Gonadotropine bei PCOS: Ovulationsinduktion & Therapie
Hintergrund
Etwa ein Drittel der Unfruchtbarkeitsfälle bei Frauen ist auf das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) zurückzuführen. Die Erstlinientherapie zur Ovulationsinduktion erfolgt meist mit Clomifencitrat oder Letrozol.
Wenn Frauen unter Clomifencitrat nicht ovulieren oder nicht schwanger werden, kommen als Zweitlinientherapie Gonadotropine zum Einsatz. Dazu gehören rekombinantes follikelstimulierendes Hormon (rFSH) sowie aus Urin gewonnene Präparate wie humanes Menopausen-Gonadotropin (HMG) oder urinäres FSH (uFSH).
Ziel der Behandlung ist es, das Wachstum vorzugsweise eines einzelnen Follikels anzuregen. Eine Überstimulation muss vermieden werden, um das Risiko für Mehrlingsschwangerschaften und das ovarielle Überstimulationssyndrom (OHSS) zu minimieren.
Empfehlungen
Der vorliegende Cochrane-Review fasst die Evidenz zur Wirksamkeit verschiedener Gonadotropine bei PCOS zusammen.
Rekombinantes FSH vs. urinäre Gonadotropine
Laut Review gibt es wahrscheinlich kaum oder keine Unterschiede zwischen rekombinantem FSH (rFSH) und aus Urin gewonnenen Gonadotropinen (uFSH, HMG). Dies betrifft folgende Endpunkte:
-
Lebendgeburtenrate
-
Rate an Mehrlingsschwangerschaften
-
Klinische Schwangerschaftsrate
-
Fehlgeburtenrate
Es besteht Unsicherheit darüber, ob rFSH das Risiko für Eileiterschwangerschaften oder ein ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS) im Vergleich zu urinären Präparaten senkt.
Gonadotropine vs. fortgesetzte Clomifen-Gabe
Bei Frauen, die nach Clomifen-Gabe zwar einen Eisprung haben, aber nicht schwanger werden, zeigt der Wechsel auf Gonadotropine Vorteile. Der Review stellt folgende Effekte im Vergleich zur fortgesetzten Clomifen-Gabe fest:
-
Wahrscheinlich höhere Lebendgeburtenrate
-
Wahrscheinlich höhere klinische Schwangerschaftsrate
-
Möglicherweise höhere Fehlgeburtenrate pro Frau
-
Kein erhöhtes Risiko für Mehrlingsschwangerschaften
Vergleich der Therapieoptionen
Der Review vergleicht die verschiedenen Behandlungsstrategien hinsichtlich ihrer klinischen Endpunkte:
| Vergleich | Lebendgeburtenrate | Mehrlingsschwangerschaften | Klinische Schwangerschaftsrate |
|---|---|---|---|
| rFSH vs. urinäre Gonadotropine | Kein wesentlicher Unterschied | Kein wesentlicher Unterschied | Kein wesentlicher Unterschied |
| HMG vs. uFSH | Evidenz sehr unsicher | Evidenz sehr unsicher | Evidenz sehr unsicher |
| Gonadotropine vs. Clomifen (fortgesetzt) | Wahrscheinlich höher unter Gonadotropinen | Kein wesentlicher Unterschied | Wahrscheinlich höher unter Gonadotropinen |
💡Praxis-Tipp
Da der Review keine wesentlichen Wirksamkeitsunterschiede zwischen rekombinantem FSH und urinären Gonadotropinen zeigt, wird vorgeschlagen, Kosten und Praktikabilität in die Therapieentscheidung einzubeziehen. Zudem wird betont, dass bei einem Wechsel von Clomifen auf Gonadotropine die Lebendgeburtenrate steigt, ohne das Risiko für Mehrlingsschwangerschaften zu erhöhen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane-Review gibt es keine wesentlichen Unterschiede in der Lebendgeburtenrate zwischen rekombinantem FSH und aus Urin gewonnenen Gonadotropinen. Die Wahl des Präparats kann daher anhand von Kosten und individueller Verträglichkeit erfolgen.
Der Review zeigt, dass ein Wechsel auf Gonadotropine wahrscheinlich zu mehr Lebendgeburten führt als eine fortgesetzte Clomifen-Gabe. Dabei wird das Risiko für Mehrlingsschwangerschaften nicht signifikant erhöht.
Die Evidenz zu OHSS ist laut Review sehr unsicher und die Raten variieren. In der Studie, die Gonadotropine mit Clomifen verglich, traten jedoch keine Fälle von OHSS auf.
Im Vergleich zur fortgesetzten Clomifen-Gabe führen Gonadotropine laut Review möglicherweise zu einer höheren Fehlgeburtenrate pro Frau. Zwischen den verschiedenen Gonadotropin-Arten (rFSH vs. urinäre Präparate) gibt es diesbezüglich jedoch keine Unterschiede.
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Quelle: Cochrane Review: Gonadotropins for ovulation induction in women with polycystic ovary syndrome (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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