Intrapartale Betreuung: Leitlinie zur Geburtsbegleitung
Hintergrund
Die Leitlinie der WHO zur Implementierung des Labour Care Guides (LCG) stellt ein umfassendes Ressourcenpaket zur Verfügung. Der LCG ersetzt das bisherige modifizierte WHO-Partogramm und integriert aktuelle evidenzbasierte Empfehlungen zur intrapartalen Betreuung.
Ziel ist es, die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit der Versorgung von Mutter und Neugeborenem während der Geburt zu verbessern. Dabei wird ein besonderer Fokus auf eine respektvolle Betreuung und die Vermeidung unnötiger medizinischer Interventionen gelegt.
Laut Leitlinie fördert der LCG die gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Gesundheitspersonal und Gebärenden. Er unterstützt die frühzeitige Erkennung von Komplikationen und trägt dazu bei, die Mütter- und Neugeborenensterblichkeit weltweit zu senken.
Empfehlungen
Die Leitlinie empfiehlt einen strukturierten Ansatz zur Einführung des Labour Care Guides, der auf sieben Kernaktionen basiert.
Vorbereitung und Planung
Es wird empfohlen, zunächst die Unterstützung durch Führungskräfte auf nationaler Ebene zu sichern. Die Leitlinie rät zur Gründung einer interprofessionellen Steuerungsgruppe.
Zudem wird eine umfassende Situationsanalyse der bestehenden intrapartalen Versorgungspraktiken empfohlen. Darauf basierend sollte ein kontextspezifischer Implementierungsplan entwickelt werden.
Ressourcen und Kapazitätsaufbau
Laut Leitlinie ist die Sicherstellung der grundlegenden Infrastruktur und der Ressourcen essenziell. Dazu gehören:
-
Ausreichend geschultes Gesundheitspersonal rund um die Uhr
-
Funktionierende Geräte zur Überwachung der fetalen Herzfrequenz (z. B. Doppler oder Pinard-Stethoskop)
-
Materialien zur Blutdruckmessung und Temperaturkontrolle
-
Räumlichkeiten, die Privatsphäre und die Anwesenheit einer Begleitperson ermöglichen
Es wird empfohlen, das Personal durch zielgerichtete Schulungen und kontinuierliches Mentoring auf die Nutzung des LCG vorzubereiten.
Überwachung und Skalierung
Die Leitlinie empfiehlt die kontinuierliche Messung der Versorgungsqualität durch klinische Audits. Die gesammelten Daten sollen genutzt werden, um den Implementierungsprozess im Rahmen von Plan-Do-Study-Act-Zyklen (PDSA) stetig zu verbessern.
Für eine nachhaltige Skalierung wird geraten, die Strategien basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen kontinuierlich anzupassen.
Reifegradmodell der Implementierung
Die Leitlinie beschreibt fünf Reifegrade, um den Fortschritt der LCG-Implementierung zu bewerten:
| Reifegrad | Beschreibung | Kernaktivitäten |
|---|---|---|
| Level 1 | Bewusstsein schaffen & LCG anpassen | Vorbereitung der Implementierung, Situationsanalyse und lokale Anpassung des LCG. |
| Level 2 | Transformative Praktiken implementieren | Schulung der Anwender und Ersatz des alten Partogramms durch den LCG. |
| Level 3 | Nutzung konsolidieren | Nachhaltige Verankerung des LCG und Nutzung der Daten für klinische Audits. |
| Level 4 | Zusätzliche Maßnahmen einführen | Umsetzung weiterer intrapartaler Empfehlungen für ein positives Geburtserlebnis. |
| Level 5 | Kontinuierliche Qualitätsverbesserung | Laufendes Monitoring, Supervision und Entwicklung innovativer Lösungsansätze. |
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie erfordert die Einführung des Labour Care Guides mehr als nur den Wechsel zu einem neuen Dokumentationsformat. Es wird betont, dass ein Perspektivenwechsel hin zu einer personenzentrierten Betreuung und einer gemeinsamen Entscheidungsfindung mit der Gebärenden entscheidend für den klinischen Erfolg ist.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie beschreibt den LCG als ganzheitliches Instrument, das nicht nur den Geburtsfortschritt, sondern auch das emotionale und physische Wohlbefinden der Frau in den Fokus rückt. Er fördert evidenzbasierte Interventionen und zielt auf ein positives Geburtserlebnis ab.
Laut Leitlinie dokumentiert der LCG spezifische Aspekte der unterstützenden Betreuung. Dazu zählen die Anwesenheit einer Begleitperson, die Schmerzlinderung, die orale Flüssigkeitsaufnahme sowie die Mobilität und Gebärposition der Frau.
Die Leitlinie gibt an, dass die fetale Herzfrequenz in der Eröffnungsphase alle 30 Minuten dokumentiert werden sollte. In der Austrittsphase wird eine Überwachung alle 5 Minuten empfohlen.
Es wird empfohlen, grundlegende Instrumente wie Geräte zur fetalen Herztonüberwachung und zur Blutdruckmessung bereitzustellen. Zudem betont die Leitlinie die Notwendigkeit von geschultem Personal und Räumlichkeiten, die Privatsphäre gewährleisten.
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Quelle: WHO labour care guide: implementation resource package (WHO, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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