CochraneIa2019

Hämatologische Neoplasien: Aerobes Training & Fatigue

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Hämatologische Malignome, zu denen unter anderem Leukämien, Lymphome und Myelome zählen, erfordern oft langwierige und intensive Therapien. Historisch wurde Betroffenen aufgrund von Zytopenien (wie Anämie und Thrombozytopenie) häufig zu körperlicher Schonung geraten, was jedoch zu einer Abnahme der physischen Leistungsfähigkeit führt.

Ein verminderter Leistungszustand kann die Bewältigung des Alltags stark einschränken und die Lebensqualität negativ beeinflussen. Zudem leiden viele Betroffene unter therapiebedingter Fatigue und depressiven Verstimmungen, die durch Inaktivität weiter verstärkt werden können.

Der vorliegende Cochrane Review (2019) untersucht, ob aerobes körperliches Training zusätzlich zur Standardversorgung die Gesundheit und das Wohlbefinden von Erwachsenen mit Blutkrebserkrankungen verbessern kann. Die Auswertung umfasst Daten von fast 1.900 Teilnehmern aus 18 randomisierten kontrollierten Studien.

Empfehlungen

Der Cochrane Review analysiert die Effekte von aerobem Training im Vergleich zur reinen Standardversorgung. Die Autoren fassen folgende Hauptergebnisse zusammen:

Fatigue und psychisches Wohlbefinden

Laut Review wirkt sich aerobes Training wahrscheinlich positiv auf das Erschöpfungssyndrom (Fatigue) aus (moderate Evidenz). Zudem gibt es Hinweise darauf, dass körperliche Betätigung depressive Symptome leicht verbessern könnte (niedrige Evidenz).

Mortalität und Lebensqualität

Für die Endpunkte Überleben und Lebensqualität zeigt die Datenlage keine eindeutigen Vorteile durch das Training. Die Autoren betonen, dass die Evidenz für diese Parameter aktuell unzureichend ist.

  • Es gibt keine Evidenz für einen Unterschied in der Mortalität zwischen Trainings- und Kontrollgruppe (niedrige Evidenz).

  • Ein positiver Effekt auf die allgemeine Lebensqualität bleibt unklar.

  • Auch für die körperliche Funktionsfähigkeit und das Angstempfinden konnte kein signifikanter Unterschied belegt werden.

Übersicht der klinischen Endpunkte

Die folgende Tabelle fasst die Effekte des aeroben Trainings im Vergleich zur Kontrollgruppe zusammen:

EndpunktEffekt durch aerobes TrainingEvidenzgrad
FatigueWahrscheinliche VerbesserungModerat
DepressionMögliche leichte VerbesserungNiedrig
MortalitätKein nachweisbarer UnterschiedNiedrig
Lebensqualität (QoL)Unklarer EffektNiedrig
Körperliche FunktionKein nachweisbarer UnterschiedNiedrig
AngstzuständeKein nachweisbarer UnterschiedSehr niedrig
Schwere unerwünschte EreignisseUnklar (mögliche Risikoerhöhung)Sehr niedrig
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Obwohl historisch oft zur Schonung geraten wurde, zeigt der Review, dass aerobes Training bei hämatologischen Malignomen einen positiven Effekt auf Fatigue und depressive Symptome haben kann. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Datenlage zu schweren unerwünschten Ereignissen (SAEs) sehr unsicher ist. Eine individuelle Anpassung der Trainingsintensität an den aktuellen klinischen Zustand, insbesondere bei Vorliegen einer schweren Anämie oder Thrombozytopenie, erscheint daher ratsam.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es aktuell keine Evidenz dafür, dass aerobes Training die Mortalität oder das Gesamtüberleben bei hämatologischen Krebserkrankungen beeinflusst. Die Sterberaten unterschieden sich in den untersuchten Studien nicht signifikant von der Kontrollgruppe.

Ja, die Auswertung der Studien zeigt mit moderater Evidenz, dass aerobes Training Erschöpfungssymptome (Fatigue) bei Blutkrebspatienten wahrscheinlich verbessert. Dies stellt einen der Hauptnutzen der Bewegungstherapie in dieser Indikation dar.

Der Review kommt zu dem Schluss, dass ein positiver Effekt auf die allgemeine Lebensqualität unklar bleibt. Es konnte kein eindeutiger Unterschied zwischen der Trainingsgruppe und der Standardversorgung nachgewiesen werden.

Die Evidenz bezüglich schwerer unerwünschter Ereignisse (SAEs) wird von den Autoren als sehr niedrig eingestuft. Es bleibt daher unklar, ob ein zusätzliches Training das Risiko für Komplikationen erhöht, weshalb eine individuelle ärztliche Abwägung erfolgen sollte.

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Quelle: Cochrane Review: Aerobic physical exercise for adult patients with haematological malignancies (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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