Laborwert Base excess (BE): Gesundheit.gv.at Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Gesundheit.gv.at (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Kurztext der klinischen Leitlinie von Gesundheit.gv.at (2026).

Der Base excess (BE), auch Basenabweichung genannt, ist eine Labormessgröße im Rahmen der Blutgasanalyse (BGA). Er wird aus arteriellem oder kapillärem Blut bestimmt und drückt das Ausmaß von Verschiebungen im Säure-Basen-Haushalt aus.

Zur Aufrechterhaltung eines normalen Stoffwechsels ist ein Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen essenziell. Der Körper nutzt dafür verschiedene Puffersysteme wie Bikarbonat, Hämoglobin, Plasmaproteine und Phosphat.

Die Summe dieser Puffersysteme beträgt im Durchschnitt etwa 48 mmol/L. Der Base excess beschreibt die Abweichung von diesem Normalwert und wird meist durch Kalkulation ermittelt.

Empfehlungen

Präanalytik und Diagnostik

Laut Leitlinie muss die Analyse von Blutgasen und dem pH-Wert immer sofort nach der Blutentnahme erfolgen. Idealerweise sollte das Blut dabei noch Körpertemperatur aufweisen.

Ein Versand der Blutproben, auch innerhalb eines Krankenhauses, verfälscht die Messwerte und wird daher nicht empfohlen. Die Untersuchung sollte in unmittelbarer Nähe der Analysegeräte stattfinden.

Für die Gewinnung des Untersuchungsmaterials werden folgende Methoden beschrieben:

  • Punktion einer Arterie (z.B. Arteria radialis) für arterielles Blut

  • Entnahme aus dem Ohrläppchen bei Erwachsenen für Kapillarblut

  • Entnahme aus der Ferse bei Neugeborenen und Säuglingen nach Hyperämisierung

Interpretation des Base excess

Der Base excess dient in erster Linie der Beurteilung der metabolischen (nicht-respiratorischen) Komponente des Säure-Basen-Haushalts. Zur korrekten Interpretation müssen immer auch der pH-Wert, der pCO2-Wert und das Bikarbonat in Zusammenschau beurteilt werden.

Die Leitlinie definiert die Abweichungen wie folgt:

  • Positiver BE-Wert: Verschiebung in Richtung Alkalose (Basenüberschuss oder Säureverlust)

  • Negativer BE-Wert: Verschiebung in Richtung Azidose (Basenverlust oder Säureüberschuss)

Ursachen für Abweichungen

Als Ursachen für eine Abweichung der BE-Werte im Blut nennt das Dokument verschiedene metabolische Störungen. Dazu zählen unter anderem Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus sowie Nierenfunktionsstörungen.

Weitere mögliche Auslöser sind ein starker Säureverlust durch übermäßiges Erbrechen, Leberversagen oder Erkrankungen der Nebennierenrinde.

Referenzwerte

Die Leitlinie gibt folgende Referenzbereiche für den Base excess an. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Werte je nach Labor und Testmethode leicht variieren können.

PatientengruppeAlterReferenzbereichEinheit
Männerbis 18 Jahre(-2) bis (+2)mmol/L
Männerüber 18 Jahre(-2) bis (+2)mmol/L
Frauenbis 18 Jahre(-2) bis (+2)mmol/L
Frauenüber 18 Jahre(-2) bis (+2)mmol/L
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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass Blutgasanalysen extrem zeitkritisch sind und ein Transport der Proben die Ergebnisse verfälscht. Es wird daher dringend angeraten, die Messung unmittelbar nach der Abnahme am Point-of-Care durchzuführen. Zudem ist venöses Blut für die Beurteilung des Sauerstoffstatus ungeeignet.

Häufig gestellte Fragen

Ein negativer Base excess zeigt laut Leitlinie einen Säureüberschuss oder Basenverlust an. Dies entspricht einer Verschiebung des Säure-Basen-Gleichgewichts in Richtung einer metabolischen Azidose.

Für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum Einsatz. Diese enthalten gemäß Leitlinie Lithium-Heparin, um die Blutgerinnung in der Probe zu verhindern.

Der Referenzbereich für den Base excess liegt bei Erwachsenen und Kindern beiderlei Geschlechts zwischen -2 und +2 mmol/L. Die Leitlinie weist jedoch darauf hin, dass laborabhängige Schwankungen möglich sind.

Venöses Blut kann laut Leitlinie zwar zur Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts herangezogen werden. Für die Bestimmung des Sauerstoffstatus des Körpers ist es jedoch nicht geeignet.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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