IQWiG2019

Metreleptin bei Lipodystrophie: IQWiG-Nutzenbewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet Metreleptin zur Behandlung der Lipodystrophie. Da es sich um ein Orphan Drug (Arzneimittel für seltene Leiden) handelt, gilt der medizinische Zusatznutzen bereits durch die Zulassung als belegt.

Lipodystrophie ist eine seltene Erkrankung, die durch den Verlust von Fettgewebe und einen daraus resultierenden Leptinmangel gekennzeichnet ist. Metreleptin wird als Leptinersatztherapie in Kombination mit einer Diät eingesetzt, um die Folgen dieses Mangels zu behandeln.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das IQWiG in diesem Verfahren ausschließlich mit der Prüfung der Patientenzahlen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie der Therapiekosten. Die Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens obliegt dem G-BA.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende Kernaussagen zur Zielpopulation und Indikation:

Zugelassenes Anwendungsgebiet

Laut Bericht ist Metreleptin als Leptinersatztherapie in Kombination mit einer Diät für folgende Patientengruppen indiziert:

  • Bei bestätigter angeborener generalisierter Lipodystrophie (Berardinelli-Seip-Syndrom) bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren.

  • Bei erworbener generalisierter Lipodystrophie (Lawrencesyndrom) bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren.

  • Bei bestätigter familiärer oder erworbener partieller Lipodystrophie (Barraquer-Simons-Syndrom) bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren.

Für die partielle Lipodystrophie gilt die Indikation nur, wenn durch Standardbehandlungen keine angemessene Einstellung des Stoffwechsels erreicht werden konnte.

Zielpopulation und Patientenzahlen

Der pharmazeutische Unternehmer schätzt die Zielpopulation in der gesetzlichen Krankenversicherung auf 51 bis 132 Personen.

Das IQWiG bewertet die Angaben zur generalisierten Lipodystrophie in ihrer Größenordnung als plausibel. Die Zahlen zur partiellen Lipodystrophie werden jedoch als nicht bewertbar eingestuft.

Es bestehen laut Bericht methodische Unsicherheiten bei der Operationalisierung der Patientengruppe, bei der Standardbehandlungen versagt haben.

Therapiekosten

Die Jahrestherapiekosten werden vom pharmazeutischen Unternehmer auf 234.381,10 bis 914.580,50 Euro geschätzt.

Das IQWiG geht von höheren Kosten aus und berechnet Jahrestherapiekosten von 949.794,48 Euro pro behandelter Person. Zusätzliche GKV-Leistungen sind laut Fachinformation nicht notwendig.

Dosierung

Der Bericht zitiert folgende Dosierungsangaben aus der Fachinformation:

PatientengruppeAlterEmpfohlene Anfangsdosis
Generalisierte LipodystrophieKinder ab 2 Jahren0,06 mg/kg Körpergewicht
Partielle LipodystrophieKinder ab 12 Jahren2,5 mg pro Tag (ausgehend von 47,3 kg)
Erwachsene (> 40 kg)ab 18 Jahrenbis zu 10 mg pro Tag (Maximaldosis)

Der Verbrauch richtet sich nach dem Körpergewicht. Da jede Durchstechflasche 11,3 mg Metreleptin enthält, ist laut Bericht unabhängig vom Körpergewicht von einem Verbrauch von einer Durchstechflasche pro Tag auszugehen.

Das verbleibende rekonstituierte Arzneimittel muss nach der Entnahme der erforderlichen Dosis entsorgt werden (Verwurf).

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💡Praxis-Tipp

Bei der Verordnung von Metreleptin wird darauf hingewiesen, dass angebrochene Durchstechflaschen nach der Entnahme der Einzeldosis entsorgt werden müssen. Auch bei der Behandlung von Kindern mit geringem Körpergewicht und entsprechend niedriger Dosierung ist daher mit dem Verbrauch von einer kompletten Durchstechflasche pro Tag zu kalkulieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist das Medikament bei generalisierter Lipodystrophie für Kinder ab 2 Jahren zugelassen. Bei partieller Lipodystrophie ist die Anwendung für Kinder ab 12 Jahren indiziert.

Das IQWiG berechnet die Jahrestherapiekosten auf rund 949.794 Euro pro Person. Diese Berechnung berücksichtigt den täglichen Verbrauch von einer Durchstechflasche inklusive des anfallenden Verwurfs.

Da es sich um ein Orphan Drug handelt, gilt der medizinische Zusatznutzen gesetzlich bereits durch die Zulassung als belegt. Das IQWiG prüft in diesem Verfahren lediglich die Patientenzahlen und die Therapiekosten.

Die Indikation bei familiärer oder erworbener partieller Lipodystrophie besteht nur bei unzureichender Stoffwechseleinstellung. Es wird vorausgesetzt, dass durch Standardbehandlungen zuvor keine angemessene Kontrolle erreicht werden konnte.

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Quelle: IQWiG G18-15: Metreleptin (Lipodystrophie) - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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