IQWiG2025Onkologie

Natriumthiosulfat: Prävention Cisplatin-Ototoxizität

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Nutzenbewertung A25-15 untersucht den Wirkstoff Natriumthiosulfat zur Vorbeugung einer durch Cisplatin-Chemotherapie induzierten Ototoxizität. Das Anwendungsgebiet umfasst Kinder und Jugendliche im Alter von 1 Monat bis unter 18 Jahren mit lokalisierten, nicht metastasierten, soliden Tumoren.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) das beobachtende Abwarten festgelegt. Die Bewertung stützt sich primär auf die Daten der SIOPEL-6-Studie, in die ausschließlich junge Patientinnen und Patienten mit einem Standardrisiko-Hepatoblastom eingeschlossen wurden.

Eine weitere vorgelegte Studie (ACCL0431) wurde für die Nutzenbewertung nicht herangezogen. Gründe hierfür waren eine von der Fachinformation abweichende Unterdosierung sowie der Einschluss von Patientinnen und Patienten mit metastasierten Erkrankungen, für die das Medikament nicht zugelassen ist.

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💡Praxis-Tipp

Laut Fachinformation ist das exakte Timing der Verabreichung entscheidend. Natriumthiosulfat darf erst genau 6 Stunden nach Beendigung der Cisplatin-Infusion gegeben werden, um eine potenzielle Beeinflussung der tumorhemmenden Wirkung der Chemotherapie zu verhindern. Zudem wird eine hochwirksame antiemetische Therapie 30 Minuten vor der Natriumthiosulfat-Gabe dringend empfohlen, da die Infusion häufig starkes Erbrechen auslöst.

Häufig gestellte Fragen

Das Medikament ist zur Vorbeugung einer Cisplatin-induzierten Ototoxizität bei Kindern und Jugendlichen (1 Monat bis < 18 Jahre) mit lokalisierten, nicht metastasierten soliden Tumoren zugelassen. Bei metastasierten Tumoren ist es nicht indiziert.

Für Kinder mit lokalisiertem Hepatoblastom sieht das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen. Für alle anderen soliden Tumoren gilt der Zusatznutzen mangels geeigneter Studiendaten als nicht belegt.

Die Nutzenbewertung zeigt ein erhöhtes Risiko für Erbrechen sowie für schwere Hypokaliämien und Hypophosphatämien. Der Elektrolythaushalt sollte laut Fachinformation engmaschig überwacht werden.

Die 15-minütige Infusion wird exakt 6 Stunden nach dem Ende der Cisplatin-Infusion verabreicht. Eine zu frühe Gabe kann die Wirksamkeit der Chemotherapie verringern.

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Quelle: IQWiG A25-15: Natriumthiosulfat (Vorbeugung von durch Cisplatin-Chemotherapie induzierter Ototoxizität bei soliden Tumoren) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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