Intraaortale Ballonpumpe (IABP): Indikation & Evidenz
Hintergrund
Die intraaortale Ballonpumpe (IABP) ist ein mechanisches Kreislaufunterstützungssystem, das zur temporären hämodynamischen Stabilisierung eingesetzt wird. Laut der StatPearls-Zusammenfassung senkt die IABP die Nachlast und erhöht den diastolischen Aortendruck.
Dies führt theoretisch zu einer verbesserten Durchblutung der peripheren Organe und Koronarien sowie zu einer Reduktion des myokardialen Sauerstoffbedarfs. Der Ballon wird synchron zur Herzaktion während der Diastole aufgeblasen und vor der Systole entleert.
Obwohl neuere perkutane mechanische Kreislaufunterstützungssysteme (pMCS) eine stärkere hämodynamische Wirkung zeigen, zeichnet sich die IABP durch ein geringeres Blutungsrisiko und eine einfachere Handhabung aus. Die Evidenzlage bezüglich eines Mortalitätsvorteils ist jedoch bei vielen Indikationen im Wandel.
Empfehlungen
Der Text beschreibt verschiedene Szenarien für den Einsatz der IABP. Die Leitlinie nennt folgende Hauptindikationen:
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Akute Herzinsuffizienz mit Exazerbation und Hypotension
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Prophylaxe oder Zusatztherapie bei Hochrisiko-PCI
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Myokardinfarkt mit reduzierter linksventrikulärer Funktion und Hypotension
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Myokardinfarkt mit mechanischen Komplikationen (z. B. Papillarmuskelabriss, Ventrikelseptumdefekt)
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Low-Cardiac-Output-Syndrom nach aortokoronarer Bypass-Operation (CABG)
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Überbrückungstherapie bei refraktärer Herzinsuffizienz oder therapierefraktären ventrikulären Arrhythmien
Evidenzlage beim kardiogenen Schock
Die Empfehlungen zum routinemäßigen Einsatz beim kardiogenen Schock nach akutem Myokardinfarkt (AMI) haben sich aufgrund der IABP-SHOCK-II-Studie geändert. Es wird kein Mortalitätsvorteil durch den routinemäßigen Einsatz der IABP bei AMI-Patienten ohne mechanische Komplikationen beschrieben.
Die europäischen Leitlinien raten von einem routinemäßigen Einsatz in dieser Patientengruppe ab. Bei mechanischen Komplikationen des Myokardinfarkts wird die IABP jedoch weiterhin zur hämodynamischen Stabilisierung bis zur chirurgischen Versorgung empfohlen (Klasse-IIa-Empfehlung).
Vergleich mit anderen Unterstützungssystemen
Der Text vergleicht die IABP mit neueren perkutanen mechanischen Kreislaufunterstützungssystemen (pMCS). Es wird hervorgehoben, dass pMCS zwar hämodynamisch überlegen sind, aber höhere Komplikationsraten aufweisen.
| System | Hämodynamische Unterstützung | Mortalitätsvorteil (30 Tage) | Blutungsrisiko |
|---|---|---|---|
| IABP | Moderat | Keiner (vs. Kontrolle) | Geringer |
| pMCS (z.B. Impella) | Hoch | Keiner (vs. IABP) | Höher |
Monitoring und Management
Es wird eine tägliche Röntgen-Thorax-Kontrolle zur Überprüfung der Katheterspitze empfohlen. Die korrekte Position liegt distal der linken Arteria subclavia und proximal der Nierenarterienabgänge.
Zudem wird eine engmaschige Überwachung der peripheren Pulse, des Hämoglobinwertes und der Nierenfunktion angeraten. Bei Verdacht auf eine Heliumleckage sollte die IABP sofort gestoppt und die betroffene Person in Kopftieflage gebracht werden.
Kontraindikationen
Der Text nennt folgende absolute und relative Kontraindikationen für die Einlage einer IABP:
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Unkontrollierte Sepsis
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Unkontrollierte Blutungsneigung (Diathese)
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Moderate bis schwere Aortenklappeninsuffizienz
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Aortenaneurysma oder Aortendissektion
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Schwere periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), sofern nicht zuvor mit einer Stent-Einlage behandelt
💡Praxis-Tipp
Ein kritischer Aspekt bei der Betreuung von Personen mit IABP ist die strikte Bettruhe mit minimaler Bewegung der betroffenen unteren Extremität. Eine Beugung des Beins kann zur Migration des Ballons führen. Eine Dislokation nach proximal birgt das Risiko einer Ischämie der linken oberen Extremität oder eines Schlaganfalls, während eine Migration nach distal die Nierenarterien verlegen und ein akutes Nierenversagen auslösen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls wird die IABP beim akuten Myokardinfarkt vor allem bei mechanischen Komplikationen wie einem Ventrikelseptumdefekt oder einer akuten Mitralklappeninsuffizienz empfohlen. Ein routinemäßiger Einsatz beim kardiogenen Schock ohne mechanische Komplikationen wird aufgrund fehlender Mortalitätsvorteile nicht mehr empfohlen.
Die korrekte Position der Katheterspitze befindet sich distal des Abgangs der linken Arteria subclavia und proximal der Nierenarterien. Im Röntgen-Thorax dient die Bifurkation der Trachea (Carina) als Orientierungspunkt, wobei die Spitze etwa 2 cm oberhalb der Carina liegen sollte.
Ein Heliumleck weist auf eine Ballonruptur hin und birgt das Risiko eines akuten embolischen Schlaganfalls. Es wird empfohlen, die Gaszufuhr sofort zu stoppen, die Pumpe abzuschalten und die betroffene Person in die Trendelenburg-Position (Kopftieflage) zu bringen.
Zu den häufigsten Komplikationen zählen Blutungen an der Punktionsstelle und Ischämien der betroffenen Extremität. Risikofaktoren für vaskuläre Komplikationen sind unter anderem weibliches Geschlecht, periphere arterielle Verschlusskrankheit und ein Alter über 75 Jahre.
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Quelle: StatPearls: Intra-Aortic Balloon Pump (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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