WHO2020

Klimaresiliente Gesundheitseinrichtungen: Umsetzung

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Gesundheitseinrichtungen sind zunehmend durch den Klimawandel und extreme Wetterereignisse bedroht. Gleichzeitig tragen sie durch Treibhausgasemissionen und Abfallproduktion selbst zur Umweltbelastung bei.

Die WHO-Leitlinie zielt darauf ab, die Kapazität von Gesundheitseinrichtungen zu stärken, um die Gesundheit der Bevölkerung auch bei instabilen klimatischen Bedingungen zu schützen. Zudem soll die ökologische Nachhaltigkeit durch einen optimierten Ressourceneinsatz gefördert werden.

Ein klimaresilientes und nachhaltiges Gesundheitssystem trägt maßgeblich zu einer hohen Versorgungsqualität bei. Es ist laut Leitlinie ein wichtiger Bestandteil der universellen Gesundheitsversorgung (UHC).

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie definiert vier grundlegende Anforderungen, um eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung im Kontext des Klimawandels zu gewährleisten.

AnforderungsbereichFokus der KlimaresilienzFokus der ökologischen Nachhaltigkeit
GesundheitspersonalAusreichend geschultes Personal für NotfälleBewusstsein für ressourcenschonendes Arbeiten
Wasser, Sanitäranlagen & AbfallSicherstellung der Versorgung bei ExtremwetterReduktion von gefährlichen Abfällen und Abwasser
EnergieZuverlässige NotstromversorgungNutzung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz
Infrastruktur & TechnologieAnpassung der Gebäude an KlimarisikenBeschaffung umweltfreundlicher Produkte

Gesundheitspersonal

Es wird empfohlen, das Personal für die Bewältigung klimabedingter Gesundheitsrisiken und Notfälle zu schulen. Zudem sollen multidisziplinäre psychosoziale Unterstützungsteams für das Personal und die Patienten etabliert werden.

Wasser, Sanitäranlagen und Abfallmanagement

Die Leitlinie empfiehlt die Entwicklung klimaresilienter Wassersicherheitspläne. Dazu gehört die Sicherstellung von sicheren Wasserspeichern, die auch bei extremen Wetterereignissen den Bedarf der Einrichtung decken.

Im Bereich Abfall wird ein striktes Trennungs- und Recyclingprogramm für nicht gefährliche Abfälle empfohlen.

Energieversorgung

Es wird empfohlen, den Energiebedarf zu bewerten und alternative, erneuerbare Energiequellen wie Solarenergie zu nutzen. Für kritische Infrastrukturen muss laut Leitlinie zwingend eine Notstromversorgung vorhanden sein, die auch bei Ausfall des Hauptnetzes funktioniert.

Infrastruktur und Beschaffung

Die Leitlinie rät dazu, bei Neubauten oder Sanierungen Umwelt- und Klimarisiken wie Überschwemmungen oder Stürme systematisch zu bewerten. Es wird empfohlen, eine nachhaltige Beschaffungspolitik zu implementieren.

Dies umfasst den Kauf energieeffizienter medizinischer Geräte und die Vermeidung von Einwegplastik, sofern klinisch vertretbar.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler ist die isolierte Betrachtung von Klimaanpassung und Nachhaltigkeit. Die Leitlinie betont, dass Maßnahmen synergetisch geplant werden sollten. Beispielsweise wird empfohlen, Regenwasser aufzufangen (Resilienz), dabei aber zwingend auf geschlossene Behälter zu achten, um Brutstätten für Krankheitsüberträger wie Mücken zu vermeiden (Nachhaltigkeit).

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die Installation von erneuerbaren Energiesystemen wie Photovoltaikanlagen, idealerweise kombiniert mit Batteriespeichern. Zudem wird geraten, Notstromaggregate regelmäßig zu warten und vor extremen Wetterereignissen wie Überschwemmungen geschützt zu platzieren.

Es wird eine strikte Trennung von gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen empfohlen. Laut Leitlinie sollte die Verbrennung von medizinischen Abfällen schrittweise durch verbrennungsfreie Technologien wie das Autoklavieren ersetzt werden.

Die Leitlinie empfiehlt regelmäßige Schulungen und Simulationen für Frühwarnsysteme und Notfallpläne. Es wird zudem geraten, das Personal in der Erkennung und Behandlung von klimasensiblen Erkrankungen wie hitzebedingten oder vektorübertragenen Krankheiten weiterzubilden.

Es wird empfohlen, langfristige Dürremanagementpläne und alternative sichere Wasserquellen zu identifizieren. Die Leitlinie rät dazu, Wasserspeicher so zu dimensionieren, dass sie den Bedarf der Einrichtung auch während eines klimabedingten Notfalls decken können.

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Quelle: WHO guidance for climate resilient and environmentally sustainable health care facilities (WHO, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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