IQWiG2022Onkologie

Sacituzumab bei Mammakarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A21-154 bewertet den Zusatznutzen von Sacituzumab Govitecan als Monotherapie. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Personen mit nicht resezierbarem oder metastasiertem triple-negativem Mammakarzinom (TNBC).

Voraussetzung für die Therapie ist, dass die Betroffenen zuvor zwei oder mehr systemische Therapien erhalten haben. Davon muss mindestens eine gegen die fortgeschrittene Erkrankung gerichtet gewesen sein.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie (Treatment of Physician's Choice, TPC) wurden Capecitabin, Eribulin oder Vinorelbin herangezogen. Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Daten der randomisierten, offenen Phase-3-Studie ASCENT.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert basierend auf der ASCENT-Studie folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Laut Bewertung zeigt sich beim Gesamtüberleben ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten der Intervention. In der Gesamtschau überwiegen die positiven Effekte gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Zusammenfassend wird ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen von Sacituzumab Govitecan festgestellt.

Endpunktspezifische Ergebnisse

Die Bewertung vergleicht Sacituzumab Govitecan mit der Therapie nach Maßgabe des Arztes (TPC) in verschiedenen Kategorien. Es ergeben sich folgende Effekte:

Endpunkt-KategorieSpezifischer EndpunktEffekt (Sacituzumab Govitecan vs. TPC)
MortalitätGesamtüberlebenVorteil (erheblicher Zusatznutzen)
MorbiditätSchmerzen, DyspnoeVorteil (Zusatznutzen)
MorbiditätDiarrhöNachteil (geringerer Nutzen)
LebensqualitätKörperliche, emotionale, RollenfunktionVorteil (Zusatznutzen)
NebenwirkungenSUEs, Neuropathie, AtemwegserkrankungenVorteil (geringerer Schaden)
NebenwirkungenGastrointestinale Toxizität, NeutropenieNachteil (höherer Schaden)

Spezifische Nebenwirkungen

Das Nebenwirkungsprofil zeigt laut Bericht ein differenziertes Bild:

  • Ein Vorteil zeigt sich bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUEs) insgesamt.

  • Ein Nachteil wird bei schweren gastrointestinalen Toxizitäten und Stoffwechselstörungen beobachtet.

  • Bei Hauterkrankungen zeigt sich ein höherer Schaden spezifisch für die Altersgruppe unter 65 Jahren.

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💡Praxis-Tipp

Die IQWiG-Bewertung weist darauf hin, dass unter der Therapie mit Sacituzumab Govitecan ein höheres Risiko für schwere gastrointestinale Toxizitäten und Neutropenien im Vergleich zur Standardchemotherapie besteht. Zudem wird bei Personen unter 65 Jahren ein vermehrtes Auftreten von Hauterkrankungen beschrieben.

Häufig gestellte Fragen

Der Wirkstoff wird bei erwachsenen Personen mit nicht resezierbarem oder metastasiertem triple-negativem Mammakarzinom (TNBC) eingesetzt. Voraussetzung ist laut IQWiG-Bericht eine Vorbehandlung mit mindestens zwei systemischen Therapien.

Die Bewertung stellt einen Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie fest. Dieser basiert maßgeblich auf einem signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben.

In der zugrundeliegenden ASCENT-Studie wurde die Therapie nach Maßgabe des Arztes (Treatment of Physician's Choice) gewählt. Für die Bewertung relevante Optionen waren Capecitabin, Eribulin oder Vinorelbin.

Die Daten zeigen einen höheren Schaden durch schwere gastrointestinale Toxizität, Neutropenie und Stoffwechselstörungen. Gleichzeitig treten jedoch insgesamt weniger schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) auf als unter der Vergleichstherapie.

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Quelle: IQWiG A21-154: Sacituzumab (Mammakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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