Schwangerschaftsdiabetes Screening: IQWiG-Merkblatt

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2012)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das IQWiG-Merkblatt (P11-01) fasst die wesentlichen Informationen zum Screening auf Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) zusammen. Ein Gestationsdiabetes ist durch erhöhte Blutzuckerwerte definiert, die während der Schwangerschaft auftreten.

Erhöhte Blutzuckerwerte treten laut Dokument häufiger bei Frauen mit starkem Übergewicht, familiärer Diabetes-Vorbelastung oder einem früheren Schwangerschaftsdiabetes auf. In diesen Fällen wird oft schon zu Beginn der Schwangerschaft zu einem Test geraten.

Unbehandelt erhöht ein Gestationsdiabetes das Risiko für Geburtskomplikationen wie die Schulterdystokie aufgrund eines erhöhten Geburtsgewichts des Kindes. Zudem steigt das Risiko für eine Präeklampsie der Mutter.

Empfehlungen

Das Dokument beschreibt ein zweistufiges Vorgehen zur Diagnostik, das im 6. oder 7. Schwangerschaftsmonat angeboten wird. Die Teilnahme an diesem Screening ist freiwillig.

Diagnostik

Zunächst erfolgt ein Vortest mit 50 Gramm Glukose, der nicht nüchtern durchgeführt wird. Liegt der venöse Blutzuckerwert nach einer Stunde unter 7,5 mmol/l (135 mg/dl), ist das Ergebnis unauffällig.

Bei einem erhöhten Wert im Vortest wird ein Diagnosetest (75-g-oGTT) durchgeführt. Für diesen Test ist eine Nüchternheit von mindestens acht Stunden erforderlich.

Die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes wird gestellt, wenn mindestens einer der folgenden Grenzwerte erreicht oder überschritten wird:

ZeitpunktGrenzwert (mmol/l)Grenzwert (mg/dl)
Nüchtern5,192
Nach 1 Stunde10,0180
Nach 2 Stunden8,5153

Therapie

Laut Merkblatt reicht in den meisten Fällen eine Umstellung der Ernährung und mehr Bewegung aus, um den Blutzucker ausreichend zu senken.

Nur bei anhaltend hohen Werten ist eine medikamentöse Therapie erforderlich. Hierbei gelten folgende Grundsätze:

  • Insulin ist das Mittel der Wahl bei unzureichender Lebensstiländerung

  • Andere Diabetes-Medikamente (orale Antidiabetika) sind in der Schwangerschaft nicht zugelassen

  • Durch eine adäquate Behandlung lässt sich das Risiko für eine Schulterdystokie von 3 bis 4 Prozent auf 1 bis 2 Prozent senken

Nachsorge

Nach der Entbindung wird ein erneuter Zuckertest angeboten, um die Normalisierung der Blutzuckerwerte zu überprüfen.

Das Dokument weist darauf hin, dass Frauen mit einem durchgemachten Gestationsdiabetes ein erhöhtes Risiko haben, später im Leben an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken.

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💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Hinweis des Dokuments ist, dass orale Antidiabetika in der Schwangerschaft nicht zugelassen sind. Die medikamentöse Therapie beschränkt sich ausschließlich auf Insulin, falls Lebensstiländerungen nicht ausreichen. Zudem wird betont, dass die Diagnose bereits bei Erreichen oder Überschreiten eines einzigen Grenzwertes im 75-g-oGTT gestellt wird.

Häufig gestellte Fragen

Das Screening auf Gestationsdiabetes wird regulär im 6. oder 7. Schwangerschaftsmonat angeboten. Bei Vorliegen von Risikofaktoren kann bereits zu Beginn der Schwangerschaft ein Test sinnvoll sein.

Für den 50-g-Vortest ist keine Nüchternheit erforderlich. Der anschließende 75-g-Diagnosetest erfordert jedoch eine strikte Nüchternheit von mindestens acht Stunden.

Beim 75-g-Diagnosetest gilt die Diagnose als gesichert, wenn der Nüchternwert 92 mg/dl, der 1-Stunden-Wert 180 mg/dl oder der 2-Stunden-Wert 153 mg/dl erreicht oder überschreitet. Bereits ein einzelner erhöhter Wert ist diagnostisch richtungsweisend.

Laut IQWiG-Merkblatt ist Insulin das einzige zugelassene Medikament zur Blutzuckersenkung in der Schwangerschaft. Andere Diabetes-Medikamente sind für schwangere Frauen nicht zugelassen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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