Laborwert Bikarbonat (BIK): Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Die Leitlinie von Gesundheit.gv.at (2026) beschreibt Bikarbonat (HCO3) als zentrale Labormessgröße zur Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts. Der Wert spiegelt die Fähigkeit des Blutes wider, einen Überschuss an Wasserstoff-Ionen auszugleichen und zu puffern.
Bikarbonat stellt die metabolische Komponente des Säure-Basen-Gleichgewichts dar. Die Regulation erfolgt primär über die Nieren, welche im Vergleich zur Atmung (Lunge) träger auf ein Ungleichgewicht im Körper reagieren.
Die Bestimmung erfolgt im Rahmen einer Blutgasanalyse (BGA) aus arteriellem oder kapillärem Blut. Venöses Blut erlaubt laut Leitlinie zwar eine Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.
Empfehlungen
Präanalytik und Messung
Die Leitlinie formuliert klare Vorgaben für die Durchführung der Blutgasanalyse zur Bikarbonatbestimmung:
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Die Blutabnahme muss mit speziellen, Lithium-Heparin-haltigen Gefäßen erfolgen.
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Die Analyse ist sofort nach der Gewinnung durchzuführen, idealerweise bei Körpertemperatur des Blutes.
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Ein Transport der Proben verfälscht die Messwerte, weshalb die Analyse in unmittelbarer Nähe zum Patienten erfolgen muss.
Interpretation der Werte
Zur korrekten Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts wird gefordert, Bikarbonat immer in der Zusammenschau mit dem pH-Wert und dem pCO2-Wert zu interpretieren. Die Leitlinie unterscheidet zwei Berechnungsarten:
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Aktuelles Bikarbonat: Wird aus dem pH-Wert und dem Kohlendioxidpartialdruck berechnet.
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Standard-Bikarbonat: Berechnet sich aus dem Hämoglobinwert, der Sauerstoffsättigung und dem Basenüberschuss.
Klinische Einordnung von Abweichungen
Abweichende Bikarbonatwerte weisen auf spezifische Störungen hin:
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Erniedrigtes Bikarbonat: Deutet auf eine metabolische Azidose hin (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz).
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Erhöhtes Bikarbonat: Weist auf eine metabolische Alkalose hin (z.B. durch Erbrechen von Magensaft oder hormonproduzierende Tumore).
Referenzwerte
Die Leitlinie gibt folgende Referenzwerte für Bikarbonat im Blut an, die alters- und geschlechtsunabhängig gelten:
| Personengruppe | Referenzbereich | Einheit |
|---|---|---|
| Männer (bis 18 Jahre) | 22–26 | mmol/L |
| Männer (über 18 Jahre) | 22–26 | mmol/L |
| Frauen (bis 18 Jahre) | 22–26 | mmol/L |
| Frauen (über 18 Jahre) | 22–26 | mmol/L |
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist ein Transport von Blutgasproben, auch innerhalb eines Krankenhauses, nicht möglich, da dies die Messwerte verfälscht. Es wird betont, dass die Analyse des Bikarbonatwertes immer sofort nach der Blutgewinnung und in unmittelbarer Nähe der Analysegeräte erfolgen muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird das Standard-Bikarbonat aus dem Hämoglobinwert, der Sauerstoffsättigung und dem Basenüberschuss berechnet. Davon abzugrenzen ist das aktuelle Bikarbonat, welches aus dem pH-Wert und dem Kohlendioxidpartialdruck ermittelt wird.
Für die vollständige Blutgasanalyse wird arterielles oder kapilläres Blut empfohlen. Venöses Blut kann laut Leitlinie zwar für die Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts herangezogen werden, lässt aber keine Rückschlüsse auf den Sauerstoffstatus zu.
Ein erniedrigter Bikarbonatwert zeigt eine Verschiebung des Säure-Basen-Gleichgewichts in Richtung einer Azidose an. Die Leitlinie nennt als mögliche Ursachen für diese metabolische Azidose unter anderem ein diabetisches Koma oder eine Niereninsuffizienz.
Die Leitlinie betont, dass der Bikarbonatwert nie isoliert betrachtet werden darf. Zur Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts müssen immer der pH-Wert, der pCO2-Wert und der Basenüberschuss in Zusammenschau interpretiert werden.
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Quelle: Laborwert: Bikarbonat (BIK) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.