StatPearls2026

Labordiagnostik bei Sepsis: Laktat, PCT und SOFA-Score

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Sepsis wird gemäß den Sepsis-3-Kriterien als lebensbedrohliche Organdysfunktion definiert, die durch eine fehlregulierte Wirtsantwort auf eine Infektion verursacht wird. Sie stellt einen medizinischen Notfall dar, der eine zeitkritische Evaluation und Behandlung erfordert.

Die häufigsten Infektionsquellen sind bakterielle Pneumonien und Harnwegsinfekte. Auch virale Erreger wie Influenza oder SARS-CoV-2 sowie Pilzinfektionen, insbesondere durch Candida-Spezies, können eine Sepsis auslösen.

Die Labordiagnostik spielt eine zentrale Rolle bei der Identifikation des Infektionsfokus, der Einschätzung des Schweregrads und der Steuerung der antimikrobiellen Therapie. Eine frühzeitige und zielgerichtete Diagnostik ist entscheidend, um die hohe Mortalität der Erkrankung zu senken.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Labordiagnostik bei Sepsis:

Präanalytik und Mikrobiologie

Laut Leitlinie ist die korrekte Gewinnung von Probenmaterial essenziell für die Diagnostik:

  • Blutkulturen sollten idealerweise vor der ersten Antibiotikagabe abgenommen werden, ohne diese jedoch zu verzögern.

  • Es werden zwei Sets (jeweils aerob und anaerob) mit einem Gesamtvolumen von 30 bis 40 ml empfohlen.

  • Je nach vermutetem Fokus wird die Gewinnung von Urin-, Atemwegs- oder chirurgischen Proben angeraten.

Hämatologische und chemische Basisdiagnostik

Die Leitlinie beschreibt das Blutbild als wichtiges Screening-Tool. Eine Leukozytose oder Leukopenie kann auf eine Infektion hinweisen, wobei eine Linksverschiebung (Bandämie) eine hohe Spezifität für Infektionen aufweist.

Es wird betont, dass eine Thrombozytopenie häufig durch Plättchenverbrauch entsteht und ein Prädiktor für eine erhöhte Mortalität ist. Nieren- und Leberfunktionsparameter wie Kreatinin und Bilirubin sind essenziell zur Erfassung von Organschäden.

Spezifische Biomarker und Grenzwerte

Die Leitlinie nennt spezifische Laborparameter zur Beurteilung des Schweregrads und zur Therapiesteuerung. Die wichtigsten Grenzwerte sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

LaborparameterRelevanter GrenzwertKlinische Bedeutung laut Leitlinie
Laktat> 2 mmol/LSensitiver Marker für einen septischen Schock und Gewebehypoxie
Thrombozyten< 150.000/mm³Kriterium für eine Gerinnungsstörung im SOFA-Score
Thrombozyten (schwer)< 50.000/mm³Schwere Thrombozytopenie mit erhöhter Mortalität
Kreatinin≥ 1,2 mg/dLMarker für eine renale Dysfunktion im SOFA-Score
Bilirubin≥ 1,2 mg/dLMarker für eine hepatische Dysfunktion im SOFA-Score
Procalcitonin (PCT)< 0,5 µg/L oder > 80 % AbfallSchwellenwert zur sicheren Deeskalation der Antibiotikatherapie

Scoring-Systeme

Zur Stratifizierung der Krankheitsschwere wird die Erhebung des SOFA-Scores empfohlen. Ein akuter Anstieg des Scores um ≥ 2 Punkte definiert das Vorliegen einer sepsisbedingten Organdysfunktion.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt davor, den Beginn einer antimikrobiellen Therapie von Procalcitonin-Werten (PCT) abhängig zu machen, da die Sensitivität und Spezifität für die Erstdiagnose einer Sepsis unzureichend sind. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Blutkulturen, die nach Beginn der Antibiotikatherapie entnommen werden, eine deutlich geringere diagnostische Ausbeute aufweisen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie sollte eine Linksverschiebung im Blutbild stets als potenzieller Hinweis auf eine Sepsis gewertet werden, selbst wenn die Gesamtleukozytenzahl im Normbereich liegt. Zudem wird betont, dass ein Serumlaktatwert über 2 mmol/L auch ohne manifeste Hypotonie auf einen okkulten Schock hindeuten kann und eine engmaschige Überwachung erfordert.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt, Blutkulturen idealerweise vor der Verabreichung von Antibiotika abzunehmen. Die antimikrobielle Therapie darf dadurch jedoch nicht verzögert werden.

Gemäß den Sepsis-3-Kriterien wird ein Serumlaktatwert von > 2 mmol/L in Kombination mit einer persistierenden Hypotonie, die Vasopressoren erfordert, als diagnostisch für einen septischen Schock angesehen.

Laut Leitlinie eignet sich PCT gut zur Steuerung der Dauer und zur Deeskalation einer Antibiotikatherapie. Für die initiale Diagnosestellung einer Sepsis wird es hingegen nicht empfohlen.

Es wird empfohlen, den SOFA-Score zur Beurteilung der Organdysfunktion heranzuziehen. Ein akuter Anstieg des Scores um 2 oder mehr Punkte kennzeichnet eine sepsisbedingte Organdysfunktion.

Das CRP korreliert laut Leitlinie gut mit dem Ausmaß der systemischen Entzündung und kann zur Prognoseabschätzung genutzt werden. Es reagiert jedoch langsamer als PCT und ist weniger spezifisch für bakterielle Infektionen.

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Quelle: StatPearls: Laboratory Evaluation of Sepsis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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