Kontaktekzem: Diagnostik, Therapie und Prävention
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie behandelt das Kontaktekzem, eine durch äußere Einwirkungen ausgelöste Entzündung der Epidermis und der angrenzenden Dermis. Es wird primär zwischen dem sehr häufigen irritativen Kontaktekzem, das etwa 80 Prozent der Fälle ausmacht, und dem allergischen Kontaktekzem unterschieden.
Das irritative Kontaktekzem entsteht durch akute, repetitive oder chronische Schädigung der epidermalen Barriere, beispielsweise durch Wasser, Seifen oder Chemikalien. Dem allergischen Kontaktekzem liegt hingegen meist eine lymphozytär vermittelte Typ-IV-Sensibilisierung zugrunde, die nach einer symptomfreien Sensibilisierungsphase bei erneutem Allergenkontakt auftritt.
Klinisch variiert das Bild stark je nach Akuität der Erkrankung. Während das akute Stadium durch Erytheme, Bläschen und Exsudation geprägt ist, treten bei chronischen Verläufen Schuppung, Hyperkeratosen und Rhagaden in den Vordergrund. Die genaue diagnostische Einordnung ist laut Leitlinie essenziell, da neben der medikamentösen Therapie das Meiden der auslösenden Faktoren von zentraler Bedeutung ist.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die unkritische Anforderung von In-vitro-Tests (wie dem Lymphozytentransformationstest) zur Diagnostik von Kontaktallergien. Die Leitlinie betont, dass der Epikutantest der diagnostische Goldstandard bleibt und In-vitro-Verfahren nur in seltenen Ausnahmefällen indiziert sind. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine inadäquate topische Basistherapie den Erfolg der antientzündlichen Behandlung maßgeblich beeinträchtigt.
Häufig gestellte Fragen
Klinisch zeigen irritative Ekzeme meist scharf begrenzte Läsionen an den Kontaktstellen ohne Streuphänomene. Allergische Kontaktekzeme sind hingegen oft unscharf begrenzt und neigen zu Streureaktionen auf andere Hautareale. Die endgültige Differenzierung erfolgt laut Leitlinie durch den Epikutantest.
Die Leitlinie empfiehlt Präparate mit einem günstigen therapeutischen Index (TIX ≥ 2), um eine gute Wirksamkeit bei geringeren Nebenwirkungen zu erzielen. Bei chronischen Ekzemen mit Lichenifikation können aufgrund der antiproliferativen Wirkung auch sehr potente Glukokortikoide indiziert sein.
Eine systemische Behandlung wird erwogen, wenn die topische Therapie nicht ausreichend wirksam oder nicht durchführbar ist. Bei schweren akuten Schüben können kurzfristig systemische Glukokortikoide eingesetzt werden, während bei chronischen Handekzemen Alitretinoin die beste Evidenz aufweist.
Topische Calcineurininhibitoren wie Tacrolimus oder Pimecrolimus stellen eine Off-Label-Alternative zu Glukokortikoiden dar. Sie bieten den Vorteil, dass sie keine Hautatrophie verursachen und die Wiederherstellung der Hautbarriere nicht stören.
Laut Leitlinie sollten systemische Glukokortikoide beim Kontaktekzem in der Regel nur kurzfristig für maximal zwei Wochen eingesetzt werden. Es wird eine Dosis von 0,5 bis 1 mg/kg Körpergewicht Prednisolonäquivalent mit raschem Ausschleichen empfohlen.
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Quelle: Kontaktekzem (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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