IQWiG2022Onkologie

Datenerhebung Fedratinib bei Myelofibrose: IQWiG-Konzept

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat ein Konzept für eine anwendungsbegleitende Datenerhebung (AbD) zu Fedratinib erstellt. Ziel ist die Vorbereitung einer Nutzenbewertung für Erwachsene mit primärer oder sekundärer Myelofibrose.

Die Zielgruppe umfasst Personen mit krankheitsbedingter Splenomegalie oder Symptomen, die nicht mit einem JAK-Inhibitor vorbehandelt sind. Eine allogene Stammzelltransplantation darf zum Therapiezeitpunkt nicht angezeigt sein.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde Ruxolitinib festgelegt. Da die bisherige Evidenz aus der JAKARTA-Studie aufgrund eines vorzeitigen Abbruchs und fehlender Vergleiche unzureichend ist, wird eine neue Datengrundlage benötigt.

Empfehlungen

Das Konzept formuliert folgende methodische Anforderungen an die Datenerhebung:

Datenquellen und Register

Laut Konzept eignet sich das GSG-MPN-Register potenziell als primäre Datenquelle für die Erhebung. Voraussetzung ist jedoch die Behebung bestehender Limitationen durch:

  • Erweiterung des Datensatzes um arzneistoffspezifische Dokumentationen und Confounder

  • Maßnahmen zur Sicherstellung der Datenqualität (Source Data Verification)

  • Deutliche Erhöhung der Einschlussquote und Ausweitung der rekrutierenden Zentren

Studiendesign und Dauer

Das Konzept empfiehlt eine vergleichende Registerstudie ohne Randomisierung. Die Datenerhebung sollte primär prospektiv erfolgen, wobei eine endpunktspezifische Erweiterung um retrospektive Daten geprüft werden kann.

Es wird eine Beobachtungszeit von mindestens 36 Monaten pro Person empfohlen. Dies begründet sich durch Hinweise, dass Ruxolitinib nach etwa drei Jahren an Wirksamkeit verlieren kann.

PICO-Kriterien

Für die Datenerhebung definiert das Konzept folgende Parameter:

KategorieDefinition laut IQWiG
PopulationErwachsene mit PMF, Post-PV-MF oder Post-ET-MF, Splenomegalie/Symptomen, JAK-Inhibitor-naiv, keine Indikation zur Stammzelltransplantation
InterventionFedratinib
KomparatorRuxolitinib
OutcomesMortalität, Morbidität, Symptomatik, Lebensqualität, Nebenwirkungen (inkl. Abbruchraten)

Statistische Auswertung

Für die Auswertung der nicht randomisierten Daten wird eine adäquate Adjustierung für Confounder gefordert. Das Konzept benennt die Propensity-Score-Methode als am besten geeigneten Ansatz.

Bei der Interpretation der Ergebnisse muss die mögliche Verzerrung berücksichtigt werden. Insbesondere wird die Verwendung von Schwellenwerten für Konfidenzintervalle (Test auf verschobene Nullhypothese) empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Interpretation von Registerdaten zu Fedratinib wird auf das hohe Verzerrungspotenzial nicht randomisierter Vergleiche hingewiesen. Das Konzept betont, dass eine verlässliche Nutzenbewertung nur möglich ist, wenn alle relevanten Confounder vorab identifiziert und durch Methoden wie den Propensity-Score adjustiert werden.

Häufig gestellte Fragen

Die JAKARTA-Studie wurde vorzeitig gestoppt und liefert keinen direkten Vergleich gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Ruxolitinib. Zudem wird die Beobachtungsdauer laut IQWiG als zu kurz eingestuft.

Das Konzept identifiziert das GSG-MPN-Register als potenzielle primäre Datenquelle. Dafür müssen jedoch der Datensatz erweitert und die Datenqualität durch Source Data Verification gesichert werden.

Es wird eine Beobachtungsdauer von mindestens 36 Monaten empfohlen. Dies ist notwendig, da die Vergleichstherapie Ruxolitinib nach etwa drei Jahren an Wirksamkeit verlieren kann.

Zu den relevanten Endpunkten zählen das Gesamtüberleben, die Reduktion der Symptomatik sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der Erfassung schwerer unerwünschter Ereignisse wie Infektionen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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