FSME-Impfung: Indikation, Impfschema und Auffrischung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: RKI/STIKO (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch Zecken übertragene virale Infektionskrankheit, die zu schweren neurologischen Komplikationen führen kann. Da eine kausale Therapie der FSME nicht existiert, stellt die aktive Immunisierung die wichtigste präventive Maßnahme dar.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) gibt regelmäßige Empfehlungen zur Indikation und Durchführung der FSME-Impfung heraus. Die aktuellen Risikogebiete werden dabei kontinuierlich vom RKI erfasst und in entsprechenden Karten veröffentlicht.

Zu den bekannten Endemiegebieten in Deutschland zählen laut RKI insbesondere Bayern, Baden-Württemberg sowie Teile Hessens, Thüringens und Sachsens. Diese Zusammenfassung basiert auf der Kurzfassung der STIKO-Empfehlungen von 2024.

Klinischer Kontext

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch das gleichnamige Flavivirus verursacht, welches in Mitteleuropa hauptsächlich durch den Holzbock (Ixodes ricinus) übertragen wird. Endemiegebiete in Deutschland konzentrieren sich traditionell auf den Süden, dehnen sich jedoch zunehmend nach Norden aus.

Nach einem Zeckenstich gelangt das Virus in die Blutbahn und kann bei einem Teil der Infizierten die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Dort befällt es Meningen, Gehirn oder Rückenmark und löst entzündliche Prozesse sowie neuronale Schäden aus.

Klinisch verläuft die Infektion oft asymptomatisch oder biphasisch, wobei die zweite Phase mit schweren neurologischen Symptomen wie Meningitis, Enzephalitis oder Myelitis einhergeht. Aufgrund möglicher bleibender Schäden oder letaler Verläufe ist die Erkrankung von hoher klinischer Relevanz.

Die Diagnostik stützt sich auf die Anamnese einer Zeckenexposition in Risikogebieten sowie auf serologische Nachweise. Typischerweise werden spezifische IgM- und IgG-Antikörper in Serum und Liquor bestimmt, begleitet von einer lymphozytären Pleozytose im Liquor.

Wissenswertes

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 7 bis 14 Tage, kann aber zwischen 2 und 28 Tagen variieren. Bei einer Übertragung durch rohmilchhaltige Lebensmittel ist die Inkubationszeit oft kürzer und liegt bei 3 bis 4 Tagen.

In der ersten Phase treten uncharakteristische, grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf. Nach einem symptomfreien Intervall von etwa einer Woche folgt bei einem Teil der Patienten die zweite Phase mit neurologischen Manifestationen.

Die Diagnose wird durch den gleichzeitigen Nachweis von spezifischen IgM- und IgG-Antikörpern im Serum gesichert. Bei neurologischer Beteiligung zeigt die Liquoruntersuchung eine lymphozytäre Pleozytose sowie intrathekal gebildete Antikörper.

Eine passive Immunisierung zur Postexpositionsprophylaxe nach einem Zeckenstich steht in Europa nicht mehr zur Verfügung. Die medizinische Betreuung beschränkt sich auf die symptomatische Therapie und die Beobachtung des klinischen Verlaufs.

Neben dem Zeckenstich kann das Virus in seltenen Fällen durch den Konsum von unpasteurisierter Milch infizierter Tiere übertragen werden. Dies betrifft vor allem Rohmilch von Ziegen, Schafen oder Kühen in Endemiegebieten.

Bei schweren enzephalitischen oder myelitischen Verläufen können monatelang anhaltende oder dauerhafte neurologische Ausfälle wie Paresen bestehen bleiben. Die Letalität der europäischen Virus-Subtypen liegt bei etwa ein bis zwei Prozent der neurologisch erkrankten Patienten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Aspekt im Praxisalltag ist die altersabhängige Anpassung der Auffrischungsintervalle. Laut STIKO-Empfehlung verkürzt sich das Intervall für Auffrischimpfungen bei Personen ab 60 Jahren von fünf auf drei Jahre. Zudem wird empfohlen, Patienten stets darüber aufzuklären, dass die Impfung ausschließlich vor FSME, nicht aber vor der ebenfalls durch Zecken übertragenen Borreliose schützt.

Häufig gestellte Fragen

Laut STIKO-Empfehlung können Kinder ab einem Alter von einem Jahr gegen FSME geimpft werden.

Das Schnellschema umfasst drei Impfungen an den Tagen 0, 7 und 21. Die erste Auffrischung muss in diesem Fall bereits nach 12 bis 18 Monaten erfolgen.

Die Leitlinie empfiehlt eine FSME-Impfung bei Schwangeren nur dann, wenn ein hohes Expositionsrisiko besteht. Eine generelle Impfempfehlung für diese Gruppe liegt nicht vor.

Das Auffrischungsintervall beträgt bei Personen unter 60 Jahren fünf Jahre. Ab einem Alter von 60 Jahren wird laut STIKO eine Auffrischung alle drei Jahre empfohlen.

Nein, die Impfung bietet laut STIKO keinen Schutz vor Borreliose. Gegen die Lyme-Borreliose ist derzeit kein zugelassener Impfstoff verfügbar.

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Quelle: STIKO: FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) (RKI/STIKO, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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