Händereinigung mit Asche: Evidenz zum Infektionsschutz
Hintergrund
Händewaschen ist eine zentrale Maßnahme zur Vermeidung von Tröpfchen- und Schmierinfektionen. In ressourcenschwachen Regionen, in denen Seife oft nicht verfügbar ist, wird Asche als alternatives Reinigungsmittel genutzt.
Es wird vermutet, dass Asche durch mechanisches Abreiben sowie durch alkalische Eigenschaften in Verbindung mit Wasser pathogene Erreger reduzieren könnte. Gleichzeitig besteht das Risiko von Hautschädigungen durch Chemikalien oder Verunreinigungen in der Asche.
Der vorliegende Cochrane Rapid Review aus dem Jahr 2020 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit der Händereinigung mit Asche im Vergleich zu Seife, Wasser oder anderen Materialien. Ziel war es, die Ausbreitung von viralen und bakteriellen Infektionen, einschließlich COVID-19, zu bewerten.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die Evidenz zur Händereinigung mit Asche wie folgt zusammen:
Allgemeine Wirksamkeit
Laut Review ist die Evidenz zur Wirksamkeit von Asche im Vergleich zu Seife oder anderen Materialien sehr unsicher (sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz). Es können keine validen Schlüsse über den Nutzen oder Schaden gezogen werden.
Bakterielle und virale Infektionen
Der Review untersuchte verschiedene klinische Endpunkte anhand von Beobachtungsstudien. Die Ergebnisse zeigen eine sehr hohe Unsicherheit bezüglich der Effekte:
| Vergleich | Endpunkt | Relatives Risiko (RR) | Vertrauenswürdigkeit (GRADE) |
|---|---|---|---|
| Asche vs. Seife | Mittelschwerer bis schwerer Durchfall bei Kindern | 0,97 (95% CI 0,84 bis 1,11) | Sehr niedrig |
| Asche vs. Seife | Symptome einer Reproduktionstraktinfektion bei Frauen | 0,48 (95% CI 0,12 bis 1,86) | Sehr niedrig |
| Asche vs. Wasser / keine Reinigung | Symptome einer Reproduktionstraktinfektion bei Frauen | 0,50 (95% CI 0,13 bis 1,96) | Sehr niedrig |
Zusätzlich formuliert der Review folgende Kernaussagen zu Infektionen:
-
Virale Infektionen: Es wurden keine Studien identifiziert, die die Präsenz von Viren nach der Händereinigung mit Asche untersuchten.
-
Schweregrad und Mortalität: Keine der eingeschlossenen Studien lieferte Daten zum Schweregrad von Infektionskrankheiten oder zur Mortalität.
Bakterielle Kontamination (Surrogatparameter)
Vier Studien maßen die Präsenz von fäkalen coliformen Bakterien nach der Händereinigung. Aufgrund methodischer Mängel, Heterogenität und eines hohen Verzerrungsrisikos konnten diese Daten laut Review nicht synthetisiert werden.
Unerwünschte Wirkungen
Der Review fand keine Studien, die über mögliche Schäden oder unerwünschte Wirkungen durch die Verwendung von Asche zur Händereinigung berichteten. Die Sicherheit der Anwendung bleibt somit ungeklärt.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Cochrane Review gibt es derzeit keine verlässliche Evidenz, die den Einsatz von Asche zur Händereinigung als gleichwertige Alternative zu Seife stützt. In der Praxis sollte beachtet werden, dass weder der Nutzen zur Infektionsprävention noch mögliche Schäden durch toxische Rückstände in der Asche wissenschaftlich belegt sind.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review ist dies derzeit sehr unsicher. Die verfügbare Evidenz ist von sehr niedriger Qualität und lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die Wirksamkeit im Vergleich zu Seife zu.
Der Review fand keine spezifischen Studien, die die Reduktion von Viren, einschließlich SARS-CoV-2, durch die Händereinigung mit Asche untersuchten. Ein schützender Effekt ist daher wissenschaftlich nicht belegt.
Es wurden in den eingeschlossenen Studien keine Daten zu unerwünschten Wirkungen erhoben. Der Review weist jedoch darauf hin, dass Asche potenziell hautschädigende Chemikalien oder Verunreinigungen enthalten könnte.
Einige Studien untersuchten die Reduktion von fäkalen coliformen Bakterien durch Asche. Aufgrund gravierender methodischer Mängel konnten diese Ergebnisse laut Review jedoch nicht für eine verlässliche Aussage herangezogen werden.
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Quelle: Cochrane Review: Hand cleaning with ash for reducing the spread of viral and bacterial infections: a rapid review (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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