Olaparib bei mCRPC: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A23-03 bewertet den Zusatznutzen von Olaparib in Kombination mit Abirateron und Prednison oder Prednisolon (P). Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Personen mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC).
Voraussetzung für diese Therapie ist, dass eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist. Die Bewertung basiert primär auf den Daten der doppelblinden, randomisierten kontrollierten Studie PROpel.
In dieser Studie wurde die Kombinationstherapie mit einer alleinigen Gabe von Abirateron plus P verglichen. Alle eingeschlossenen Personen wiesen zu Studienbeginn einen guten Allgemeinzustand (ECOG-PS 0 oder 1) auf.
Empfehlungen
Zusatznutzen nach Altersgruppen
Laut Bewertung zeigt sich beim Gesamtüberleben eine deutliche Abhängigkeit vom Alter der Behandelten. Für Personen unter 65 Jahren ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen beim Gesamtüberleben.
Unter Berücksichtigung der aufgetretenen Nebenwirkungen wird für diese jüngere Altersgruppe insgesamt ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen abgeleitet.
Für Personen ab 65 Jahren lässt sich laut Bericht kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen beim Gesamtüberleben feststellen. Es zeigt sich in dieser Gruppe lediglich ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen bezüglich symptomatischer skelettbezogener Ereignisse.
Einfluss der Metastasierung
Der Ort der Metastasierung beeinflusst die gesundheitsbezogene Lebensqualität (gemessen am FACT-P) und das Auftreten schwerer unerwünschter Ereignisse. Der Bericht dokumentiert folgende Anhaltspunkte:
-
Bei ausschließlich ossärer Metastasierung: Höherer Schaden auf die Lebensqualität durch die Kombinationstherapie.
-
Bei viszeralen oder anderen Metastasen: Zusatznutzen bezüglich der Lebensqualität.
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Gleichzeitig zeigt sich bei viszeralen und anderen Metastasen ein höherer Schaden durch schwere unerwünschte Ereignisse.
Nebenwirkungen und Sicherheit
Die Nutzenbewertung stellt für die Olaparib-Kombination signifikante Nachteile im Bereich der Sicherheit fest. Es ergeben sich Anhaltspunkte für einen höheren Schaden unter anderem bei:
-
Schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) und Therapieabbrüchen.
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Spezifischen Symptomen wie Diarrhö, Übelkeit und vermindertem Appetit.
-
Schweren Ereignissen wie Lungenembolien und Anämien.
Übersicht der Effekte im Vergleich zu Abirateron
| Subgruppe | Endpunkt | Effekt der Olaparib-Kombination |
|---|---|---|
| Alter < 65 Jahre | Gesamtüberleben | Anhaltspunkt für beträchtlichen Zusatznutzen |
| Alter ≥ 65 Jahre | Gesamtüberleben | Kein Zusatznutzen belegt |
| Alter ≥ 65 Jahre | Skelettbezogene Ereignisse | Anhaltspunkt für geringen Zusatznutzen |
| Nur Knochenmetastasen | Lebensqualität (FACT-P) | Anhaltspunkt für höheren Schaden |
| Viszerale/andere Metastasen | Lebensqualität (FACT-P) | Anhaltspunkt für Zusatznutzen |
Kontraindikationen
Laut Auskunft des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist die Anwendung der Kombinationstherapie ohne eine begleitende Androgendeprivationstherapie (ADT) nicht zulassungskonform.
Eine kontinuierliche Therapie mit einem GnRH-Analogon oder eine vorherige bilaterale Orchiektomie wird für die Behandlung zwingend vorausgesetzt.
💡Praxis-Tipp
Die Bewertung betont, dass die Kombinationstherapie zwingend eine begleitende Androgendeprivationstherapie (ADT) erfordert, da die Anwendung sonst nicht zulassungskonform ist. Zudem wird deutlich, dass der Überlebensvorteil primär bei Personen unter 65 Jahren zum Tragen kommt. Bei Vorliegen von ausschließlich ossären Metastasen ist ein potenziell negativer Effekt auf die Lebensqualität zu berücksichtigen.
Häufig gestellte Fragen
Die Bewertung bezieht sich auf das metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (mCRPC). Voraussetzung ist laut Bericht, dass für die Betroffenen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist.
Für Personen unter 65 Jahren zeigt der IQWiG-Bericht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen beim Gesamtüberleben. Unter Einbezug der Nebenwirkungen wird insgesamt ein geringer Zusatznutzen abgeleitet.
Bei Personen ab 65 Jahren konnte kein Zusatznutzen für das Gesamtüberleben belegt werden. Es ergab sich lediglich ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen bezüglich symptomatischer skelettbezogener Ereignisse.
Die Auswertung zeigt einen höheren Schaden durch schwerwiegende unerwünschte Ereignisse und Therapieabbrüche. Spezifisch traten vermehrt Lungenembolien, Anämien, Diarrhö und Übelkeit auf.
Ja, die Anwendung ohne begleitende Androgendeprivationstherapie (ADT) ist laut BfArM nicht zulassungskonform. Es muss eine kontinuierliche Therapie mit GnRH-Analoga erfolgen oder eine bilaterale Orchiektomie vorliegen.
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Quelle: IQWiG A23-03: Olaparib (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.