NICE

Frühgeborenen-Nachsorge: Zeitplan und Früherkennung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG72 befasst sich mit der strukturierten Entwicklungsnachsorge von Kindern und Jugendlichen, die als Frühgeborene zur Welt kamen. Frühgeborene haben ein erhöhtes Risiko für vielfältige Entwicklungsstörungen, die von motorischen und kognitiven Einschränkungen bis hin zu emotionalen und verhaltensbezogenen Problemen reichen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der frühzeitigen Identifikation von Defiziten, die sich auf die schulische Leistungsfähigkeit und die soziale Teilhabe auswirken können. Das Risiko für solche Beeinträchtigungen steigt signifikant bei Kindern, die vor der 28. Schwangerschaftswoche geboren wurden.

Ziel der strukturierten Überwachung ist es, durch standardisierte Nachsorgeprogramme eine rechtzeitige Förderung einzuleiten. Die Leitlinie definiert hierfür spezifische Risikogruppen und Zeitfenster für Entwicklungsbeurteilungen.

Empfehlungen

Indikation zur erweiterten Nachsorge

Die Leitlinie empfiehlt eine erweiterte entwicklungsneurologische Unterstützung und Überwachung bis zum korrigierten Alter von 2 Jahren für spezifische Risikogruppen. Dies betrifft Frühgeborene, die bereits eine Entwicklungsstörung aufweisen oder bestimmte Kriterien bezüglich des Gestationsalters und Begleiterkrankungen erfüllen.

Gestationsalter bei GeburtZusätzliche Kriterien für erweiterte Nachsorge
Vor 30+0 WochenKeine weiteren Kriterien erforderlich
30+0 bis 36+6 WochenHirnläsion (z. B. IVH Grad 3/4, PVL), HIE Grad 2/3, neonatale bakterielle Meningitis oder HSV-Enzephalitis

Zeitplan der Überwachung bis zum 2. Lebensjahr

Für Kinder mit Indikation zur erweiterten Überwachung werden im ersten Lebensjahr mindestens zwei persönliche Nachsorgetermine empfohlen. Diese sollten im korrigierten Alter von 3 bis 5 Monaten sowie bis zum 12. Monat stattfinden.

Im korrigierten Alter von 2 Jahren wird eine detaillierte persönliche Entwicklungsbeurteilung empfohlen. Diese umfasst standardisierte Überprüfungen von Motorik, Kognition, Sehen und Hören.

Zur Identifikation von Risiken für globale Entwicklungsverzögerungen oder Sprachprobleme wird der Einsatz spezifischer Fragebögen wie des PARCA-R (Parent Report of Children's Abilities – Revised) empfohlen. Bei einer diagnostizierten Zerebralparese sollte der GMFCS-Score (Gross Motor Function Classification System) erhoben werden.

Beurteilung im 4. Lebensjahr

Für alle Kinder, die vor der 28. Schwangerschaftswoche (28+0) geboren wurden, empfiehlt die Leitlinie eine weitere persönliche Entwicklungsbeurteilung im unkorrigierten Alter von 4 Jahren.

Diese Untersuchung zielt darauf ab, Probleme zu erfassen, die im Vorschulalter relevant werden. Es wird der Einsatz folgender Instrumente empfohlen:

  • Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ) für soziale und emotionale Probleme

  • Ages and Stages Questionnaire (ASQ) für verschiedene Entwicklungsbereiche

  • Standardisierter IQ-Test (z. B. WPPSI)

  • Orthoptisches Seh-Screening

Multidisziplinäres Team

Die erweiterte Nachsorge sollte durch ein multidisziplinäres Team erfolgen. Laut Leitlinie müssen Fachkräfte aus den Bereichen Neonatologie oder Pädiatrie sowie Therapeuten (Ergotherapie, Physiotherapie oder Logopädie) und bei älteren Kindern auch Psychologen involviert sein.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt der Leitlinie ist die strikte Unterscheidung zwischen korrigiertem und unkorrigiertem Alter bei der Entwicklungsbeurteilung. Es wird betont, dass für die Beurteilung funktioneller Fähigkeiten in den ersten zwei Lebensjahren stets das korrigierte Alter herangezogen werden sollte. Ab der Untersuchung im vierten Lebensjahr erfolgt die Beurteilung hingegen basierend auf dem unkorrigierten Alter.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine erweiterte Überwachung für alle Kinder, die vor der 30. Schwangerschaftswoche geboren wurden. Zudem wird sie für Kinder empfohlen, die zwischen 30+0 und 36+6 Wochen geboren wurden und spezifische neurologische Risikofaktoren wie schwere Hirnläsionen oder eine neonatale Meningitis aufweisen.

Laut Leitlinie gelten unter anderem eine intraventrikuläre Hämorrhagie (Grad 3 oder 4), zystische periventrikuläre Leukomalazie und neonatale Sepsis als unabhängige Risikofaktoren. Auch die Gabe postnataler Steroide bei einer Geburt vor 32+0 Wochen wird als Risikofaktor genannt.

Es wird empfohlen, im korrigierten Alter von 2 Jahren eine umfassende Beurteilung durchzuführen. Für Kinder, die vor der 28. Schwangerschaftswoche geboren wurden, ist laut Leitlinie zusätzlich eine Beurteilung im unkorrigierten Alter von 4 Jahren vorgesehen.

Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz von Elternfragebögen wie dem Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ) und dem Ages and Stages Questionnaire (ASQ). Zusätzlich wird die Durchführung eines standardisierten IQ-Tests, wie beispielsweise des WPPSI, empfohlen.

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Quelle: NG72: Developmental follow-up of children and young people born preterm (NICE). Originaldokument ansehen

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