Handgelenksarthrographie: Indikation und Durchführung
Hintergrund
Die Handgelenksarthrographie ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem Kontrastmittel in das Handgelenk injiziert wird. Dies verbessert die Darstellung innerer Strukturen bei bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).
Das Verfahren dient primär der Beurteilung von Gelenkstabilität, Bändern, Sehnen und Knorpel. Es wird insbesondere bei komplexen Strukturen wie dem ulnokarpalen Komplex (TFCC), dem skapholunären Band und dem lunotriquetralen Band eingesetzt.
Obwohl moderne Bildgebungen wie das Standard-MRT an Bedeutung gewonnen haben, bleibt die Arthrographie laut StatPearls-Leitlinie essenziell. Sie ermöglicht die Erkennung subtiler Verletzungen, partieller Risse und degenerativer Veränderungen, die mit Standardtechniken oft nicht sichtbar sind.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Handgelenksarthrographie:
Indikationen zur Durchführung
Die Leitlinie nennt spezifische klinische Situationen, in denen eine Arthrographie empfohlen wird:
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Diagnostik degenerativer und entzündlicher Gelenkerkrankungen (z. B. Arthrose, rheumatoide Arthritis)
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Identifikation traumatischer Bandanomalien, insbesondere des skapholunären Bandes und des TFCC
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Beurteilung des Gelenkknorpels auf osteochondrale Defekte
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Abklärung von anhaltenden Handgelenksschmerzen und Verdacht auf Skaphoid-Pseudarthrosen
Vorbereitung und Technik
Für die Lokalanästhesie wird primär 1%iges Lidocain beschrieben. Um die durch den sauren pH-Wert bedingte Reizung zu minimieren, kann laut Leitlinie Natriumbicarbonat als Puffer hinzugefügt werden.
Die Kontrastmittelinjektion erfolgt idealerweise unter Bildgebung (z. B. Bildwandler). Es wird empfohlen, die Injektion von der Seite durchzuführen, die den Symptomen gegenüberliegt, um iatrogene Leckagen besser von Kapselrissen unterscheiden zu können.
Die Arthrographie kann in verschiedenen Kompartimenten durchgeführt werden:
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Ein Kompartiment (radiokarpal)
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Zwei Kompartimente (radiokarpal und mediokarpal oder radiokarpal und distal radioulnar)
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Drei Kompartimente (radiokarpal, mediokarpal und distal radioulnar)
Klinische Diagnostik
Bei der Beurteilung von TFCC-Rissen weist die MR-Arthrographie laut Leitlinie eine Sensitivität von 97,1 % und eine Spezifität von 96,4 % auf. Sie ist dem konventionellen MRT bei der Unterscheidung zwischen degenerativen und traumatischen Rissen deutlich überlegen.
Bei Verdacht auf eine skapholunäre Bandverletzung gilt der Übertritt von Kontrastmittel aus dem radiokarpalen in das mediokarpale Kompartiment als diagnostisches Zeichen für eine Ruptur.
Kontraindikationen
Die Leitlinie unterteilt die Kontraindikationen für eine Handgelenksarthrographie in absolute und relative Risikofaktoren:
| Klassifikation | Bedingung | Klinische Relevanz |
|---|---|---|
| Absolut | Kontrastmittelallergie | Bekannte Allergie (meist gegen jodhaltige Mittel) schließt das Verfahren aus. |
| Absolut | Aktive Infektion | Gefahr der Keimverschleppung in das Gelenk mit resultierender septischer Arthritis. |
| Relativ | Nierenfunktionsstörung | Risiko einer kontrastmittelinduzierten Nephropathie; Dosisanpassung erforderlich. |
| Relativ | Koagulopathien | Erhöhtes Blutungsrisiko; ggf. Anpassung der Antikoagulation notwendig. |
| Relativ | Unkontrollierter Diabetes | Erhöhtes Risiko für kontrastmittelbedingte Komplikationen. |
| Relativ | Schwangerschaft | Strahlenbelastung muss minimiert und Nutzen-Risiko-Verhältnis abgewogen werden. |
Als häufigste Komplikation nach dem Eingriff wird die sterile chemische Synovitis genannt. Diese durch das Kontrastmittel ausgelöste Entzündungsreaktion beginnt typischerweise etwa 4 Stunden nach dem Eingriff und erreicht nach 12 Stunden ihren Höhepunkt.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist die sterile chemische Synovitis die häufigste Komplikation und kann klinisch eine septische Arthritis imitieren. Es wird hervorgehoben, dass die Schmerzen typischerweise 4 Stunden postinterventionell beginnen und nach 12 Stunden kulminieren. Zudem wird empfohlen, die Injektion von der asymptomatischen Seite des Handgelenks aus durchzuführen, um iatrogene Kontrastmittelleckagen sicher von echten Kapselrissen differenzieren zu können.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist die MR-Arthrographie besonders bei der Beurteilung von TFCC-Rissen überlegen. Sie erreicht hier eine Sensitivität von über 97 % und hilft, degenerative von traumatischen Rissen zuverlässig zu unterscheiden.
Es können bis zu drei Kompartimente untersucht werden. Am häufigsten erfolgt laut Leitlinie eine Untersuchung des radiokarpalen, mediokarpalen und des distalen radioulnaren Kompartiments.
Die Leitlinie beschreibt die Zugabe von Natriumbicarbonat zu 1%igem Lidocain. Dies puffert den sauren pH-Wert des Lokalanästhetikums und verringert die initiale Gewebereizung.
Die Betroffenen entwickeln Schmerzen, Schwellungen und Unbehagen im Gelenk, die einer bakteriellen Infektion ähneln können. Die Symptomatik beginnt gemäß Leitlinie meist 4 Stunden nach der Injektion und erreicht nach etwa 12 Stunden ihr Maximum.
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Quelle: StatPearls: Wrist Arthrogram (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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