Fußfehlstellungen bei Kindern: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Kindliche Fußfehlstellungen umfassen ein breites Spektrum an Deformitäten, die entweder angeboren sind oder sich sekundär aufgrund systemischer Erkrankungen entwickeln. Zu den häufigsten Formen zählen der Klumpfuß (Talipes equinovarus), der Plattfuß (Pes planovalgus), der Hohlfuß (Pes cavovarus) sowie der Sichelfuß (Metatarsus adductus).
Die Ätiologie reicht von genetischen Faktoren und intrauterinen Lageanomalien bis hin zu neurologischen Grunderkrankungen. Beispielsweise ist der Hohlfuß in fast zwei Dritteln der Fälle mit neurologischen Erkrankungen wie der Charcot-Marie-Tooth-Krankheit assoziiert.
Eine frühzeitige und präzise Diagnostik ist entscheidend, um schwerwiegende Langzeitfolgen und Behinderungen zu vermeiden. Die StatPearls-Leitlinie liefert hierzu einen umfassenden Überblick über die klinische Evaluation und die entsprechenden Therapieansätze.
Empfehlungen
Klinische Diagnostik
Laut Leitlinie erfolgt die Diagnose der meisten Fußfehlstellungen primär klinisch. Es wird eine umfassende Anamnese empfohlen, die Familien-, Schwangerschafts- und Geburtsdaten sowie eine vollständige neurologische Untersuchung einschließt.
Für spezifische Deformitäten werden folgende klinische Tests beschrieben:
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Beim Hohlfuß (Pes cavovarus) wird der Coleman-Block-Test zur Beurteilung der Rückfußflexibilität empfohlen.
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Beim Sichelfuß (Metatarsus adductus) wird die Bleck-Fersenhalbierungsmethode zur Schweregradeinteilung herangezogen.
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Beim Klumpfuß wird das Pirani-Scoring-System zur initialen Beurteilung und Therapieplanung verwendet.
Radiologische Evaluation
Wenn eine Bildgebung erforderlich ist, empfiehlt die Leitlinie standardmäßig belastete oder simulierte belastete Röntgenaufnahmen des Fußes in anterior-posteriorer (AP) und lateraler Projektion. Die Beurteilung von unbelasteten Röntgenbildern sollte laut Leitlinie mit Vorsicht erfolgen.
Zur Differenzierung spezifischer Pathologien werden folgende radiologische Kriterien herangezogen:
| Deformität | AP-Röntgen | Laterales Röntgen | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Klumpfuß | Talokalkanealer Winkel < 20 Grad | Talokalkanealer Winkel < 25 Grad | Parallelstand von Talus und Kalkaneus |
| Hohlfuß | Talokalkanealer Winkel < 20 Grad | Meary-Winkel > 4 Grad (dorsaler Apex) | Doppelter Taluskuppel-Sign |
| Vertikaler Talus | Talokalkanealer Winkel > 40 Grad | Talusachse verläuft unterhalb der Metatarsale-I-Achse | Keine Reposition bei forcierter Plantarflexion |
| Obliquer Talus | Vergrößerter talokalkanealer Winkel | Talusachse verläuft unterhalb der Metatarsale-I-Achse | Reposition bei forcierter Plantarflexion |
Konservative und operative Therapie
Die Behandlung richtet sich nach der spezifischen Deformität und deren Schweregrad. Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Therapie:
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Klumpfuß: Als Goldstandard wird die Ponseti-Methode (serielle Gipsredression) empfohlen, die idealerweise in den ersten zwei Lebenswochen begonnen werden sollte.
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Plattfuß und Sichelfuß: Bei flexiblen, asymptomatischen Formen wird meist eine konservative Beobachtung empfohlen, da diese oft spontan ausheilen.
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Hohlfuß: Da Orthesen allein meist unzureichend sind, wird bei symptomatischen Patienten primär ein operatives Vorgehen empfohlen.
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Vertikaler Talus: Es wird eine frühzeitige Therapie vor dem zweiten Lebensjahr mit seriellen Gipsen und anschließender operativer Fixierung des Talonavikulargelenks empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Ein entscheidender klinischer Hinweis der Leitlinie betrifft die Unterscheidung zwischen einem kongenitalen vertikalen Talus (CVT) und einem kongenitalen obliquen Talus (COT). Es wird betont, dass zur Differenzierung eine forcierte Plantarflexion im lateralen Röntgenbild notwendig ist. Während sich der oblique Talus dabei reponieren lässt und die Achsen parallel werden, bleibt die Dislokation beim vertikalen Talus starr bestehen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt als Goldstandard die Ponseti-Methode. Diese besteht aus seriellen Gipsredressionen, die idealerweise innerhalb der ersten zwei Lebenswochen begonnen werden.
Das Akronym beschreibt die vier Komponenten der Deformität in der Reihenfolge ihrer Korrektur. Es steht für Cavus (Mittelfuß), Adductus (Vorfuß), Varus und Equinus (Rückfuß).
Eine Operation wird laut Leitlinie nur selten und bei symptomatischen, rigiden Deformitäten erwogen, wenn konservative Maßnahmen versagt haben. Bis zu 90 Prozent der flexiblen Fälle heilen im ersten Lebensjahr spontan aus.
Bei einem beidseitigen Hohlfuß wird eine neurologische Abklärung empfohlen. Die Leitlinie nennt die Charcot-Marie-Tooth-Krankheit als häufigste assoziierte neurologische Ursache.
Zur Beurteilung der Rückfußflexibilität wird der Coleman-Block-Test beschrieben. Dabei wird ein Block unter den lateralen Fuß gelegt, um zu prüfen, ob der Rückfuß in eine neutrale Position korrigiert werden kann.
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Quelle: StatPearls: Pediatric Foot Alignment Deformities (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
StatPearls: Pes Cavus
StatPearls: Posterior Tibial Tendon Dysfunction
StatPearls: Anatomy, Bony Pelvis and Lower Limb: Arches of the Foot
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