Febrile Neutropenie: Diagnostik und empirische Therapie
Hintergrund
Die febrile Neutropenie ist ein onkologischer Notfall, der eine umgehende Diagnostik und den sofortigen Beginn einer antimikrobiellen Therapie erfordert. Die Onkopedia-Leitlinie der AGIHO definiert das Vorgehen basierend auf der zu erwartenden Dauer der Neutropenie und klinischen Risikofaktoren.
Eine Neutropenie wird definiert als eine absolute Neutrophilenzahl von unter 500/µl oder unter 1.000/µl mit einem zu erwartenden Abfall auf unter 500/µl innerhalb von zwei Tagen. Fieber liegt vor bei einer einmaligen oralen Messung von über 38,3 °C oder über 38,0 °C über mindestens eine Stunde.
Die Risikostratifizierung unterscheidet zwischen einem Standardrisiko (zu erwartende Neutropenie von maximal 7 Tagen) und einem Hochrisiko (über 7 Tage). Für die Einschätzung des klinischen Risikos und die Entscheidung über eine ambulante Führung wird der MASCC-Score herangezogen.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie kann die empirische antibiotische Therapie bei febriler Neutropenie nach 3 bis 5 Tagen beendet werden, sofern der Patient seit über 48 Stunden fieberfrei und klinisch stabil ist. Dies gilt auch dann, wenn die Neutrophilen noch nicht vollständig regeneriert sind. Es wird jedoch betont, dass in diesem Fall ein engmaschiges, tägliches klinisches Monitoring bis zur vollständigen hämatopoetischen Regeneration zwingend erforderlich ist.
Häufig gestellte Fragen
Bei Hochrisiko-Patienten empfiehlt die Leitlinie intravenöses Piperacillin/Tazobactam, Imipenem, Meropenem oder Cefepim. Bei Standardrisiko-Patienten im ambulanten Setting wird orales Amoxicillin/Clavulansäure kombiniert mit Ciprofloxacin oder Moxifloxacin empfohlen.
Die Leitlinie definiert die Neutropenie als eine absolute Neutrophilenzahl von unter 500/µl. Alternativ gilt ein Wert von unter 1.000/µl, wenn ein Abfall auf unter 500/µl innerhalb der nächsten zwei Tage zu erwarten ist.
Eine empirische antimykotische Therapie wird bei Hochrisiko-Patienten empfohlen, wenn das Fieber trotz adäquater Antibiose länger als 96 Stunden persistiert. Die Leitlinie präferiert jedoch einen präemptiven Ansatz, der sich auf Bildgebung und laborchemisches Monitoring stützt.
Die Leitlinie rät von konventionellen Röntgenaufnahmen des Thorax ab. Stattdessen wird bei entsprechender klinischer Symptomatik eine Bildgebung mittels CT-Thorax empfohlen.
Es handelt sich um einen hämato-onkologischen Notfall. Die Leitlinie fordert, dass die empirische Therapie umgehend und spätestens innerhalb von zwei Stunden nach Beginn des Fiebers eingeleitet wird.
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Quelle: Onkopedia: Fieber unbekannter Genese (FUO) bei neutropenischen Patienten (Onkopedia, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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