StatPearls2026

Hornhautulkus: Diagnostik, Therapie & Erregerspektrum

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Ein Hornhautulkus (Corneal Ulcer) ist ein Defekt des Hornhautepithels mit Beteiligung des darunterliegenden Stromas. Es handelt sich um einen potenziell visusbedrohenden augenärztlichen Notfall, der mit Gewebeeinschmelzung, Infiltration und Nekrose einhergehen kann.

Die häufigste Ursache sind bakterielle Infektionen, die oft durch das Tragen von Kontaktlinsen oder okuläre Traumata begünstigt werden. Weitere Ätiologien umfassen virale, fungale und protozoale Erreger sowie nicht-infektiöse, autoimmunologische Prozesse wie die periphere ulzerative Keratitis (PUK).

Unbehandelt kann die Erkrankung zu schweren Komplikationen wie Hornhautvernarbungen, Perforationen, Glaukom oder Endophthalmitis führen. Eine schnelle Erkennung und zeitnahe augenärztliche Vorstellung sind daher essenziell für den Erhalt der Sehkraft.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung des Hornhautulkus:

Diagnostik und Evaluation

Bei Patienten mit schmerzhaftem, gerötetem Auge, Photophobie und Visusminderung wird eine umgehende Spaltlampenuntersuchung empfohlen. Zur Beurteilung einer möglichen Perforation sollte laut Leitlinie der Seidel-Test angewendet werden.

Für die Erregerdiagnostik wird ein Hornhautabstrich (Scraping) zur Gram-Färbung, Kultur und Antibiogramm-Erstellung empfohlen. Dies gilt insbesondere bei großen, zentral gelegenen Ulzera oder deutlicher Stroma-Beteiligung.

Stadieneinteilung nach Jones-Kriterien

Die Leitlinie klassifiziert den Schweregrad der Hornhautulzeration anhand der klinischen Ausprägung:

SchweregradUlkusgrößeTiefeInfiltrat-LevelSklera-Beteiligung
Mild< 2 mm< 20 %OberflächlichNicht beteiligt
Moderat2 bis 5 mm20 bis 50 %Bis mittleres StromaNicht beteiligt
Schwer> 5 mm> 50 %Bis mittleres/tiefes StromaMöglicherweise beteiligt

Therapie bakterieller Ulzera

Als initiale empirische Therapie werden topische Fluorchinolone wie Ciprofloxacin oder Ofloxacin empfohlen. Bei schweren Infektionen oder Gonokokken-Beteiligung ist eine systemische Antibiotikagabe und gegebenenfalls eine stationäre Aufnahme indiziert.

Der Einsatz von adjuvanten Kortikosteroiden wird kontrovers diskutiert. Er kann laut Leitlinie bei bestimmten Untergruppen mit kulturpositiver, nicht-Nocardia-bedingter bakterieller Keratitis erwogen werden.

Therapie viraler und fungaler Ulzera

Bei Herpes-simplex-Virus-Keratitis empfiehlt die Leitlinie topische Virostatika sowie adjuvante topische Steroide. Für CMV-Stromakeratitis gilt orales Valganciclovir als Therapie der Wahl, erfordert jedoch ein engmaschiges Monitoring aufgrund möglicher Nebenwirkungen wie aplastischer Anämie.

Fungale Ulzera werden primär mit topischem Natamycin behandelt. Amphotericin B stellt eine Alternative dar, ist jedoch durch seine Toxizität limitiert.

Therapie bei Akanthamöben und Autoimmunerkrankungen

Die Behandlung von Akanthamöben-Keratitis umfasst ein epitheliales Debridement und eine drei- bis viermonatige antiamöbische Therapie. Diese beginnt typischerweise mit Chlorhexidin und Polyhexamethylenbiguanid (PHMB).

Bei peripherer ulzerativer Keratitis (PUK) infolge von Autoimmunerkrankungen wird eine systemische Immunsuppression empfohlen. Hierbei ist eine interdisziplinäre Betreuung durch Rheumatologen und Augenärzte erforderlich.

Überweisung und Nachsorge

Es wird eine augenärztliche Vorstellung aller Patienten mit Hornhautulkus innerhalb von 12 bis 24 Stunden empfohlen. Bei sekundärem Glaukom sollte ein Glaukomspezialist hinzugezogen werden.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt davor, Steroide bei bestimmten viralen oder fungalen Ulzera unkritisch einzusetzen, da dies die Erkrankung verschlimmern kann. Es wird betont, dass Steroide nur mit äußerster Vorsicht und unter strenger augenärztlicher Aufsicht angewendet werden sollten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie hebt hervor, dass bei Kontaktlinsenträgern mit starken Augenschmerzen, die in keinem Verhältnis zu den klinischen Befunden stehen, an eine Akanthamöben-Keratitis gedacht werden sollte. Zudem wird davor gewarnt, bei Verdacht auf ein Hornhautulkus unkritisch rezeptfreie Augentropfen oder Salben anzuwenden, da dies den Befund verschleiern und Komplikationen begünstigen kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sind Staphylococcus aureus, koagulase-negative Staphylokokken und Pseudomonas aeruginosa die häufigsten bakteriellen Erreger. Bei polymikrobieller Keratitis werden oft Staphylococcus epidermidis und Fusarium-Arten nachgewiesen.

Die primäre Behandlung erfolgt gemäß der Leitlinie mit topischem Natamycin. Amphotericin B ist eine Alternative, wird aber durch seine Toxizität eingeschränkt, während Voriconazol in Studien als unterlegen eingestuft wurde.

Das Tragen von Kontaktlinsen, insbesondere über Nacht oder bei mangelnder Hygiene, ist der primäre Risikofaktor für infektiöse Keratitiden. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer korrekten Reinigung und Lagerung zur Prävention.

Es wird eine notfallmäßige augenärztliche Vorstellung innerhalb von 12 bis 24 Stunden empfohlen. Dies ist entscheidend, um rechtzeitig Erregerkulturen anzulegen und visusbedrohende Komplikationen zu vermeiden.

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Quelle: StatPearls: Corneal Ulcer (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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