Kinderformularium2026Pädiatrie

Midazolam bei Kindern: Dosierung laut Kinderformularium

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Kinderformularium (2026)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Monographie des Kinderformulariums beschreibt den Einsatz von Midazolam in der Pädiatrie. Der Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine hat hypnotische, sedierende, anxiolytische, antikonvulsive und muskelrelaxierende Eigenschaften.

Die zentralen Wirkungen beruhen auf der Förderung der durch GABA vermittelten synaptischen Hemmung. Der Wirkungseintritt variiert je nach Applikationsform und reicht von 3 Minuten bei intravenöser Gabe bis zu 30 bis 45 Minuten bei oraler Verabreichung.

Die Halbwertszeit unterscheidet sich stark nach dem Alter der Kinder. Bei Neugeborenen liegt sie bei 6 bis 12 Stunden, während sie bei gesunden Kindern zwischen 3 und 10 Jahren lediglich 1 bis 1,5 Stunden beträgt.

Empfehlungen

Die Monographie formuliert folgende Kernaspekte für die Anwendung:

Indikationen und Anwendung

Laut Monographie wird Midazolam bei Kindern für verschiedene klinische Szenarien eingesetzt. Zu den Hauptindikationen zählen:

  • Behandlung des Status epilepticus

  • Prozedurale Sedierung und Analgosedierung

  • Prämedikation vor der Narkoseeinleitung

  • Sedierung auf der Intensivstation und in der Palliativmedizin

Überwachung und Sicherheit

Es wird betont, dass die Verabreichung stets unter entsprechender Überwachung erfolgen muss. Der Antagonist Flumazenil sollte laut Dokument jederzeit verfügbar sein.

Bei einer ambulanten oder tagesstationären Verabreichung wird eine Entlassung erst empfohlen, wenn das Kind wieder vollständig wach ist. Bei kardiovaskulär instabilen Kindern sollte eine schnelle intravenöse Gabe vermieden werden.

Besondere Patientengruppen

Die Monographie weist auf ein erhöhtes Apnoe-Risiko bei nicht intubierten Früh- und Neugeborenen hin. Bei dieser Altersgruppe kann Midazolam zudem zu einer verminderten zerebralen Durchblutung führen.

Bei Kindern mit Nierenfunktionsstörungen (GFR 10-30 ml/min/1.73 m²) wird eine Dosierung nach Wirksamkeit und Nebenwirkungen empfohlen. Es wird geraten, auf die Akkumulation des aktiven Metaboliten zu achten.

Dosierung

Die Monographie gibt umfangreiche Dosierungsempfehlungen für verschiedene Indikationen vor:

Status epilepticus (Oromukosal / Buccal im Krankenhaus)

AlterDosis (einmalig)Wiederholung
1 bis 3 Monate0,2 mg/kgBei Bedarf 1x nach 5 Min.
3 bis 6 Monate2,5 mgBei Bedarf 1x nach 5 Min.
6 Monate bis 1 Jahr2,5 mgBei Bedarf 1x nach 5 Min.
1 bis 5 Jahre5 mgBei Bedarf 1x nach 5 Min.
5 bis 10 Jahre7,5 mgBei Bedarf 1x nach 5 Min.
10 bis 18 Jahre10 mgBei Bedarf 1x nach 5 Min.

Prozedurale Sedierung und Prämedikation

IndikationApplikationswegAlterDosis (einmalig)Maximaldosis
Prozedurale SedierungOral1 Monat bis 18 Jahre0,2 - 0,5 mg/kg20 mg
Prozedurale SedierungNasal1 Monat bis 18 Jahre0,2 - 0,5 mg/kg10 mg
PrämedikationOral1 Monat bis 18 Jahre0,25 - 0,5 mg/kg20 mg
PrämedikationRektal1 Monat bis 18 Jahre0,25 - 0,5 mg/kg15 mg

Status epilepticus (Intravenös)

PatientengruppeInitialdosis (Bolus)Erhaltungsdosis (Dauerinfusion)
Frühgeborene (< 36 Wochen)0,05 mg/kg0,05 - 0,3 mg/kg/h
Neugeborene (mit Hypothermie)0,05 mg/kg0,05 - 0,1 mg/kg/h
Neugeborene (ohne Hypothermie)0,1 mg/kg0,1 - 0,3 mg/kg/h
1 Monat bis 18 Jahre0,1 - 0,2 mg/kg (max. 5 mg)0,1 mg/kg/h (bei persistierendem Status)

Kontraindikationen

Die Monographie nennt folgende allgemeine Kontraindikationen für Midazolam:

  • Myasthenia gravis

  • Schwere respiratorische Insuffizienz oder akute Atemdepression

  • Schlafapnoe-Syndrom

  • Stark eingeschränkte Leberfunktion (Gefahr der Enzephalopathie)

  • Gleichzeitige Anwendung von sehr starken CYP3A-Induktoren oder -Inhibitoren

  • Abhängigkeitsanamnese

  • Akute Intoxikation mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka

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💡Praxis-Tipp

Die Monographie warnt vor paradoxen Reaktionen bei Kindern, die sich durch Ruhelosigkeit, Agitation oder Aggressivität äußern können. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Midazolam-Nasenspray als schmerzhaft empfunden werden kann und einen schlechten Geschmack aufweist, weshalb begleitende Maßnahmen wie ein Lidocain-Nasenspray oder ein Lutscher erwogen werden können. Es wird strengstens empfohlen, bei der Verabreichung stets den Antagonisten Flumazenil bereitzuhalten.

Häufig gestellte Fragen

Laut Monographie hängt der Wirkungseintritt von der Applikationsform ab. Bei intravenöser Gabe wirkt Midazolam nach etwa 3 Minuten, bei rektaler Gabe nach 10 bis 20 Minuten und bei oraler Verabreichung nach 30 bis 45 Minuten.

Die Leitlinie empfiehlt für die oromukosale Gabe bei Kindern ab 1 Jahr bis unter 5 Jahren eine Einzeldosis von 5 mg. Bei Kindern von 5 bis unter 10 Jahren werden 7,5 mg und ab 10 Jahren 10 mg empfohlen.

Die Anwendung bei Neugeborenen ist laut Monographie unter anderem für die Sedierung auf der Intensivstation zugelassen. Es wird jedoch vor einem erhöhten Apnoe-Risiko und möglichen Konvulsionen bei Früh- und Neugeborenen gewarnt.

Da Midazolam über CYP3A4 metabolisiert wird, warnt die Monographie vor der Kombination mit starken CYP3A4-Inhibitoren (wie bestimmten HIV-Medikamenten oder Makrolid-Antibiotika), da dies zu einer massiv verstärkten Wirkung führt. Zudem wird auf eine synergistische Verstärkung der Sedierung bei gleichzeitiger Gabe von Opioiden oder Propofol hingewiesen.

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Quelle: Kinderformularium: Eisen - Pädiatrische Dosierung (Kinderformularium, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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