Midazolam bei Kindern: Dosierung nach Kinderformularium
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf der Monographie des Kinderformulariums. Midazolam ist ein kurzwirksames Benzodiazepin, das in der Pädiatrie häufig zur Durchbrechung von Krampfanfällen sowie zur Sedierung und Prämedikation eingesetzt wird.
Aufgrund der schnellen Anflutung und der guten Steuerbarkeit eignet es sich besonders für akute Notfallsituationen wie den Status epilepticus. Die alters- und gewichtsadaptierte Dosierung ist dabei essenziell, um eine sichere Anwendung bei Kindern zu gewährleisten.
Empfehlungen
Laut Kinderformularium wird Midazolam in der Pädiatrie primär für drei Hauptindikationen empfohlen: den Status epilepticus, die Sedierung vor Eingriffen sowie die allgemeine Prämedikation.
Status epilepticus
Für die Erstlinientherapie des Status epilepticus wird die buccale Applikation empfohlen. Die Gabe sollte laut Monographie gezielt zwischen Zahnfleisch und Wange erfolgen. Für Eltern von Kindern mit bekannter Epilepsie stehen hierfür praktische Fertigspritzen (Buccolam) zur Verfügung.
Sedierung und Prämedikation
Bei der oralen Sedierung vor Eingriffen wird eine Vorlaufzeit von 20 bis 30 Minuten empfohlen. Da die Lösung bitter schmeckt, wird ein Mischen mit Saft oder Sirup angeraten.
Notfallapplikation
Falls kein oraler oder intravenöser Zugang vorliegt, kann Midazolam im Notfall auch intranasal verabreicht werden. Hierfür wird die Verwendung eines MAD-Applikators (Mucosal Atomization Device) empfohlen.
Sicherheitsmaßnahmen
Die Monographie betont die Notwendigkeit, bei der Anwendung von Midazolam stets das Antidot Flumazenil bereitzuhalten. Zudem wird auf das Risiko paradoxer Reaktionen, insbesondere bei Kleinkindern, hingewiesen, die sich durch Unruhe statt Sedierung äußern können.
Dosierung
Status epilepticus (Buccal)
Die buccale Dosierung erfolgt altersabhängig als Erstlinientherapie:
| Alter | Dosis | Präparatbeispiel |
|---|---|---|
| 3 Monate - 1 Jahr | 2,5 mg | Buccolam 2,5 mg |
| 1 - 5 Jahre | 5 mg | Buccolam 5 mg |
| 5 - 10 Jahre | 7,5 mg | Buccolam 7,5 mg |
| Ab 10 Jahre | 10 mg | Buccolam 10 mg |
Sedierung und Notfallapplikation
Für die Sedierung und alternative Notfallwege gelten folgende gewichtsadaptierte Dosierungen:
| Applikationsweg | Dosis | Maximaldosis | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Oral (Sedierung) | 0,3 - 0,5 mg/kg | 15 mg | 20-30 Min. vor Eingriff |
| Intravenös (Bolus) | 0,05 - 0,1 mg/kg | - | Langsam titrieren |
| Intravenös (Perfusor) | 0,5 - 2 mcg/kg/min | - | Kontinuierliche Gabe |
| Intranasal (Notfall) | 0,2 - 0,3 mg/kg | 10 mg | MAD-Applikator nutzen |
Das Antidot Flumazenil wird in einer Dosierung von 10 mcg/kg i.v. empfohlen.
Kontraindikationen
Laut Kinderformularium gelten folgende Kontraindikationen für die Gabe von Midazolam:
-
Myasthenia gravis
-
Schwere respiratorische Insuffizienz
-
Akute Alkoholintoxikation
Zudem wird auf folgende dosisabhängige und spezifische Nebenwirkungen hingewiesen:
-
Atemdepression
-
Paradoxe Erregung (häufiger bei Kleinkindern)
-
Hypotension
-
Sedierung und Amnesie
💡Praxis-Tipp
Bei der Anwendung von Midazolam bei Kleinkindern ist auf das Risiko einer paradoxen Erregung zu achten, bei der die Patienten mit starker Unruhe statt der gewünschten Sedierung reagieren. Zudem wird in der Monographie nachdrücklich darauf hingewiesen, bei jeder Midazolam-Gabe das Antidot Flumazenil (10 mcg/kg i.v.) griffbereit aufzuziehen, um bei einer möglichen Atemdepression sofort intervenieren zu können.
Häufig gestellte Fragen
Die Dosierung erfolgt altersabhängig über die buccale Schleimhaut. Säuglinge ab 3 Monaten erhalten 2,5 mg, Kinder von 1 bis 5 Jahren 5 mg, von 5 bis 10 Jahren 7,5 mg und ab 10 Jahren 10 mg.
Laut Kinderformularium wird die Lösung gezielt in die Wangentasche, also zwischen Zahnfleisch und Wange, appliziert. Dies ermöglicht eine schnelle Resorption über die Mundschleimhaut.
Die orale Gabe sollte 20 bis 30 Minuten vor dem geplanten Eingriff erfolgen. Da der Wirkstoff sehr bitter schmeckt, wird ein Mischen mit Saft oder Sirup empfohlen.
Im Notfall ohne venösen Zugang kann Midazolam intranasal in einer Dosierung von 0,2 bis 0,3 mg/kg verabreicht werden. Hierfür wird die Nutzung eines MAD-Applikators empfohlen.
Als Antidot steht Flumazenil zur Verfügung. Es wird laut Monographie in einer Dosierung von 10 mcg/kg intravenös verabreicht.
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Quelle: Kinderformularium: Midazolam - Pädiatrische Dosierung (Kinderformularium.de, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.