Esomeprazol bei Kindern: Dosierung laut Kinderformularium
Hintergrund
Das Kinderformularium bietet detaillierte Informationen zur pädiatrischen Anwendung von Esomeprazol. Der Wirkstoff ist ein Protonenpumpeninhibitor (PPI) und das Eutomer von Omeprazol.
Esomeprazol hemmt irreversibel die Protonenpumpe in den Belegzellen des Magens und reduziert so die Magensäuresekretion. Die Substanz wird im Darm resorbiert und erst im sauren Milieu der Belegzellen in ihre aktive Form umgewandelt.
Die Pharmakokinetik bei Kindern über fünf Jahren entspricht der von Erwachsenen. Bei Kindern zwischen einem und fünf Jahren verläuft die Metabolisierung pro Kilogramm Körpergewicht jedoch schneller.
Empfehlungen
Die Monographie formuliert folgende Kernaspekte zur Anwendung:
Zulassungsstatus und Indikationen
Die orale und intravenöse Therapie der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) sowie der Refluxösophagitis ist für Kinder ab einem Jahr zugelassen. Bei Säuglingen unter einem Jahr erfolgt die Anwendung in diesen Indikationen im Off-Label-Use.
Für die Helicobacter-Pylori-Eradikation ist die orale Gabe ab vier Jahren zugelassen. Bei jüngeren Kindern ab einem Monat handelt es sich um einen Off-Label-Use.
Anwendungshinweise
Für die orale Applikation stehen magensaftresistente Tabletten, Kapseln und Granulat zur Verfügung. Das Granulat darf laut Monographie weder zerkaut noch zerstoßen werden und wird in Wasser dispergiert verabreicht.
Bei der intravenösen Gabe wird eine Infusionsdauer von 10 bis 30 Minuten empfohlen. Eine Injektion sollte über mindestens drei Minuten erfolgen.
Dosisanpassungen bei Organdysfunktion
Bei einer schweren Leberfunktionsstörung ist eine Dosisreduktion zwingend erforderlich. Für Kinder von 1 bis 11 Jahren gilt eine Maximaldosis von 10 mg pro Tag, für Jugendliche von 12 bis 18 Jahren maximal 20 mg pro Tag.
Bei einer Nierenfunktion mit einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) von über 10 ml/min/1.73m2 ist keine Dosisanpassung nötig. Für eine GFR unter 10 ml/min/1.73m2 kann keine allgemeine Empfehlung gegeben werden.
Relevante Wechselwirkungen
Die Monographie warnt vor Interaktionen mit verschiedenen Arzneistoffen:
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Bei gleichzeitiger Gabe von Methotrexat oder Tacrolimus können deren Serumspiegel ansteigen.
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Esomeprazol kann den therapeutischen Effekt von Clopidogrel vermindern.
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Die Resorption pH-abhängiger Medikamente (z. B. Ketoconazol, Cefuroxim) kann verändert werden.
Dosierung
| Indikation | Alter & Gewicht | Applikation | Dosis | Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| GERD | 1 Monat - 12 Jahre (5-10 kg) | Oral | 5 mg/Tag (1 Dosis) | Fixe Dosierung, kein mg/kg! |
| GERD | 1 Monat - 12 Jahre (≥10 kg) | Oral | 10 mg/Tag (1 Dosis) | Bis zu 8 Wochen Behandlungsdauer |
| GERD | 12 - 18 Jahre | Oral | 20 mg/Tag (1 Dosis) | Für 4 Wochen |
| GERD | Neugeborene | Intravenös | 0,5 mg/kg/Tag (1 Dosis) | Off-Label |
| GERD | 1 Monat - 1 Jahr | Intravenös | 0,5 - 1 mg/kg/Tag (1 Dosis) | Max. 10 mg/Tag, Off-Label |
| Refluxösophagitis | 1 Monat - 12 Jahre (10-20 kg) | Oral | 10 mg/Tag (1 Dosis) | Als Granulat |
| Refluxösophagitis | 1 Monat - 12 Jahre (≥20 kg) | Oral | 10 - 20 mg/Tag (1 Dosis) | 8 Wochen Behandlungsdauer |
| Refluxösophagitis | 12 - 18 Jahre | Oral | 40 mg/Tag (1 Dosis) | Erhaltungstherapie mit 20 mg/Tag möglich |
| H.-Pylori-Eradikation | 1 Monat - 18 Jahre | Oral | 1,5 - 2,5 mg/kg/Tag (in 2 Dosen) | Max. 80 mg/Tag, 14 Tage Dauer |
Kontraindikationen
Laut Monographie besteht eine absolute Kontraindikation für die gleichzeitige Anwendung von Esomeprazol und Nelfinavir.
💡Praxis-Tipp
Bei der oralen Therapie der gastroösophagealen Refluxkrankheit bei Kindern unter 12 Jahren mit einem Körpergewicht von 5 bis 10 kg wird ausdrücklich auf eine fixe Dosierung von 5 mg pro Tag hingewiesen. Es wird davor gewarnt, in dieser Gewichtsklasse eine gewichtsadaptierte mg/kg-Dosierung anzuwenden. Zudem ist zu beachten, dass die Metabolisierung bei Kleinkindern zwischen einem und fünf Jahren beschleunigt abläuft.
Häufig gestellte Fragen
Die Zulassung für die orale und intravenöse Therapie von GERD und Refluxösophagitis besteht ab einem Alter von einem Jahr und einem Gewicht von mindestens 10 kg. Bei Säuglingen unter einem Jahr erfolgt die Gabe im Off-Label-Use.
Laut Monographie ist bei einer GFR von über 10 ml/min/1.73m2 keine Dosisanpassung erforderlich. Für Kinder mit einer GFR unter 10 ml/min/1.73m2 existiert keine allgemeine Dosierungsempfehlung.
Das Granulat darf weder zerkaut noch zerstoßen werden. Es wird empfohlen, den Inhalt eines Beutels in Wasser ohne Kohlensäure zu dispergieren und zügig zu trinken.
Bei einer schweren Leberfunktionsstörung ist die Dosis zu begrenzen. Für Kinder von 1 bis 11 Jahren liegt die Maximaldosis bei 10 mg pro Tag, für Jugendliche ab 12 Jahren bei 20 mg pro Tag.
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Quelle: Kinderformularium: Clarithromycin - Pädiatrische Dosierung (Kinderformularium, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.