NICE

Gallensteinleiden: Diagnostik und Cholezystektomie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Gallensteinleiden entstehen durch Ablagerungen in der Gallenblase und betreffen etwa 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Die meisten Betroffenen bleiben laut der NICE-Leitlinie CG188 asymptomatisch.

Bei einem kleinen Teil der Patienten kommt es jedoch zu Reizungen oder Blockaden im biliären System. Dies kann zu Schmerzen, Infektionen und Entzündungen führen.

Unbehandelt können symptomatische Gallensteine schwerwiegende und potenziell lebensbedrohliche Komplikationen verursachen. Dazu zählen laut Leitlinie Cholezystitis, Cholangitis, Pankreatitis und Ikterus.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum Management von Gallensteinleiden:

Diagnostik

  • Bei Verdacht auf Gallensteine oder bei gastrointestinalen Symptomen, die nicht auf bisherige Therapien ansprechen, wird die Durchführung von Leberfunktionstests und einer Ultraschalluntersuchung empfohlen.

  • Eine Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP) sollte erwogen werden, wenn der Ultraschall keine Gallengangssteine zeigt, aber der Gallengang erweitert ist oder die Leberwerte auffällig sind.

  • Falls die MRCP keine eindeutige Diagnose erlaubt, wird ein endoskopischer Ultraschall (EUS) empfohlen.

Klassifikation der Symptomatik

StatusDefinition laut Leitlinie
AsymptomatischZufallsbefund bei Bildgebung, Patient ist seit mindestens 12 Monaten völlig beschwerdefrei.
SymptomatischSteinnachweis in der Bildgebung, unabhängig davon, ob Symptome aktuell bestehen oder in den letzten 12 Monaten auftraten.

Therapie von Gallenblasensteinen

  • Bei asymptomatischen Gallenblasensteinen in einer unauffälligen Gallenblase wird von einer Behandlung abgeraten, solange keine Symptome auftreten.

  • Patienten mit symptomatischen Gallenblasensteinen sollte eine laparoskopische Cholezystektomie angeboten werden.

  • Bei akuter Cholezystitis wird eine frühe laparoskopische Cholezystektomie innerhalb von einer Woche nach Diagnosestellung empfohlen.

Management von Gallengangssteinen

  • Sowohl bei symptomatischen als auch bei asymptomatischen Gallengangssteinen wird eine Gallengangssanierung in Kombination mit einer laparoskopischen Cholezystektomie empfohlen.

  • Die Sanierung kann chirurgisch während der Cholezystektomie oder mittels endoskopischer retrograder Cholangiopankreatikographie (ERCP) erfolgen.

  • Eine biliäre Stenteinlage wird nur als vorübergehende Maßnahme empfohlen, falls der Gallengang nicht mittels ERCP geräumt werden kann.

Patienteninformation

  • Patienten wird geraten, symptomverursachende Nahrungs- und Genussmittel bis zur Entfernung der Gallenblase zu meiden.

  • Nach der Operation ist eine solche Diät laut Leitlinie in der Regel nicht mehr erforderlich.

Kontraindikationen

Die Leitlinie beschreibt das Vorgehen bei Kontraindikationen für eine sofortige Operation. Wenn bei einem Gallenblasenempyem eine Operation bei Erstvorstellung kontraindiziert ist und konservative Maßnahmen versagen, wird eine perkutane Cholezystostomie empfohlen.

Sobald sich der klinische Zustand des Patienten ausreichend gebessert hat, sollte die laparoskopische Cholezystektomie erneut evaluiert werden.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt der Leitlinie ist das zügige chirurgische Vorgehen bei akuten Entzündungen. Es wird explizit empfohlen, bei einer akuten Cholezystitis eine frühe laparoskopische Cholezystektomie innerhalb von einer Woche nach Diagnosestellung anzustreben, anstatt eine Abkühlung der Entzündung abzuwarten.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird eine MRCP erwogen, wenn im Ultraschall keine Gallengangssteine nachgewiesen wurden, aber der Gallengang erweitert ist oder die Leberfunktionstests pathologisch ausfallen.

Die Leitlinie rät von einer Behandlung ab, wenn asymptomatische Steine in einer normalen Gallenblase und einem normalen Gallengangssystem als Zufallsbefund entdeckt werden. Den Patienten sollte versichert werden, dass keine Therapie nötig ist, solange sie beschwerdefrei bleiben.

Es wird empfohlen, bei einer akuten Cholezystitis eine frühe laparoskopische Cholezystektomie durchzuführen. Diese sollte gemäß Leitlinie innerhalb von einer Woche nach der Diagnosestellung erfolgen.

Wenn der Gallengang nicht mittels ERCP geräumt werden kann, wird eine biliäre Stenteinlage empfohlen. Die Leitlinie betont jedoch, dass dies nur eine temporäre Maßnahme bis zur definitiven endoskopischen oder chirurgischen Sanierung darstellt.

Nach der Entfernung der Gallenblase oder der Gallensteine ist es laut Leitlinie nicht mehr erforderlich, zuvor symptomverursachende Lebensmittel zu meiden. Bei neu auftretenden oder persistierenden Beschwerden nach der Operation wird eine erneute hausärztliche Vorstellung empfohlen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: CG188: Gallstone disease: diagnosis and management (NICE). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.