Prolonged-Infusion Beta-Laktame: Leitlinie (ACCP/IDSA)
📋Auf einen Blick
- •Beta-Laktame wirken zeitabhängig bakterizid (Zeit über der minimalen Hemmkonzentration, MIC).
- •Verlängerte Infusionen (kontinuierlich oder erweitert) maximieren die Zeit über der MIC.
- •Die Leitlinie bietet Konsensempfehlungen für PK/PD-Ziele und therapeutisches Drug-Monitoring (TDM).
Hintergrund
Intravenöse Beta-Laktam-Antibiotika sind ein Grundpfeiler in der Behandlung bakterieller Infektionen. Sie zeichnen sich durch ein breites Wirkspektrum und eine hervorragende Verträglichkeit aus.
Ihre bakterizide Aktivität ist zeitabhängig. Die Reduktion der Bakterienlast korreliert direkt mit der Zeitspanne, in der die freie Wirkstoffkonzentration während des Dosierungsintervalls über der minimalen Hemmkonzentration (MIC) des Erregers liegt.
Rationale für verlängerte Infusionen
Um die bakteriziden Eigenschaften optimal zu nutzen und die Zeit über der MIC zu verlängern, können Beta-Laktame als verlängerte Infusionen (Prolonged Infusions, PI) verabreicht werden. Dies umfasst:
- Erweiterte Infusionen (Extended Infusions)
- Kontinuierliche Infusionen (Continuous Infusions)
Inhalte der Konsensleitlinie
Die internationale Expertenkommission aus klinischer Pharmazie und Medizin liefert Konsensempfehlungen zu folgenden Bereichen:
- Pharmakokinetische (PK) und pharmakodynamische (PD) Ziele
- Überlegungen zum Therapeutischen Drug-Monitoring (TDM)
Die Empfehlungen zur Anwendung von Prolonged-Infusion Beta-Laktamen richten sich an spezifische Patientenpopulationen:
| Patientenpopulation | Anwendungsbereich |
|---|---|
| Schwer kranke Erwachsene | Zielgruppe für PI-Therapie |
| Nicht schwer kranke Erwachsene | Zielgruppe für PI-Therapie |
| Pädiatrische Patienten | Zielgruppe für PI-Therapie |
| Adipöse Patienten | Zielgruppe für PI-Therapie |
💡Praxis-Tipp
Nutzen Sie verlängerte oder kontinuierliche Infusionen bei Beta-Laktamen, um die Zeit über der minimalen Hemmkonzentration (MIC) zu maximieren.