WHO2025

Känguru-Methode (KMC): Indikation und Durchführung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie (2025) definiert die "Kangaroo Mother Care" (KMC) als essenzielle Standardversorgung für alle frühgeborenen (unter 37 Schwangerschaftswochen) oder untergewichtigen Neugeborenen (unter 2500 g). KMC umfasst einen verlängerten Haut-zu-Haut-Kontakt von idealerweise 24 Stunden, mindestens jedoch acht Stunden pro Tag, kombiniert mit ausschließlicher Muttermilchernährung.

Laut Leitlinie bietet KMC signifikante Vorteile, darunter eine Reduktion der neonatalen Mortalität um 32 Prozent und ein verringertes Risiko für Hypothermie und schwere Infektionen. Zudem fördert die Methode die physiologische Regulation des Neugeborenen und die Mutter-Kind-Bindung.

Die aktualisierte Leitlinie betont, dass KMC so früh wie möglich nach der Geburt begonnen werden sollte. Dies gilt auch für kranke Neugeborene, die eine spezielle oder intensivmedizinische Betreuung benötigen, sofern sie hämodynamisch stabil sind und spontan atmen können.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Umsetzung der Kangaroo Mother Care:

Indikation und Voraussetzungen

Es wird empfohlen, KMC routinemäßig bei allen frühgeborenen oder untergewichtigen Neugeborenen anzuwenden (starke Empfehlung). Eine Ausnahme bilden lediglich Neugeborene, die hämodynamisch instabil sind oder nicht spontan atmen können.

Die primäre Betreuungsperson sollte die Mutter sein. Es wird jedoch nachdrücklich empfohlen, dass zusätzliche Betreuungspersonen (wie der Vater oder andere Familienmitglieder) den Haut-zu-Haut-Kontakt übernehmen, wenn die Mutter Erholung benötigt oder medizinisch versorgt werden muss.

Initiierung nach der Geburt

Laut Leitlinie sollte der Haut-zu-Haut-Kontakt unmittelbar nach der Geburt beginnen, noch bevor die Nabelschnur durchtrennt wird. Initiale Maßnahmen wie Abtrocknen und die Beurteilung der Atmung können direkt auf der Brust oder dem Bauch der Mutter erfolgen.

Auch bei Kaiserschnitten oder Mehrlingsgeburten wird eine sofortige Initiierung empfohlen. Falls die Mutter in Vollnarkose oder medizinisch instabil ist, sollte eine zusätzliche Betreuungsperson den initialen Haut-zu-Haut-Kontakt übernehmen.

Durchführung und Monitoring

Für die KMC-Position wird das Neugeborene in Bauchlage vertikal zwischen den Brüsten der Betreuungsperson platziert. Dabei ist darauf zu achten, dass der Kopf zur Seite gedreht und der Nacken leicht überstreckt ist, um die Atemwege freizuhalten.

Die Leitlinie empfiehlt eine kontinuierliche Überwachung der Vitalparameter:

  • Herzfrequenz, Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung

  • Körpertemperatur (mindestens alle sechs Stunden, bis stabile Werte über drei Tage dokumentiert sind)

  • Klinische Zeichen für Apnoen oder Atemnot

Klinische Prozeduren wie CPAP-Beatmung, das Legen von Magensonden oder venöse Blutentnahmen können und sollten gemäß Leitlinie in der KMC-Position durchgeführt werden, um Stress und Schmerzen für das Neugeborene zu reduzieren.

Ernährung

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der frühen Muttermilchernährung. Die initiale Ernährungsmethode sollte individualisiert werden, wobei folgende altersabhängige Orientierungswerte empfohlen werden:

GestationsalterBevorzugte initiale ErnährungsmethodeBesonderheiten
Unter 32 WochenMagensonde (orogastrisch/nasogastrisch)Non-nutritives Saugen an der Brust sollte gefördert werden
32 bis 34 WochenKurze Brustmahlzeiten plus Becher-/LöffelfütterungNeugeborene ermüden schnell, Zufütterung von abgepumpter Milch oft nötig
Über 34 WochenDirektes Stillen an der BrustBecher-/Löffelfütterung nur bei unzureichender Nahrungsaufnahme

Es wird empfohlen, Mütter bei der häufigen Entleerung der Brust (8 bis 12 Mal in 24 Stunden) zu unterstützen. Dies dient der Aufrechterhaltung der Milchproduktion, auch wenn das Neugeborene noch nicht direkt an der Brust trinken kann.

Kontraindikationen

Laut Leitlinie bestehen folgende Kontraindikationen für die Kangaroo Mother Care:

  • Hämodynamische Instabilität des Neugeborenen

  • Fehlende Spontanatmung (z.B. Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung oder Vorliegen eines Schocks)

  • Bestimmte schwere angeborene Fehlbildungen (z.B. Bauchwanddefekte), die eine Bauchlage auf der Brust unmöglich machen

  • Schwere medizinische Kontraindikationen bei der Mutter (z.B. unkontrollierte Epilepsie, ansteckende Hautinfektionen), wobei in diesen Fällen eine andere Betreuungsperson einspringen sollte

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Praxis-Hinweis der Leitlinie ist, dass auch Neugeborene mit Bedarf an Atemunterstützung (wie CPAP) sicher in der KMC-Position versorgt werden können. Es wird betont, dass schmerzhafte Prozeduren wie Blutentnahmen idealerweise während des Haut-zu-Haut-Kontakts durchgeführt werden sollten, da dies nachweislich als effektive Schmerzlinderung für das Neugeborene wirkt.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt einen Haut-zu-Haut-Kontakt von idealerweise 24 Stunden am Tag. Als absolutes Minimum werden acht Stunden pro Tag gefordert, wobei jede einzelne KMC-Episode mindestens eine Stunde dauern sollte.

Laut Leitlinie wird KMC so lange fortgeführt, bis das Neugeborene ein Gewicht von etwa 2500 g oder ein korrigiertes Gestationsalter von 38 bis 40 Wochen erreicht hat. Zu diesem Zeitpunkt beginnen die Neugeborenen in der Regel, sich selbstständig aus der KMC-Position herauszuwinden, da sie ihre Körpertemperatur nun eigenständig halten können.

Es wird klargestellt, dass leichte Erkrankungen wie Atemwegsinfektionen (einschließlich COVID-19) keine Kontraindikation darstellen. Die Leitlinie empfiehlt in diesen Fällen die Einhaltung strikter Hygienemaßnahmen, wie gründliche Händehygiene und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Die Leitlinie empfiehlt, die axilläre Temperatur des Neugeborenen anfangs mindestens alle sechs Stunden zu messen. Sobald die Temperatur über drei aufeinanderfolgende Tage stabil bleibt, kann die Messfrequenz auf zweimal täglich reduziert werden.

Ja, es wird ausdrücklich empfohlen, KMC nach der Entlassung aus der Klinik zu Hause fortzusetzen. Die Leitlinie betont, dass Eltern vor der Entlassung entsprechend geschult und auf die häusliche Fortführung vorbereitet werden sollten.

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Quelle: Kangaroo mother care: a clinical practice guide (WHO, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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