HIV-assoziierte Nierenerkrankung: Diagnostik & Therapie
Hintergrund
Chronische Nierenerkrankungen (CKD) treten bei HIV-infizierten Personen häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung. Sie sind mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität verbunden.
Zu den Ursachen zählen direkte Effekte des HI-Virus, medikamentöse Toxizität, Koinfektionen (wie Hepatitis C) sowie traditionelle Risikofaktoren. Eine besondere Form ist die HIV-assoziierte Nephropathie (HIVAN), die vor allem bei Patienten afrikanischer Abstammung auftritt.
Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf der Leitlinie der Infectious Diseases Society of America (IDSA). Sie bietet Empfehlungen für das klinische Management von CKD bei HIV-infizierten Erwachsenen und Kindern.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist die fehlerhafte Dosierung antiretroviraler Medikamente bei eingeschränkter Nierenfunktion eine häufige Fehlerquelle. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, zur Dosisanpassung die CKD-EPI-Formel oder die Cockcroft-Gault-Formel zu verwenden. Zudem wird betont, dass eine Unterdosierung der ART in dieser Patientengruppe mit einer höheren Mortalität assoziiert ist.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt, die GFR bei stabilen Patienten unter antiretroviraler Therapie mindestens zweimal jährlich zu bestimmen. Zusätzlich sollte mindestens einmal im Jahr ein Monitoring auf Nierenschäden mittels Urinanalyse erfolgen.
Eine Überweisung wird laut Leitlinie empfohlen, wenn die GFR klinisch signifikant um mehr als 25 % abfällt und unter 60 mL/min/1.73 m² sinkt. Weitere Indikationen sind eine Albuminurie von über 300 mg pro Tag oder das Management einer fortgeschrittenen chronischen Nierenerkrankung.
Bei normaler bis leicht erhöhter Albuminurie wird ein Zielblutdruck von unter 140/90 mmHg empfohlen. Liegt eine moderat bis stark erhöhte Albuminurie vor, schlägt die Leitlinie einen strengeren Zielwert von unter 130/80 mmHg vor.
Ja, die Leitlinie empfiehlt ausdrücklich, Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz für eine Nierentransplantation zu evaluieren. Dabei müssen Faktoren wie opportunistische Infektionen, Immunstatus und die virologische Kontrolle durch die ART berücksichtigt werden.
Der Einsatz von ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptor-Blockern wird bei Patienten mit bestätigter oder vermuteter HIVAN stark empfohlen. Laut Leitlinie dienen sie der Verzögerung der Krankheitsprogression und der Reduktion der Albuminurie.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IDSA: Chronic Kidney Disease in HIV (IDSA, 2014). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
StatPearls: HIV Nephropathy
KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease
KDIGO 2024: CKD Evaluation and Management
StatPearls: End-Stage Renal Disease
KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline on Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen