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IV-Flüssigkeitstherapie Kinder: Erhaltung & Monitoring

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG29 behandelt die intravenöse (IV) Flüssigkeitstherapie bei reifen Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen im Krankenhaus. Eine korrekte Flüssigkeits- und Elektrolytbilanz ist essenziell, um physiologische Funktionen aufrechtzuerhalten.

Wenn Kinder aufgrund von Krankheit nicht ausreichend trinken können oder abnormale Verluste erleiden, wird eine IV-Therapie notwendig. Fehler bei der Verordnung können zu schwerwiegenden Komplikationen wie Hypovolämie, Hypervolämie oder Elektrolytentgleisungen führen.

Die Leitlinie zielt darauf ab, einen standardisierten Ansatz für die Beurteilung, Verschreibung und Überwachung der IV-Flüssigkeitstherapie zu etablieren. Dadurch soll die Patientensicherheit signifikant verbessert und Morbidität sowie Mortalität gesenkt werden.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie NG29 formuliert detaillierte Empfehlungen zur Überwachung und Therapie.

Beurteilung und Monitoring

Laut Leitlinie wird empfohlen, das aktuelle Körpergewicht zur Berechnung des IV-Flüssigkeits- und Elektrolytbedarfs heranzuziehen. Bei Patienten mit einem Gewicht über der 91. Perzentile oder Nierenerkrankungen sollte die Körperoberfläche genutzt werden.

Es wird eine regelmäßige Dokumentation von Gewicht, Flüssigkeitsein- und -ausfuhr sowie des klinischen Hydratationsstatus empfohlen. Zudem sollen Plasmaelektrolyte und Blutzucker bei Beginn der Therapie und danach mindestens alle 24 Stunden kontrolliert werden.

Zur Diagnose von Dehydratation und hypovolämischem Schock nennt die Leitlinie folgende klinische Zeichen:

Klinisches ZeichenKlinische DehydratationHypovolämischer Schock
BewusstseinVerändert (z.B. reizbar, lethargisch)Vermindert
AussehenWirkt krank oder verschlechtert sich-
AugenEingefallen-
SchleimhäuteTrocken-
BlutdruckNormalHypotonie
AtmungTachypnoeTachypnoe
RekapillarisierungszeitNormalVerlängert
HerzfrequenzTachykardieTachykardie
Periphere PulseNormalSchwach
HautturgorVermindert-
UrinausscheidungVermindert-
Hautfarbe / ExtremitätenUnverändert / WarmBlass oder marmoriert / Kalt

Flüssigkeitsreanimation

Für die IV-Flüssigkeitsreanimation bei Kindern und Jugendlichen empfiehlt die Leitlinie glukosefreie, isotone Kristalloide mit einem Natriumgehalt von 131 bis 154 mmol/l. Es wird ein Bolus von 10 ml/kg über weniger als 10 Minuten empfohlen.

Bei reifen Neugeborenen wird ein Bolus von 10 bis 20 ml/kg über weniger als 10 Minuten empfohlen. Nach Abschluss des Bolus muss der Patient laut Leitlinie neu beurteilt werden.

Erhaltungstherapie

Für die routinemäßige Erhaltungstherapie bei Kindern und Jugendlichen werden initial isotone Kristalloide (Natrium 131-154 mmol/l) empfohlen. Bei reifen Neugeborenen ab dem 8. Lebenstag wird die Gabe von isotonen Kristalloiden mit 5 bis 10 % Glukose empfohlen.

Bei einem Risiko für Wasserretention (z.B. durch nicht-osmotische ADH-Sekretion) sollte die Flüssigkeitszufuhr auf 50 bis 80 % des Erhaltungsbedarfs reduziert werden.

Management von Natrium-Entgleisungen

Bei der Entwicklung einer asymptomatischen Hyponatriämie unter hypotonen Lösungen wird ein Wechsel auf eine isotone Lösung empfohlen. Bei akuter symptomatischer Hyponatriämie rät die Leitlinie zur sofortigen Einholung von Expertenrat und zur Gabe eines Bolus von 2,7 % Natriumchlorid (2 ml/kg, max. 100 ml) über 10 bis 15 Minuten.

Sowohl bei der Korrektur einer Hypernatriämie als auch nach Abklingen einer Hyponatriämie darf die Änderungsrate des Plasma-Natriums laut Leitlinie 12 mmol/l innerhalb von 24 Stunden nicht überschreiten.

Dosierung

Die Leitlinie gibt folgende Berechnungsgrundlagen für die routinemäßige Erhaltungstherapie vor:

Erhaltungsbedarf bei Kindern und Jugendlichen (Holliday-Segar-Formel)

KörpergewichtFlüssigkeitsbedarf pro Tag
Erste 10 kg100 ml/kg/Tag
Nächste 10 kg50 ml/kg/Tag
Gewicht über 20 kg20 ml/kg/Tag

Männliche Patienten benötigen laut Leitlinie selten mehr als 2.500 ml und weibliche Patienten selten mehr als 2.000 ml pro 24 Stunden.

Erhaltungsbedarf bei reifen Neugeborenen

AlterFlüssigkeitsbedarf pro Tag
Tag 0 bis 150 bis 60 ml/kg/Tag
Tag 270 bis 80 ml/kg/Tag
Tag 380 bis 100 ml/kg/Tag
Tag 4100 bis 120 ml/kg/Tag
Tag 5 bis 28120 bis 150 ml/kg/Tag

Übersicht der IV-Flüssigkeitstypen

FlüssigkeitstypOsmolalitätTonizitätNatrium (mmol/l)Kalium (mmol/l)
0,9 % NaClIsosmolarIsoton1540
Ringer-Laktat (Hartmann)IsosmolarIsoton1315
0,9 % NaCl mit 5 % GlukoseHyperosmolarIsoton1500
0,45 % NaCl mit 5 % GlukoseHyperosmolarHypoton750

Kontraindikationen

Die Leitlinie spricht sich explizit gegen die Verwendung von Tetrastärke (Hydroxyethylstärke) zur Flüssigkeitsreanimation aus.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine akute hyponatriämische Enzephalopathie nicht allein durch Flüssigkeitsrestriktion behandelt werden darf.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein kritischer Punkt der Leitlinie ist die strikte Begrenzung der Natriumkorrektur. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass die Änderungsrate des Plasma-Natriums sowohl bei der Korrektur einer Hypernatriämie als auch beim Anstieg nach einer Hyponatriämie 12 mmol/l innerhalb von 24 Stunden nicht überschreiten darf, um neurologische Schäden zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die Verwendung von glukosefreien, isotonen Kristalloiden mit einem Natriumgehalt von 131 bis 154 mmol/l. Es wird ein Bolus von 10 ml/kg über weniger als 10 Minuten verabreicht.

Laut Leitlinie wird die Holliday-Segar-Formel angewendet. Diese berechnet 100 ml/kg für die ersten 10 kg Körpergewicht, 50 ml/kg für die nächsten 10 kg und 20 ml/kg für jedes weitere Kilogramm.

Zu den assoziierten Symptomen zählen laut Leitlinie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Lethargie und Bewusstseinsminderung. In schweren Fällen können Krampfanfälle, Koma oder Apnoe auftreten.

Es wird empfohlen, die Plasmaelektrolyte bei Beginn der Therapie zu messen. Danach sollte laut Leitlinie mindestens alle 24 Stunden eine Kontrolle erfolgen, bei Elektrolytstörungen auch häufiger.

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Quelle: NG29: Intravenous fluid therapy in children and young people in hospital (NICE). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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