Gliome im Erwachsenenalter: WHO-Klassifikation & Stupp

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Onkopedia|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Gliome sind primäre Hirntumoren, die von den Gliazellen des zentralen Nervensystems ausgehen. Sie stellen die häufigste Gruppe der hirneigenen Tumoren im Erwachsenenalter dar.

Die Einteilung erfolgt nach der aktuellen WHO-Klassifikation von 2021, welche molekulargenetische Marker stark in den Vordergrund stellt. Wichtige Parameter für die genaue Diagnose und Prognoseabschätzung sind unter anderem der IDH-Mutationsstatus und die 1p/19q-Kodeletion.

Glioblastome (WHO-Grad 4) stellen dabei die bösartigste und am schnellsten wachsende Form dar. Die Behandlung erfordert stets einen interdisziplinären Ansatz aus Neurochirurgie, Strahlentherapie und Onkologie.

Klinischer Kontext

Epidemiologie: Gliome sind die häufigsten primären Hirntumoren bei Erwachsenen und machen etwa 80 Prozent aller malignen Hirntumoren aus. Die Inzidenz steigt mit zunehmendem Alter, wobei Glioblastome als aggressivste Form besonders häufig im sechsten bis achten Lebensjahrzehnt auftreten.

Pathophysiologie: Diese Tumoren gehen von den Gliazellen des zentralen Nervensystems aus, vorwiegend von Astrozyten oder Oligodendrozyten. Molekulare Alterationen, wie Mutationen im IDH-Gen oder die 1p/19q-Kodeletion, spielen eine zentrale Rolle für die Klassifikation und das biologische Verhalten der Tumoren.

Klinische Bedeutung: Die Prognose variiert stark je nach histologischem und molekularem Subtyp, reicht von langsam wachsenden Läsionen bis hin zu hochaggressiven Verläufen mit kurzer Überlebenszeit. Eine präzise Diagnostik ist essenziell, um die interdisziplinäre Therapieplanung aus Chirurgie, Strahlentherapie und Systemtherapie optimal abzustimmen.

Diagnostische Grundlagen: Die primäre Bildgebung erfolgt mittels Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels, idealerweise mit Kontrastmittelgabe zur Beurteilung der Schrankenstörung. Die endgültige Diagnose und Klassifikation erfordert jedoch eine stereotaktische Biopsie oder Tumorresektion mit anschließender histologischer und molekularpathologischer Untersuchung.

Wissenswertes

Die IDH-Mutation ist einer der wichtigsten prognostischen Marker und geht in der Regel mit einem günstigeren Verlauf einher. Zusätzlich ist die 1p/19q-Kodeletion charakteristisch für Oligodendrogliome und prädiktiv für ein besseres Ansprechen auf bestimmte Therapien. Der MGMT-Promotor-Methylierungsstatus hilft bei der Einschätzung des Ansprechens auf alkylierende Chemotherapeutika.

Hochgradige Gliome wie das Glioblastom zeigen typischerweise eine ringförmige Kontrastmittelaufnahme mit zentraler Nekrose und ausgeprägtem perifokalem Ödem. Niedriggradige Gliome nehmen hingegen oft kein oder nur sehr wenig Kontrastmittel auf und präsentieren sich als hyperintense Läsionen in den T2-gewichteten Sequenzen.

Die klinische Präsentation hängt stark von der Lokalisation und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors ab. Häufige Erstsymptome sind neu aufgetretene epileptische Anfälle, fokale neurologische Defizite wie Paresen oder Aphasien sowie Zeichen des erhöhten Hirndrucks wie morgendliche Kopfschmerzen und Übelkeit.

Eine Hypermethylierung des MGMT-Promotors führt zu einer verminderten Reparaturkapazität der Tumorzellen für DNA-Schäden. Dies ist ein starker prädiktiver Marker für ein besseres Ansprechen auf eine Chemotherapie mit Alkylanzien wie Temozolomid.

Eine Biopsie wird meist dann durchgeführt, wenn eine offene Resektion aufgrund der Tumorlokalisation in eloquenten Hirnarealen oder des schlechten Allgemeinzustands des Patienten nicht möglich ist. Sie dient der zwingend erforderlichen histologischen und molekularen Sicherung der Diagnose vor Beginn einer onkologischen Therapie.

Die aktuelle Klassifikation integriert neben der klassischen Histologie zwingend molekulargenetische Parameter. Die Einteilung erfolgt primär anhand des IDH-Mutationsstatus und der 1p/19q-Kodeletion in Astrozytome und Oligodendrogliome, wobei das Glioblastom nun als IDH-Wildtyp-Tumor definiert ist.

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💡Praxis-Tipp

Da die molekulare Diagnostik gemäß der WHO-Klassifikation 2021 essenziell für die Therapieentscheidung ist, wird im klinischen Alltag auf eine vollständige molekularpathologische Aufarbeitung (inklusive IDH-Status und MGMT-Promotor-Methylierung) geachtet.

Häufig gestellte Fragen

Die Einteilung erfolgt nach der WHO-Klassifikation von 2021. Diese integriert neben der Histologie maßgeblich molekulargenetische Marker wie den IDH-Mutationsstatus.

Das Stupp-Protokoll ist der etablierte Therapiestandard bei neu diagnostizierten Glioblastomen. Es besteht aus einer Strahlentherapie mit gleichzeitiger und anschließender Chemotherapie mit Temozolomid.

Die Onkopedia-Leitlinie wird derzeit aktualisiert, um die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und diagnostischen Standards abzubilden. Bis zur Fertigstellung wird auf archivierte Versionen verwiesen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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