Herzinsuffizienz (HFrEF): Medikamentöse Therapie
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf einem Positionspapier der Canadian Cardiovascular Society (CCS) zur Herzinsuffizienz. Herzinsuffizienz ist eine chronische, progrediente Erkrankung, die ein kontinuierliches Management erfordert.
Sie entsteht, wenn das Herz aufgrund einer Schädigung oder Schwäche das Blut nicht mehr ausreichend im Körper zirkulieren lassen kann. Zudem kann eine gestörte Entspannung des Herzmuskels dazu führen, dass Blut aus der Lunge in das Herz zurückstaut.
Die Erkrankung stellt eine erhebliche Belastung für das Gesundheitssystem dar und ist eine der häufigsten Ursachen für Krankenhauseinweisungen. Laut CCS ist die Überlebensrate bei Herzinsuffizienz schlechter als bei einigen häufigen Krebserkrankungen.
Klinischer Kontext
Die Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) ist ein klinisches Syndrom, das durch eine verminderte systolische Pumpfunktion des linken Ventrikels gekennzeichnet ist. Epidemiologisch betrifft die Erkrankung etwa ein bis zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Industrienationen, wobei die Prävalenz mit zunehmendem Alter stark ansteigt.
Pathophysiologisch liegt der HFrEF meist eine myokardiale Schädigung zugrunde, beispielsweise durch eine koronare Herzkrankheit oder arterielle Hypertonie. Dies führt zu einem kardialen Remodeling und einer chronischen Aktivierung neurohumoraler Systeme wie des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems und des Sympathikus.
Klinisch ist die HFrEF von enormer Bedeutung, da sie mit einer hohen Morbidität, häufigen Hospitalisierungen und einer signifikanten Mortalität einhergeht. Die Basisdiagnostik stützt sich auf die Echokardiografie zur Bestimmung der Ejektionsfraktion sowie auf laborchemische Marker wie NT-proBNP, um die Diagnose zu sichern und den Schweregrad einzuschätzen.
Wissenswertes
Eine Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) wird in der Regel bei einer linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) von 40 Prozent oder weniger diagnostiziert. Dieser Schwellenwert dient als Grundlage für die Einleitung einer spezifischen medikamentösen Stufentherapie.
Zur etablierten pharmakologischen Basistherapie gehören Betablocker, RAAS-Inhibitoren, Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten und SGLT2-Inhibitoren. Diese Kombination zielt darauf ab, das kardiale Remodeling aufzuhalten und die Prognose der Patienten zu verbessern.
Bei der HFrEF steht die systolische Pumpfunktionseinschränkung mit reduzierter Kontraktilität und Dilatation des Ventrikels im Vordergrund. Die HFpEF ist hingegen primär durch eine diastolische Dysfunktion mit gestörter Füllung bei erhaltener systolischer Pumpfunktion gekennzeichnet.
Die Cut-off-Werte für NT-proBNP hängen vom klinischen Setting ab, wobei im ambulanten Bereich oft ein Wert von unter 125 pg/ml eine Herzinsuffizienz weitgehend ausschließt. Bei akuter Dyspnoe in der Notaufnahme gelten altersadaptierte, höhere Grenzwerte zur Bestätigung der Diagnose.
Die koronare Herzkrankheit und der abgelaufene Myokardinfarkt sind die mit Abstand häufigsten Ursachen für eine HFrEF. Weitere relevante Ätiologien umfassen langjährige arterielle Hypertonie, dilatative Kardiomyopathien, Klappenvitien und toxische Myokardschäden.
Ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator wird primärprophylaktisch oft bei Patienten erwogen, die trotz optimaler medikamentöser Therapie weiterhin eine stark reduzierte LVEF von 35 Prozent oder weniger aufweisen. Ziel ist die Prävention des plötzlichen Herztodes durch maligne Arrhythmien.
Ärzte fragen zu diesem Thema
💡Praxis-Tipp
Die Publikation der CCS unterstreicht eindrücklich, dass die bloße Verordnung von Herzinsuffizienz-Medikamenten nicht ausreicht. Es wird darauf hingewiesen, dass weniger als ein Drittel der Patienten die evidenzbasierten Zieldosierungen erreicht. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit einer konsequenten Titration der Medikation im ambulanten Verlauf, um Rehospitalisierungen zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut der CCS-Publikation weisen Patienten mit Herzinsuffizienz eine schlechtere Überlebensrate auf als Patienten mit einigen häufigen Krebserkrankungen. Dies unterstreicht die Schwere der Erkrankung.
Die CCS berichtet, dass jeder fünfte Patient innerhalb von 30 Tagen erneut stationär aufgenommen wird. Ein möglicher Grund ist, dass ein Großteil der Patienten weder die empfohlenen Medikamente noch die notwendigen Zieldosierungen erhält.
Es wird in dem Dokument darauf hingewiesen, dass weniger als 30 Prozent der geeigneten Patienten die vorgesehenen Zieldosierungen ihrer Medikation erreichen. Dies stellt eine erhebliche Versorgungslücke dar.
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Quelle: CCS/CHFS Heart Failure Guidelines Update: Defining a New Pharmacologic Standard of Care for Heart Failure with Reduced Ejection Fraction (CCS). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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