Kardiogener Schock (IKS): Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Der infarktbedingte kardiogene Schock (IKS) stellt die häufigste intrahospitale Todesursache bei einem akuten Myokardinfarkt dar. Die Letalität liegt trotz Fortschritten in der Intensivmedizin weiterhin bei 50 bis 80 Prozent.
Die vorliegende AWMF-S3-Leitlinie definiert den IKS durch eine kritische Verminderung der kardialen Pumpleistung mit konsekutiver Hypoperfusion der Organe. Klinische Zeichen umfassen eine anhaltende Hypotonie, Oligurie, kalte Extremitäten sowie einen Laktatanstieg.
Die Prognose der Betroffenen wird maßgeblich durch die rasche Wiedereröffnung des verschlossenen Infarktgefäßes sowie die Beherrschung des begleitenden Multiorgandysfunktions-Syndroms (MODS) determiniert.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie wird der zentrale Venendruck (ZVD) häufig fälschlicherweise zur Steuerung der Volumentherapie herangezogen. Es wird betont, dass statische Parameter wie der ZVD oder der PAOP die Volumenreagibilität nicht zuverlässig vorhersagen. Stattdessen wird die Nutzung dynamischer Parameter oder des passiven Beinhebeversuchs in Kombination mit der Echokardiographie empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt Noradrenalin als Vasopressor der ersten Wahl. Es bietet im Vergleich zu Dopamin und Adrenalin klinische und prognostische Vorteile.
Bei einem reinen Pumpversagen, das mittels pPCI behandelt wird, rät die Leitlinie von einer routinemäßigen IABP-Implantation ab. Bei mechanischen Komplikationen wie einer Papillarmuskelruptur kann sie jedoch zur Überbrückung sinnvoll sein.
Es wird empfohlen, in der Akutsituation ausschließlich die Infarkt-verursachende Läsion zu intervenieren. Eine sofortige Mehrgefäß-PCI geht laut Leitlinie mit einer höheren Letalität einher.
Nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand wird ein zielgerichtetes Temperaturmanagement empfohlen. Die Zieltemperatur liegt dabei zwischen 32 und 36 Grad Celsius für mindestens 24 Stunden.
Die Leitlinie empfiehlt auch beim IKS eine lungenprotektive Beatmung. Das Tidalvolumen sollte 6 bis 8 ml pro Kilogramm des prädiktiven Körpergewichts betragen.
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Quelle: Infarkt-bedingter kardiogener Schock - Diagnose, Monitoring und Therapie (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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