IQWiG2025Onkologie

Odronextamab bei DLBCL: IQWiG-Konzept zur Datenerhebung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das IQWiG mit einer ergänzenden Bewertung zum Konzept für eine anwendungsbegleitende Datenerhebung (AbD) zu Odronextamab beauftragt. Das vorliegende Addendum fokussiert sich auf eine spezifische Patientengruppe mit diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL).

Ziel des Berichts ist die Einbindung neuer Daten aus dem Zulassungsprozess sowie die Berechnung einer orientierenden Fallzahlschätzung. Dabei werden zusätzliche Vergleichstherapien berücksichtigt, die in der ursprünglichen Konzepterstellung nicht enthalten waren.

Da das primäre Therapieziel in diesem Anwendungsgebiet die Verlängerung des Gesamtüberlebens ist, liegt der Fokus der methodischen Betrachtung auf diesem Endpunkt. Aufgrund fehlender differenzierter Daten zum Gesamtüberleben war eine klassische Fallzahlschätzung im Hauptkonzept zunächst nicht möglich.

Empfehlungen

Das IQWiG formuliert in seinem Konzeptpapier die Rahmenbedingungen für die anwendungsbegleitende Datenerhebung.

Studienpopulation und Intervention

Die Datenerhebung richtet sich an erwachsene Personen mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL nach mindestens zwei vorherigen systemischen Therapien. Eine Voraussetzung ist, dass für diese Gruppe eine CAR-T-Zelltherapie sowie eine Stammzelltransplantation nicht infrage kommen.

Als Intervention wird die Behandlung mit Odronextamab untersucht.

Vergleichstherapien

Laut Bericht soll die Therapie nach ärztlicher Maßgabe als Vergleich dienen. Dabei werden folgende Behandlungsoptionen berücksichtigt:

  • Polatuzumab Vedotin in Kombination mit Bendamustin und Rituximab

  • Tafasitamab in Kombination mit Lenalidomid

  • Monotherapie mit Pixantron oder Bestrahlung

  • Glofitamab, Epcoritamab oder Loncastuximab tesirin (ergänzende Komparatoren)

Relevante Endpunkte

Für die Datenerhebung werden verschiedene patientenrelevante Endpunkte definiert. Dazu gehören:

  • Mortalität (Gesamtüberleben) als primäres Therapieziel

  • Morbidität (Symptomatik) und gesundheitsbezogene Lebensqualität

  • Nebenwirkungen (unter anderem Zytokin-Freisetzungssyndrom, neurologische Toxizitäten und Infektionen)

Methodische Herausforderungen und Fazit

Der Bericht stellt fest, dass eine klassische Fallzahlschätzung aufgrund erheblicher Unsicherheiten in der aktuellen Datenlage nicht sinnvoll möglich ist. Es bestehen Unklarheiten bezüglich der genauen Patientenanteile und der Vergleichbarkeit der Vortherapien.

Zudem wurde in den Zulassungsstudien (ELM-1 und ELM-2) das Dosisregime im Verlauf aufgrund von Toxizitäten angepasst, was die Nachbeobachtungszeit der zulassungskonformen Dosierung verkürzt.

Trotz dieser Unsicherheiten wird die Durchführung der Datenerhebung als sinnvoll erachtet, um die bestehende Evidenzlücke im direkten Vergleich zu schließen.

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass in den Zulassungsstudien zu Odronextamab das Dosisregime im Studienverlauf aufgrund von schweren Zytokin-Freisetzungssyndromen (Grad ≥ 3) angepasst werden musste. Es wird betont, dass die Nachbeobachtungszeit für das aktuell zulassungskonforme Dosisregime dadurch deutlich kürzer ausfällt als für die ursprünglich untersuchte Dosierung. Dies schränkt die Interpretierbarkeit der bisherigen Langzeitdaten zum Gesamtüberleben ein.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Konzept richtet sich die Erhebung an Erwachsene mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL nach mindestens zwei systemischen Vortherapien. Voraussetzung ist, dass eine CAR-T-Zelltherapie und eine Stammzelltransplantation für diese Personen nicht infrage kommen.

Der Bericht nennt die Therapie nach ärztlicher Maßgabe als Vergleichsstandard. Diese umfasst unter anderem Polatuzumab Vedotin, Tafasitamab, Glofitamab, Epcoritamab sowie Loncastuximab tesirin.

Das Dokument beschreibt erhebliche Unsicherheiten in der Datenlage, da direkte vergleichende Studien fehlen und die Dosierungsschemata in den laufenden Studien geändert wurden. Daher wird anstelle einer exakten Schätzung lediglich eine orientierende Betrachtung verschiedener Fallzahlszenarien vorgenommen.

Gemäß dem Konzeptpapier sollen insbesondere das Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS) und neurologische Toxizitäten (ICANS) erfasst werden. Zudem wird die Dokumentation von schweren Infektionen, Zytopenien und dem Tumorlysesyndrom gefordert.

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Quelle: IQWiG A24-120: Anwendungsbegleitende Datenerhebung zu Odronextamab (DLBCL) - 1. Addendum zum Projekt A24-18 (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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