FTC/RPV/TAF bei HIV-Infektion: Indikation und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2016 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2016)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A16-49 bewertet den Zusatznutzen der fixen Wirkstoffkombination Emtricitabin/Rilpivirin/Tenofoviralafenamid (FTC/RPV/TAF). Die Bewertung bezieht sich auf die Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen mit einer humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1)-Infektion.

Voraussetzung für die Anwendung ist eine Viruslast von maximal 100.000 HIV-1-RNA-Kopien/ml. Zudem dürfen keine Mutationen vorliegen, die bekanntermaßen mit Resistenzen gegen nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI), Tenofovir oder Emtricitabin assoziiert sind.

Das Institut unterteilte die Bewertung in vier Fragestellungen, die therapienaive und vorbehandelte Erwachsene sowie Jugendliche ab 12 Jahren umfassen. Für jede Gruppe wurde die Therapie mit einer festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie verglichen.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zur Nutzenbewertung:

Therapienaive Patienten

Für therapienaive Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren liegen dem Institut keine geeigneten randomisierten kontrollierten Studien vor. Der pharmazeutische Unternehmer reichte keine Daten ein, die einen direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie ermöglichen.

Daher ist ein Zusatznutzen für therapienaive Patienten nicht belegt. Die vom Hersteller postulierte Übertragbarkeit von klinischer Evidenz der Einzelwirkstoffe wurde vom Institut als nicht geeignet eingestuft.

Vorbehandelte Patienten

Auch für vorbehandelte Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren wurden keine relevanten Studien zur Bewertung des Zusatznutzens identifiziert. Eine Bewertung gegenüber der individuellen antiretroviralen Therapie war somit nicht möglich.

Folglich ist ein Zusatznutzen auch für vorbehandelte Patienten nicht belegt.

Zusammenfassung des Zusatznutzens

Das Institut fasst das Ausmaß des Zusatznutzens wie folgt zusammen:

PatientengruppeZweckmäßige VergleichstherapieAusmaß des Zusatznutzens
Therapienaive ErwachseneEfavirenz/Rilpivirin/Dolutegravir + 2 NRTINicht belegt
Therapienaive JugendlicheEfavirenz + Abacavir/LamivudinNicht belegt
Vorbehandelte ErwachseneIndividuelle antiretrovirale TherapieNicht belegt
Vorbehandelte JugendlicheIndividuelle antiretrovirale TherapieNicht belegt

Kontraindikationen

Der Bericht zitiert folgende Warnhinweise und Kontraindikationen aus der Fachinformation:

Eingeschränkte Organfunktion

Bei Patienten mit einer geschätzten Kreatininclearance unter 30 ml/min sollte keine Therapie eingeleitet werden, da hierzu keine Daten vorliegen. Ebenso wird die Anwendung bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht empfohlen.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung mit folgenden Substanzen wird nicht empfohlen:

  • Bestimmte Antikonvulsiva (z. B. Carbamazepin, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Phenytoin)

  • Antimykotika (z. B. Rifabutin, Rifampicin, Rifapentin)

  • Protonenpumpenhemmer (z. B. Omeprazol, Pantoprazol)

  • Dexamethason (außer als einmalige Dosierung)

  • Johanniskraut

Besondere Warnhinweise

Es wird auf ein Risiko für eine Exazerbation der Hepatitis hingewiesen, wenn das Medikament bei HIV/HBV-koinfizierten Patienten abgesetzt wird. Weitere Warnhinweise umfassen unter anderem das Herz-Kreislauf-System, mitochondriale Dysfunktion, das Immun-Reaktivierungs-Syndrom und Nephrotoxizität.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Hinweis des Berichts betrifft die fehlende Evidenz für die fixe Kombination FTC/RPV/TAF im direkten Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie. Es wird betont, dass eine angenommene Bioäquivalenz der Einzelstoffe nicht ausreicht, um einen Zusatznutzen der Fixkombination formal zu belegen. Bei der Therapieentscheidung ist zu berücksichtigen, dass für Patienten mit einer Kreatininclearance unter 30 ml/min keine Daten vorliegen und eine Einleitung der Therapie in diesen Fällen nicht erfolgen sollte.

Häufig gestellte Fragen

Das Medikament ist für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren (ab 35 kg Körpergewicht) mit einer HIV-1-Infektion zugelassen. Laut IQWiG-Bericht ist Voraussetzung, dass die Viruslast maximal 100.000 Kopien/ml beträgt und keine spezifischen Resistenzen vorliegen.

Die Bewertung zeigt, dass ein Zusatznutzen für therapienaive Patienten nicht belegt ist. Es wurden keine geeigneten Studien vorgelegt, die einen direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie ermöglichen.

Bei einer geschätzten Kreatininclearance unter 30 ml/min sollte die Therapie nicht eingeleitet werden. Der Bericht weist darauf hin, dass für diese Patientenpopulation keine klinischen Daten vorliegen.

Die gleichzeitige Anwendung mit bestimmten Antikonvulsiva, Antimykotika, Protonenpumpenhemmern und Johanniskraut wird nicht empfohlen. Das Medikament enthält ein Substrat für den P-Glykoprotein-Transporter, weshalb starke P-gp-Beeinflusser die Aufnahme verändern können.

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Quelle: IQWiG A16-49: Emtricitabin/Rilpivirin/Tenofoviralafenamid (HIV-Infektion) - Nutzenbewertung gemäß §35a SGB V (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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