Nivolumab & Ipilimumab bei Melanom: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A18-40 aus dem Jahr 2018 bewertet den Zusatznutzen der Kombinationstherapie aus Nivolumab und Ipilimumab. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene, nicht vorbehandelte Personen mit fortgeschrittenem (nicht resezierbarem oder metastasiertem) Melanom.
Spezifisch wird die Subgruppe der Betroffenen mit einem BRAF-V600-Wildtyp-Tumor (BRAF-V600-wt) betrachtet. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eine Monotherapie mit Nivolumab oder Pembrolizumab festgelegt.
Der pharmazeutische Unternehmer wählte für den Vergleich die Nivolumab-Monotherapie. Die Datengrundlage der Bewertung bilden primär die randomisierten kontrollierten Studien CA209-067 und CA209-038.
Empfehlungen
Die Nutzenbewertung des IQWiG formuliert folgende Kernaussagen zum Vergleich der Kombinationstherapie mit der Nivolumab-Monotherapie:
Gesamtüberleben und Symptomatik
Laut Bericht zeigt sich beim Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Kombinationstherapie und der Monotherapie. Ein Zusatznutzen ist für diesen Endpunkt nicht belegt.
Bezüglich der Symptomatik (gemessen mit dem EORTC QLQ-C30) ergeben sich folgende Resultate:
-
Kein Zusatznutzen für Fatigue, Übelkeit, Schmerz, Dyspnoe, Schlaflosigkeit, Appetitminderung und Diarrhö.
-
Bei Obstipation zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zuungunsten der Kombination, dessen Ausmaß jedoch als geringfügig eingestuft wird.
Gesundheitsbezogene Lebensqualität
Die Auswertung der Funktionsskalen zur Lebensqualität zeigt für die meisten Bereiche keinen signifikanten Unterschied.
Für die kognitive Funktion wird jedoch ein statistisch signifikanter Unterschied zuungunsten von Nivolumab plus Ipilimumab beschrieben. Daraus leitet die Bewertung einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen der Kombinationstherapie ab.
Nebenwirkungen und Therapieabbrüche
Die Auswertung der unerwünschten Ereignisse (UEs) zeigt deutliche Nachteile für die Kombinationstherapie. Es ergeben sich Hinweise auf einen höheren Schaden durch Nivolumab plus Ipilimumab in folgenden Kategorien:
-
Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs).
-
Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE Grad 3–4).
-
Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen.
Gesamtfazit zum Zusatznutzen
In der zusammenfassenden Betrachtung stellt der Bericht ausschließlich negative Effekte in den Kategorien gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen fest. Demzufolge ergibt sich für nicht vorbehandelte Personen mit BRAF-V600-wt-Tumor kein Zusatznutzen der Kombinationstherapie gegenüber der Nivolumab-Monotherapie.
Dosierung
Die im Bericht bewerteten Studien verwendeten unterschiedliche Dosierungsschemata für die Kombinations- und Monotherapie. Die Behandlung erfolgte bis zur Progression oder dem Auftreten inakzeptabler Toxizitäten.
| Therapiearm | Induktionsphase (12 Wochen) | Erhaltungsphase |
|---|---|---|
| Nivolumab + Ipilimumab | Nivolumab 1 mg/kg (alle 3 Wochen) + Ipilimumab 3 mg/kg (alle 3 Wochen) | Nivolumab 3 mg/kg (alle 2 Wochen) |
| Nivolumab Monotherapie | Nivolumab 3 mg/kg (alle 2 Wochen) | Nivolumab 3 mg/kg (alle 2 Wochen) |
💡Praxis-Tipp
Laut der IQWiG-Bewertung bietet die Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab bei nicht vorbehandelten Personen mit BRAF-V600-Wildtyp-Melanom keinen Überlebensvorteil gegenüber der Nivolumab-Monotherapie. Gleichzeitig wird auf eine signifikant höhere Rate an schweren Nebenwirkungen und Therapieabbrüchen unter der Kombinationstherapie hingewiesen. Es wird daher nahegelegt, das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Kombinationstherapie in dieser spezifischen Subgruppe besonders kritisch gegenüber der Monotherapie abzuwägen.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht stellt fest, dass es beim Gesamtüberleben keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen der Kombinationstherapie und der Nivolumab-Monotherapie gibt. Ein Zusatznutzen ist in dieser Patientengruppe nicht belegt.
Laut Bewertung führt die Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab zu signifikant mehr schwerwiegenden und schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE Grad 3–4). Zudem kommt es unter der Kombination häufiger zu Therapieabbrüchen aufgrund von Toxizitäten.
In der Kombinationstherapie wird Nivolumab in der 12-wöchigen Induktionsphase mit 1 mg/kg Körpergewicht alle 3 Wochen dosiert. Dies unterscheidet sich von der Monotherapie, bei der von Beginn an 3 mg/kg alle 2 Wochen verabreicht werden.
Die Auswertung zeigt für die meisten Funktionsskalen keinen Unterschied zur Monotherapie. Bei der kognitiven Funktion gibt es jedoch laut Bericht einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen unter der Kombinationstherapie.
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Quelle: IQWiG A18-40: Nivolumab (Melanom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Ablauf Befristung) (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.