NICE2026Gynäkologie

Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen: Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG133 behandelt die Diagnostik und das Management von Bluthochdruckerkrankungen während der Schwangerschaft, der Geburt und im Wochenbett. Sie umfasst chronische Hypertonie, Schwangerschaftshypertonie und Präeklampsie.

Hypertensive Erkrankungen betreffen etwa acht bis zehn Prozent aller schwangeren Frauen. Sie sind mit erheblichen Komplikationen für Mutter und Kind verbunden, einschließlich Frühgeburten und einem erhöhten langfristigen kardiovaskulären Risiko.

Ziel der Leitlinie ist es, durch standardisierte Behandlungsansätze die mütterliche und perinatale Morbidität und Mortalität weiter zu senken. Zudem wird die Wichtigkeit einer strukturierten Nachsorge zur Reduktion zukünftiger kardiovaskulärer Risiken betont.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:

Prophylaxe

Schwangeren mit hohem Risiko für eine Präeklampsie wird die tägliche Einnahme von 75 mg bis 150 mg Aspirin ab der 12. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt empfohlen. Ein hohes Risiko besteht laut Leitlinie unter anderem bei chronischer Hypertonie, chronischer Nierenerkrankung, Diabetes mellitus oder einer hypertensiven Erkrankung in einer früheren Schwangerschaft.

Bei Vorliegen von mehr als einem moderaten Risikofaktor wird ebenfalls eine Aspirin-Prophylaxe empfohlen. Zu den moderaten Faktoren zählen:

  • Nulliparität

  • Alter von 40 Jahren oder älter

  • Schwangerschaftsintervall von mehr als 10 Jahren

  • Body-Mass-Index (BMI) von 35 kg/m² oder mehr beim ersten Besuch

  • Familienanamnese für Präeklampsie

  • Mehrlingsschwangerschaft

Diagnostik der Proteinurie

Für das Screening auf Proteinurie in der Sekundärversorgung wird ein automatisiertes Teststreifen-Lesegerät empfohlen. Bei einem positiven Ergebnis (1+ oder mehr) sollte die Proteinurie mittels Albumin-Kreatinin-Quotient (ACR) oder Protein-Kreatinin-Quotient (PCR) quantifiziert werden.

Die Leitlinie rät von der routinemäßigen Verwendung von 24-Stunden-Urin-Sammelproben ab. Als Schwellenwerte für eine signifikante Proteinurie gelten ein PCR von 30 mg/mmol oder ein ACR von 8 mg/mmol.

Therapie der Hypertonie

Bei schwangeren Frauen mit chronischer oder gestationsbedingter Hypertonie wird eine medikamentöse Therapie ab einem anhaltenden Blutdruck von 140/90 mmHg empfohlen. Der Zielblutdruck unter Therapie liegt bei 135/85 mmHg.

Als Erstlinientherapie wird Labetalol empfohlen. Alternativen sind:

  • Nifedipin, falls Labetalol nicht geeignet ist

  • Methyldopa, falls Labetalol und Nifedipin nicht geeignet sind

Management der Präeklampsie

Bei Verdacht auf Präeklampsie zwischen der 20. und 36. Schwangerschaftswoche wird ein Test auf Basis des Plazentawachstumsfaktors (PLGF) empfohlen. Zur Risikoeinschätzung können die validierten Modelle fullPIERS oder PREP-S herangezogen werden.

Bei schwerer Präeklampsie oder Eklampsie in der Intensivmedizin wird die intravenöse Gabe von Magnesiumsulfat zur Krampfprophylaxe oder -therapie empfohlen. Diazepam oder Phenytoin sollen nicht als Alternative verwendet werden.

Postpartales Management

Frauen mit Hypertonie können laut Leitlinie stillen, da die meisten Antihypertensiva nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch übergehen. Als Mittel der Wahl im Wochenbett wird Enalapril empfohlen.

