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Talazoparib bei Mammakarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-89 stellt ein Addendum zur Nutzenbewertung von Talazoparib dar. Bewertet wird der Einsatz als Monotherapie bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit BRCA1/2-Keimbahnmutation. Es handelt sich um ein HER2-negatives, lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Mammakarzinom.

Grundlage der Bewertung ist die randomisierte kontrollierte Studie EMBRACA. In dieser wird Talazoparib mit einer Chemotherapie nach ärztlicher Wahl verglichen.

Das Addendum bewertet vom pharmazeutischen Unternehmer nachgereichte Daten. Diese umfassen Baselinecharakteristika, Angaben zu Folgetherapien sowie eine Sensitivitätsanalyse zum Verzerrungspotenzial.

Empfehlungen

Studienpopulation und Vortherapien

Fast alle eingeschlossenen Patientinnen und Patienten erhielten zuvor eine anthrazyklin- und/oder taxanhaltige Therapie. Etwa ein Viertel war jedoch nicht mit beiden Wirkstoffklassen vorbehandelt.

Laut Bericht bleibt unklar, ob für diese Gruppe eine weitere Vortherapie geeignet gewesen wäre. Ähnliche Unklarheiten bestehen bezüglich endokriner Vortherapien im fortgeschrittenen Stadium bei hormonrezeptorpositiven Tumoren.

Methodische Bewertung

Die Bewertung identifiziert ein hohes endpunktübergreifendes Verzerrungspotenzial in der EMBRACA-Studie. Folgende methodische Aspekte werden kritisiert:

  • Asymmetrischer Studienabbruch vor der ersten Medikamentengabe (0,3 % unter Talazoparib vs. 12,3 % im Kontrollarm).

  • Fehlender Nachweis der Ähnlichkeit bei den gebildeten Personenpaaren in der Sensitivitätsanalyse.

  • Keine plausible Erklärung für die Mechanismen des Studienabbruchs.

Die vom Hersteller vorgelegte Sensitivitätsanalyse mittels multipler Imputation wird daher als methodisch unzureichend eingestuft.

Fazit zum Zusatznutzen

Die nachgereichten Daten ändern die ursprüngliche Einschätzung des Zusatznutzens nicht. Der Bericht formuliert folgendes Ergebnis im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie:

IndikationZweckmäßige VergleichstherapieAusmaß des Zusatznutzens
BRCA1/2-mutiertes, HER2-negatives MammakarzinomCapecitabin, Eribulin, Vinorelbin oder Anthrazyklin/TaxanAnhaltspunkt für beträchtlichen Zusatznutzen

Die Übertragbarkeit der Effekte auf Patientinnen und Patienten mit einem ECOG-PS von 2 oder schlechter bleibt unklar. In die Studie wurden fast ausschließlich Personen mit einem ECOG-PS von 0 oder 1 eingeschlossen.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Interpretation der Studiendaten zu Talazoparib wird auf die eingeschränkte Übertragbarkeit hingewiesen. Da fast alle untersuchten Personen einen ECOG-PS von 0 oder 1 aufwiesen, bleibt der Nutzen bei einem ECOG-PS von 2 oder schlechter unklar. Zudem wird vorausgesetzt, dass zuvor eine anthrazyklin- und/oder taxanhaltige Therapie erfolgte, sofern diese nicht ungeeignet war.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht sieht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen. Dies gilt für die Monotherapie bei BRCA-mutiertem, HER2-negativem, fortgeschrittenem Brustkrebs.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie diente eine Chemotherapie nach ärztlicher Wahl. Diese umfasste Capecitabin, Eribulin, Vinorelbin oder eine anthrazyklin- beziehungsweise taxanhaltige Therapie.

Die häufigste antineoplastische Folgetherapie in beiden Studienarmen war Carboplatin. Im Chemotherapiearm kamen zudem häufig Gemcitabin und Olaparib zum Einsatz.

Laut Bewertung brachen im Kontrollarm deutlich mehr Personen die Studie vor der ersten Medikamentengabe ab als im Talazoparib-Arm. Die vom Hersteller vorgelegten Sensitivitätsanalysen konnten diese methodische Schwäche nicht ausreichend ausgleichen.

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Quelle: IQWiG A20-89: Talazoparib (Mammakarzinom) - Addendum zum Auftrag A20-48 (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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