Fettleber (NAFLD): Screening, Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die AWMF S2k-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD). Die Erkrankung umfasst ein Spektrum von der einfachen Steatose (NAFL) bis hin zur nicht-alkoholischen Steatohepatitis (NASH) mit möglicher Fibrose oder Zirrhose.
Mit einer globalen Prävalenz von etwa 25 Prozent stellt die NAFLD die führende Ursache für chronische Lebererkrankungen dar. Sie wird primär als hepatische Manifestation des metabolischen Syndroms angesehen und ist eng mit Adipositas und Typ-2-Diabetes assoziiert.
Die Prognose der Patienten wird maßgeblich durch das Ausmaß der Leberfibrose bestimmt. Eine fortgeschrittene Fibrose oder Zirrhose erhöht das Risiko für leberspezifische Komplikationen, das hepatozelluläre Karzinom (HCC) sowie die kardiovaskuläre Mortalität signifikant.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die alleinige Beurteilung der Transaminasen zum Ausschluss einer Leberschädigung. Die Leitlinie betont, dass auch bei normalen Leberwerten eine fortgeschrittene Fibrose vorliegen kann. Daher wird der routinemäßige Einsatz von einfachen, nicht-invasiven Scores wie dem FIB-4-Index zur Risikostratifizierung bei gefährdeten Personengruppen empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt für das Screening primär den Ultraschall sowie die Berechnung nicht-invasiver Scores wie dem FIB-4-Index oder dem Fatty Liver Index (FLI). Ein allgemeines Bevölkerungsscreening wird nicht empfohlen, sondern eine gezielte Untersuchung von Risikogruppen wie Diabetikern.
Ein FIB-4-Wert über 1,30 (bzw. über 2,0 bei Personen ab 65 Jahren) deutet auf ein intermediäres oder hohes Risiko für eine fortgeschrittene Fibrose hin. In diesen Fällen wird laut Leitlinie eine weitere Abklärung mittels Elastographie oder eine Überweisung in die fachärztliche Betreuung empfohlen.
Aktuell gibt es keine spezifisch für die Indikation NAFLD oder NASH zugelassenen Medikamente. Es wird empfohlen, bestehende Komorbiditäten wie Diabetes mellitus oder Adipositas leitliniengerecht zu behandeln, beispielsweise mit GLP-1-Analoga.
Ja, die Leitlinie hält den Einsatz von Statinen bei Patienten mit NAFLD und kompensierter Leberzirrhose für sicher. Es wird sogar auf günstige Effekte wie eine Reduktion des portalen Hypertonus und ein verringertes Risiko für hepatozelluläre Karzinome hingewiesen.
Bei einer gesicherten NAFLD-Zirrhose wird eine halbjährliche Surveillance mittels Ultraschall zur Früherkennung eines hepatozellulären Karzinoms (HCC) empfohlen. Eine ergänzende Bestimmung des Alpha-Fetoproteins (AFP) kann dabei erwogen werden.
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Quelle: Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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