Fertilitätserhalt bei Krebspatienten: ESMO Leitlinie 2020

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf ESMO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Frühe, patientenzentrierte Gespräche über Fertilitätsrisiken und -erhaltungsoptionen sind vor Behandlungsbeginn essenziell.
  • Embryo- und Oozytenkryokonservierung sind universell als Standardmethoden für Frauen empfohlen.
  • Spermienkryokonservierung wird für Männer stark empfohlen.
  • Die Anwendung von GnRH-Agonisten wird von ESMO bei Brustkrebspatientinnen zur Diagnosezeit unterstützt.
  • Eine multidisziplinäre Versorgung mit spezialisierter Onkofertilitätsberatung ist von großer Bedeutung.
  • Schwangerschaft nach Krebsbehandlung gilt generell als sicher; ESMO gibt spezifische Empfehlungen zur Kontrazeption.
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Hintergrund

Die Onkofertilität, ein multidisziplinäres Feld, das Onkologie und Reproduktionsmedizin integriert, stellt einen entscheidenden Bestandteil der umfassenden Krebsversorgung dar. Dieser Artikel fasst die Empfehlungen zum Fertilitätserhalt für Erwachsene mit neu diagnostiziertem Krebs zusammen, die vor Behandlungsbeginn einen Fertilitätserhalt in Betracht ziehen, basierend auf der ESMO Clinical Practice Guideline 2020 im Vergleich mit anderen nationalen und internationalen Leitlinien.

Empfehlungen zum Fertilitätserhalt

Alle relevanten Leitlinien, einschließlich der ESMO, betonen die Notwendigkeit früher, patientenzentrierter Gespräche über Fertilitätsrisiken und -erhaltungsoptionen, noch bevor die Krebsbehandlung eingeleitet wird.

Methoden für Frauen

Für Frauen werden folgende Methoden empfohlen:

  • Embryo- und Oozytenkryokonservierung sind universell als Standard- und effektive Methoden zum Fertilitätserhalt anerkannt.
  • Ovarialgewebekryokonservierung und Ovarialtransposition werden als alternative Optionen empfohlen.

Methoden für Männer

Für Männer wird die Spermienkryokonservierung stark empfohlen.

Gonadotropin-Releasing-Hormon-Agonisten (GnRH-Agonisten)

Die Anwendung von GnRH-Agonisten wird von der ESMO (sowie COSA und NCCN) bei Patientinnen mit Brustkrebs zum Zeitpunkt der Diagnose unterstützt. Die ASCO begrenzt ihre Empfehlung auf die adjuvante Anwendung neben etablierten Fertilitätserhaltungstechniken.

Multidisziplinäre Versorgung

Alle Leitlinien unterstreichen die Bedeutung einer multidisziplinären Versorgung. Dies umfasst eine spezialisierte Onkofertilitätsberatung sowie Überweisungen an Fertilitäts- und psychische Gesundheitspezialisten.

Schwangerschaft und Kontrazeption nach Krebsbehandlung

Eine Schwangerschaft nach einer Krebsbehandlung wird generell als sicher erachtet. Spezifische Empfehlungen zur Kontrazeption werden nur von der COSA und der ESMO bereitgestellt.

Fazit

Es besteht ein starker Konsens bezüglich der Methoden zum Fertilitätserhalt und der Wichtigkeit einer frühen Beratung. Dennoch sind weitere hochwertige Forschungsarbeiten erforderlich, um die Evidenzbasis zu stärken und die Leitlinienempfehlungen für die Fertilität bei Krebspatienten zu verbessern.

💡Praxis-Tipp

Initiieren Sie frühzeitig patientenzentrierte Gespräche über Fertilitätsrisiken und -erhaltungsoptionen, bevor die Krebsbehandlung beginnt, und ziehen Sie eine multidisziplinäre Beratung in Betracht.

Häufig gestellte Fragen

Für Frauen sind Embryo- und Oozytenkryokonservierung Standardmethoden. Ovarialgewebekryokonservierung und Ovarialtransposition sind alternative Optionen.
Für Männer wird die Spermienkryokonservierung stark empfohlen.
Die ESMO unterstützt die Anwendung von GnRH-Agonisten bei Brustkrebspatientinnen zum Zeitpunkt der Diagnose.
Eine Schwangerschaft nach Krebsbehandlung wird generell als sicher erachtet.
Eine multidisziplinäre Versorgung gewährleistet eine spezialisierte Onkofertilitätsberatung und die Einbindung von Fertilitäts- und psychischen Gesundheitspezialisten, was für eine umfassende Patientenbetreuung entscheidend ist.

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