Bei Frauen mit schwarzafrikanischer oder karibischer Familienherkunft sollte postpartal bevorzugt Nifedipin oder Amlodipin eingesetzt werden. Methyldopa sollte innerhalb von zwei Tagen nach der Geburt abgesetzt und durch eine Alternative ersetzt werden.

Dosierung

Blutdruckziele in der Schwangerschaft

IndikationSchwellenwert für TherapiebeginnZielblutdruck
Chronische Hypertonie≥ 140/90 mmHg≤ 135/85 mmHg
Gestationshypertonie≥ 140/90 mmHg≤ 135/85 mmHg
Präeklampsie≥ 140/90 mmHg≤ 135/85 mmHg

Magnesiumsulfat-Schema bei schwerer Präeklampsie/Eklampsie

IndikationDosierungDauer
Ladedosis4 g intravenös über 5 bis 15 MinutenEinmalig
Erhaltungsdosis1 g/Stunde als Infusion24 Stunden (oder 24 Stunden nach letztem Krampfanfall)
Rezidivierende Krampfanfälle2 bis 4 g intravenös über 5 bis 15 MinutenEinmalig bei Bedarf

Zeitpunkt der Entbindung bei Präeklampsie

SchwangerschaftswocheEmpfehlung zur Entbindung
Vor 34 WochenÜberwachung fortsetzen, außer bei Indikationen für geplante frühe Entbindung
34 bis 36+6 WochenÜberwachung fortsetzen, außer bei Indikationen für geplante frühe Entbindung
Ab 37 WochenEntbindung innerhalb von 24 bis 48 Stunden einleiten

Kontraindikationen

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARBs) sind in der Schwangerschaft aufgrund eines erhöhten Risikos für angeborene Fehlbildungen kontraindiziert und sollten bei Eintritt einer Schwangerschaft abgesetzt werden.

Thiazide und thiazidartige Diuretika können das Risiko für angeborene Fehlbildungen und neonatale Komplikationen erhöhen.

Zur Prävention hypertensiver Erkrankungen sollen Stickstoffmonoxid-Donatoren, Progesteron, Diuretika und niedermolekulares Heparin nicht verwendet werden.

Dexamethason oder Betamethason sollen nicht zur Behandlung des HELLP-Syndroms eingesetzt werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, die Diagnose einer Präeklampsie ausschließlich auf einen einzelnen Proteinurie-Wert zu stützen. Es wird empfohlen, Proteinurie-Messungen immer im Kontext einer vollständigen klinischen Untersuchung zu interpretieren und bei Werten knapp über dem Schwellenwert (PCR ≥ 30 mg/mmol oder ACR ≥ 8 mg/mmol) eine erneute Testung zu erwägen, um Überdiagnosen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt Labetalol als Erstlinientherapie. Als Alternativen können Nifedipin oder Methyldopa eingesetzt werden, abhängig von Nebenwirkungen und Präferenzen der Frau.

Das allgemeine Risiko für das erneute Auftreten einer hypertensiven Schwangerschaftserkrankung liegt bei etwa 1 zu 5 (20 Prozent). Bei einer Präeklampsie, die zu einer Geburt vor der 34. Woche führte, steigt das Risiko auf etwa 1 zu 3 (33 Prozent).

Ja, es wird betont, dass blutdrucksenkende Medikamente das Stillen nicht ausschließen. Die meisten Antihypertensiva gehen nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über, wobei Enalapril postpartal als Mittel der Wahl empfohlen wird.

Ab der 37. Schwangerschaftswoche wird eine Entbindung innerhalb von 24 bis 48 Stunden empfohlen. Vor der 37. Woche sollte die Schwangerschaft unter strenger Überwachung fortgesetzt werden, sofern keine schweren mütterlichen oder fetalen Komplikationen auftreten.

Schwangeren mit hohem oder mehrfachem moderaten Risiko wird die tägliche Einnahme von 75 bis 150 mg Aspirin empfohlen. Die Einnahme sollte ab der 12. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt erfolgen.

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Quelle: Hypertension in pregnancy (NICE, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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