen bei erhöhtem Histamin
Es wird empfohlen, bei erhöhten Histamin-Werten auch andere Erkrankungen differentialdiagnostisch abzugrenzen. Dazu zählen laut Leitlinie:
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Systemische Mastozytose
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Bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems (z.B. Chronisch myeloische Leukämie, Polycythaemia rubra vera)
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Neuroendokrine Tumore (Karzinoide)
Diagnostik bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie
Zur Abklärung einer echten Nahrungsmittelallergie werden folgende diagnostische Schritte beschrieben:
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Führen eines Ernährungstagebuches über drei Wochen
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Einhaltung einer allergenarmen Eliminationsdiät über sieben Tage mit anschließender schrittweiser Zufuhr
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Labortests: Gesamt-IgE, allergenspezifische IgE- und IgG-Antikörper
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Spezialtests: Histamin, DAO, ECP, Tryptase
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Hauttestungen (Prick-Tests)
Therapeutische Maßnahmen
Als wichtigste therapeutische Schritte bei Nahrungsmittelallergien nennt das Dokument eine umfassende Ernährungsberatung sowie die Allergenkarenz. Es wird eine generell histaminarme Kost sowie das Meiden von Fertigprodukten empfohlen.
Medikamentös können laut Leitlinie Mastzellstabilisatoren (z.B. Cromoglicinsäure), Antihistaminika, Vitamin B6 als DAO-Kofaktor oder Asthmatherapeutika zum Einsatz kommen. Bei Allergien gegen bis zu drei Stoffe wird eine Hyposensibilisierung als erfolgversprechend erachtet.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler in der Praxis ist eine unzureichende Vorbereitung der Laboruntersuchung. Die Leitlinie warnt davor, dass der Konsum von Alkohol vor der Blutabnahme das Enzym DAO hemmt und somit die Testergebnisse verfälschen kann. Ebenso wird betont, dass vor der Untersuchung zwingend auf stark histaminhaltige Lebensmittel verzichtet werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie liegt der Referenzwert für Histamin im Blut bei unter 1 ng/mL. Dieser Wert gilt geschlechtsunabhängig sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene.
Es wird empfohlen, vor der Untersuchung keine stark histaminhaltigen Nahrungsmittel wie Thunfisch, Sauerkraut, gereiften Käse oder Rotwein zu konsumieren. Zudem weist die Leitlinie darauf hin, dass auch Alkohol strikt gemieden werden sollte.
Die Leitlinie nennt als medikamentöse Therapieoptionen Mastzellstabilisatoren wie Cromoglicinsäure sowie Antihistaminika. Zusätzlich können Vitamin B6 als DAO-Kofaktor oder Asthmatherapeutika eingesetzt werden.
Eine Nahrungsmittelallergie wird meist durch IgE-Antikörper vermittelt, während die Histamin-Intoleranz eine pseudoallergische Reaktion darstellt. Laut Leitlinie entsteht die Intoleranz durch ein Ungleichgewicht zwischen Histaminaufnahme und dem Abbau durch das Enzym Diaminoxidase (DAO).
Neben Allergien und Intoleranzen können auch andere Erkrankungen zu erhöhten Werten führen. Die Leitlinie führt hierbei die systemische Mastozytose, bestimmte Leukämien (wie CML) sowie neuroendokrine Tumore (Karzinoide) an.
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Quelle: Laborwert: Histamin (HISTA) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.