Pes Cavus (Hohlfuß): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Pes Cavus (Hohlfuß) ist eine orthopädische Deformität, die durch eine Anhebung des Fußlängsgewölbes gekennzeichnet ist. Häufig geht sie mit einer Plantarflexion des ersten Strahls, einer Vorfußpronation, einem Rückfußvarus und einer Vorfußadduktion einher.
Laut der StatPearls-Zusammenfassung liegt in den meisten Fällen eine zugrunde liegende neurologische Erkrankung vor, am häufigsten die Charcot-Marie-Tooth-Krankheit. Es existiert jedoch auch eine subtile Form des Hohlfußes, die bei Erwachsenen ohne erkennbare neurologische Ursache auftreten kann.
Die Pathologie kann vorfußgetrieben (durch muskuläre Dysbalancen) oder rückfußgetrieben (häufig posttraumatisch) sein. Unbehandelt kann die Deformität zu einer chronischen Überlastung der lateralen Fußstrukturen, Instabilitäten und zu einer fortgeschrittenen Arthrose führen.
Empfehlungen
Die Quelle formuliert folgende Kernaspekte für das Management des Pes Cavus:
Klinische Untersuchung
Es wird eine umfassende orthopädische und neurologische Untersuchung empfohlen. Dabei wird besonders auf die Muskelkraft, die Beweglichkeit des Subtalargelenks und mögliche Hautläsionen geachtet.
Ein zentrales diagnostisches Instrument zur Beurteilung der Deformität ist der Coleman-Block-Test:
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Ein Block wird unter die laterale Seite des Vorfußes und der Ferse gelegt, während der erste Metatarsalkopf frei hängt.
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Korrigiert sich der Rückfußvarus in einen Valgus, gilt die Deformität als flexibel und vorfußgetrieben.
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Bleibt der Rückfuß im Varus, liegt eine rigide, fixierte Deformität vor.
Bildgebende Diagnostik
Es wird die Anfertigung von Röntgenaufnahmen des Fußes und Sprunggelenks unter Gewichtsbelastung empfohlen. Zur Beurteilung des Schweregrads und der Fußposition werden laut Quelle verschiedene radiologische Winkel herangezogen:
| Radiologischer Winkel | Normwert | Befund bei Pes Cavus |
|---|---|---|
| Meary-Winkel | 0 Grad | > 5-10 Grad (Winkel vergrößert) |
| Hibb-Winkel | < 45 Grad | > 90 Grad |
| Talokalkanealer Winkel (AP) | 20-40 Grad | Verringert (Talus und Kalkaneus verlaufen paralleler) |
| Djian-Annonier-Winkel | > 120 Grad | < 120 Grad |
Bei einem unilateralen Pes Cavus ohne offensichtliche Ursache wird eine MRT-Untersuchung von Gehirn und Rückenmark empfohlen, um progrediente Läsionen auszuschließen.
Konservative Therapie
Bei milderen, flexiblen Deformitäten wird zunächst ein konservativer Ansatz beschrieben. Dieser umfasst:
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Aktivitätsanpassungen und entzündungshemmende Medikamente
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Maßgefertigte Orthesen zur Neuausrichtung des Rückfußes und Entlastung des lateralen Fußes
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Dehnübungen der Wadenmuskulatur zur Vermeidung von Kontrakturen
Operative Therapie
Aufgrund der oft progredienten Natur der Erkrankung wird in vielen Fällen eine frühzeitige operative Intervention diskutiert, um fixierte Deformitäten zu vermeiden. Die chirurgischen Optionen werden individuell angepasst und umfassen:
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Sehnentransfers (z.B. Peroneus longus auf brevis) bei flexiblen Deformitäten
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Knöcherne Korrekturen wie die Dorsalextensionsosteotomie des ersten Mittelfußknochens oder eine lateralisierende Kalkaneusosteotomie
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Arthrodesen als Salvage-Verfahren bei bereits bestehenden degenerativen Gelenkveränderungen
💡Praxis-Tipp
Die Quelle betont, dass ein unilateraler Pes Cavus ohne offensichtliche traumatische Ursache ein Warnsignal darstellt. In solchen Fällen wird eine umgehende MRT-Untersuchung von Gehirn und Rückenmark empfohlen, um behandelbare neurologische Läsionen wie Tumore oder ein Tethered-Cord-Syndrom auszuschließen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Text wird ein etwa 2,5 cm dicker Block unter die laterale Seite von Vorfuß und Ferse gelegt, sodass der erste Mittelfußknochen frei in der Luft hängt. Dies dient der Überprüfung, ob die Rückfußdeformität flexibel oder rigide ist.
Es werden Röntgenaufnahmen des Fußes und des Sprunggelenks unter Gewichtsbelastung empfohlen. Zusätzlich kann eine axiale Kalkaneusaufnahme zur Beurteilung der Rückfußachse hilfreich sein.
Dieses klinische Zeichen beschreibt die Sichtbarkeit des Fersenpolsters von vorne, wenn der Patient steht. Laut Quelle ist dies ein Hinweis auf einen subtilen Hohlfuß, da die Ferse bei einem gesunden Fuß durch die natürliche Valgusstellung von vorne nicht sichtbar sein sollte.
Die Quelle diskutiert eine frühzeitige operative Intervention, bevor es zu einer fixierten Deformität und Gelenkverschleiß kommt. Dies gilt insbesondere bei progredienten neurologischen Grunderkrankungen wie Morbus Charcot-Marie-Tooth.
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Quelle: StatPearls: Pes Cavus (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.