IQWiG2011Onkologie

Surrogatparameter in der Onkologie: IQWiG-Bericht

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2011)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Rapid-Report A10-05 aus dem Jahr 2011 untersucht die Aussagekraft von Surrogatendpunkten in der Onkologie. Ziel war es, methodische Empfehlungen für die Validierung solcher Endpunkte für die Nutzenbewertung abzuleiten.

Die Untersuchung erfolgte beispielhaft anhand der Krankheitsbilder Darmkrebs und Brustkrebs. Dabei wurde geprüft, inwieweit Parameter des Tumoransprechens als valide Surrogate für das Gesamtüberleben der Betroffenen dienen können.

Surrogatparameter werden in klinischen Studien häufig genutzt, um patientenrelevante Endpunkte früher abschätzen zu können. Der Bericht liefert einen Algorithmus zur strukturierten Bewertung der Ergebnissicherheit dieser Parameter.

Empfehlungen

Der Bericht definiert klare methodische Anforderungen an die Validierung von Surrogatendpunkten. Eine Validierung ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch eine systematische Datengrundlage.

Grundsätze der Surrogatvalidierung

Laut Bericht besteht internationaler Konsens über folgende methodische Prinzipien:

  • Der alleinige Nachweis einer Korrelation zwischen Surrogat und klinischem Endpunkt ist zur Validierung nicht ausreichend.

  • Die Validität ist meist krankheits- und interventionsspezifisch und lässt sich nicht ohne Weiteres auf andere Situationen übertragen.

  • Zur Validierung wird vorzugsweise eine Meta-Analyse mehrerer randomisierter Studien mit ausreichender Ergebnissicherheit benötigt.

  • Zur Festlegung von Schwellenwerten für den Entscheidungsprozess wird das Konzept des Surrogate Threshold Effects (STE) als hilfreich eingestuft.

Bewertung bei Darm- und Brustkrebs

Die analysierten Validierungsstudien zu Darm- und Brustkrebs zeigten laut IQWiG insgesamt eine niedrige Aussagesicherheit. Die Validität der Parameter des Tumoransprechens für das Gesamtüberleben blieb in der Bewertung unklar.

Als Hauptmängel der bisherigen Studien nennt der Bericht:

  • Fehlende interventionsspezifische Auswertungen.

  • Vermischung verschiedener Indikationen oder Schweregrade ohne Untersuchung der Heterogenität.

  • Unsystematische Zusammenstellung der zugrunde liegenden Datenbasis.

Algorithmus zur Nutzenbewertung

Es wird ein zweistufiges Vorgehen vorgeschlagen. Zunächst muss die Validität des Surrogats beurteilt werden, bevor Schlussfolgerungen für patientenrelevante Endpunkte (PEP) gezogen werden können.

Abhängig von der Aussagesicherheit der Validierungsstudien und der Korrelation (R) ergeben sich laut Bericht folgende maximale Evidenzstufen für den patientenrelevanten Endpunkt:

Aussagesicherheit der ValidierungsstudieKorrelation (R)Maximale Evidenzstufe für PEP
HochHoch (≥ 0,85)Beleg
EingeschränktHoch (≥ 0,85)Hinweis
MäßigHoch oder MittelAnhaltspunkt
NiedrigUnabhängigKein Beleg
Hoch oder EingeschränktNiedrig (≤ 0,7)Kein Beleg (Surrogat nicht valide)
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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler bei der Interpretation klinischer Studien ist die unkritische Übertragung von Surrogatendpunkten auf andere Indikationen oder Therapien. Der Bericht betont, dass die Validität eines Surrogats stets krankheits- und interventionsspezifisch geprüft werden muss. Eine hohe Korrelation in einer Studie rechtfertigt nicht automatisch die Annahme eines patientenrelevanten Nutzens in einem anderen klinischen Kontext.

Häufig gestellte Fragen

Das Konzept des Surrogate Threshold Effects (STE) dient der Festlegung von Schwellenwerten. Laut IQWiG hilft es bei der Entscheidung, ob ein beobachteter Effekt auf das Surrogat mit ausreichender Sicherheit mit einem Effekt auf den klinischen Endpunkt einhergeht.

Nein, der Bericht stellt klar, dass der alleinige Nachweis einer Korrelation zwischen Surrogat und klinischem Endpunkt nicht ausreicht. Es werden umfangreiche Daten, vorzugsweise aus Meta-Analysen randomisierter Studien, benötigt.

Die vorliegende Auswertung des IQWiG stuft die Validität von Parametern des Tumoransprechens für das Gesamtüberleben bei Brust- und Darmkrebs als unklar ein. Grund dafür ist die niedrige Aussagesicherheit der bisherigen Validierungsstudien.

Wenn die Validierungsstudien nur eine niedrige Aussagesicherheit aufweisen, kann aus dem Surrogatendpunkt grundsätzlich kein Beleg für einen patientenrelevanten Effekt abgeleitet werden. Bei mäßiger Sicherheit der Validierungsstudien sind maximal Anhaltspunkte möglich.

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Quelle: IQWiG A10-05: Aussagekraft von Surrogatparametern in der Onkologie (Rapid Report) (IQWiG, 2011). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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