StatPearls2026

Hypertyrosinämie: Diagnostik, Nitisinon und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Tyrosin ist eine essenzielle Aminosäure für die Synthese von Katecholaminen, Schilddrüsenhormonen und Melanin. Eine Hypertyrosinämie entsteht durch Störungen im Tyrosin-Metabolismus, die entweder erworben oder genetisch bedingt sind.

Die erworbenen Formen, wie die transiente Tyrosinämie des Neugeborenen, sind oft vorübergehend und asymptomatisch. Hereditäre Formen (Typ 1, 2 und 3) sind hingegen schwerwiegender und können unbehandelt zu Leberversagen, Nierenschäden oder neurologischen Krisen führen.

Laut der StatPearls-Leitlinie manifestieren sich Symptome meist erst ab einem Serum-Tyrosinspiegel von über 500 Mikromol/L. In vielen Ländern ermöglicht das Neugeborenenscreening eine frühzeitige Diagnose, was für die Prognose und das Überleben der betroffenen Kinder entscheidend ist.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Einteilung, Diagnostik und Therapie der Hypertyrosinämie:

Klassifikation der hereditären Formen

TypEnzymdefektKlinische HauptmerkmaleDiagnostischer Marker
Hereditäre Tyrosinämie Typ 1 (HT1)Fumarylacetoacetat-Hydrolase (FAH)Leberversagen, Nieren-Fanconi-Syndrom, KohlgeruchSuccinylaceton (SA) im Urin/Blut
Hereditäre Tyrosinämie Typ 2 (HT2)Tyrosin-Aminotransferase (TAT)Hornhautulzera, hyperkeratotische PlaquesTyrosin >1000 µmol/L
Hereditäre Tyrosinämie Typ 3 (HT3)4-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase (HPD)Ataxie, Krampfanfälle, intellektuelle EinschränkungTyrosin <500 µmol/L

Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt bei klinischem Verdacht oder auffälligem Neugeborenenscreening spezifische Bestätigungstests. Für HT1 wird die Bestimmung von Succinylaceton (SA) sowie von Alpha-Fetoprotein (AFP), Leberwerten und dem Gerinnungsstatus empfohlen.

Zusätzlich wird eine Ultraschalluntersuchung von Leber und Nieren angeraten. Bei Knotenbildung in der Leber sollte gemäß Leitlinie eine erweiterte Bildgebung, bevorzugt ein MRT, erfolgen.

Therapie

Die therapeutischen Maßnahmen richten sich nach der zugrundeliegenden Ätiologie:

  • Bei Verdacht auf HT1 wird ein sofortiger Therapiebeginn mit Nitisinon und einer tyrosin- sowie phenylalaninarmen Diät empfohlen, ohne auf Bestätigungstests zu warten.

  • Für HT2 und HT3 empfiehlt die Leitlinie primär eine diätetische Restriktion von Tyrosin und Phenylalanin.

  • Bei HT2 kann laut Leitlinie zusätzlich eine Vitamin-C-Supplementierung von Nutzen sein.

  • Eine Lebertransplantation wird für Patienten mit HT1 empfohlen, die auf die medikamentöse Therapie nicht ansprechen oder ein hepatozelluläres Karzinom entwickeln.

Monitoring

Es wird ein langfristiges Monitoring mittels serieller Messungen von Plasma-Aminosäuren, SA-Spiegeln, Leber- und Nierenfunktion sowie AFP empfohlen. Zudem rät die Leitlinie zu einem großen Blutbild und einer jährlichen Bildgebung des Abdomens.

Da Nitisinon den Tyrosinspiegel erhöht, wird eine strenge Überwachung der Diät sowie gegebenenfalls eine Phenylalanin-Supplementierung empfohlen. Dies dient laut Leitlinie dazu, neurologischen Defiziten durch einen Phenylalanin-Mangel vorzubeugen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender Hinweis der Leitlinie ist, dass bei klinischem Verdacht auf eine hereditäre Tyrosinämie Typ 1 (HT1) die Therapie mit Nitisinon und einer speziellen Diät sofort begonnen werden sollte. Es wird explizit davor gewarnt, auf die Ergebnisse der Bestätigungstests zu warten, da die Erkrankung unbehandelt einen fulminanten und lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie betrifft Typ 1 vor allem Leber und Nieren und kann zu Leberversagen führen. Typ 2 spart diese Organe aus und manifestiert sich stattdessen durch Augenbeteiligung (Hornhautkristalle) und Hautläsionen (hyperkeratotische Plaques).

Die Leitlinie beschreibt erhöhte Werte von Succinylaceton (SA) in Blut oder Urin als pathognomonisch für die hereditäre Tyrosinämie Typ 1. Dieser Marker wird auch im Neugeborenenscreening genutzt.

Es wird berichtet, dass einige Patienten unter Nitisinon eine transiente Neutropenie und Thrombozytopenie entwickeln können. Zudem kann der medikamentös erhöhte Tyrosinspiegel bei unzureichender Diät zu Hornhautulzera führen.

Die transiente Tyrosinämie des Neugeborenen ist laut Leitlinie die häufigste Ursache im klinischen Alltag. Sie ist meist asymptomatisch, resultiert aus einer Leberunreife und normalisiert sich innerhalb weniger Wochen von selbst.

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Quelle: StatPearls: Hypertyrosinemia (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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