Ernährungstherapie bei Diabetes: Leitlinien-Empfehlung

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Diabetes Canada (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Ernährungstherapie ist ein integraler Bestandteil der Behandlung und des Selbstmanagements von Diabetes. Laut der Diabetes Canada Leitlinie kann eine strukturierte Ernährungsberatung den HbA1c-Wert um 1,0 % bis 2,0 % senken.

Es wird betont, dass die Therapie individualisiert erfolgen sollte. Kulturelle Präferenzen, das Alter, die Art des Diabetes sowie die individuellen Behandlungsziele spielen dabei eine zentrale Rolle.

Für Personen mit Übergewicht oder Adipositas stellt die Gewichtsreduktion ein primäres Behandlungsziel dar. Ein moderater Gewichtsverlust von 5 % bis 10 % des Ausgangsgewichts kann die Insulinsensitivität und die Blutzuckerkontrolle signifikant verbessern.

Empfehlungen

Ernährungsberatung und Lebensstil

Die Leitlinie empfiehlt eine Ernährungsberatung durch eine registrierte Ernährungsfachkraft, um den HbA1c-Wert zu senken (Empfehlungsgrad B für Typ 2, Grad D für Typ 1).

Für Personen mit Übergewicht wird eine kalorienreduzierte Diät zur Gewichtsabnahme empfohlen (Empfehlungsgrad A). Ein intensives Lebensstil-Interventionsprogramm aus Ernährungsumstellung und körperlicher Aktivität wird zur Reduktion des kardiovaskulären Risikos befürwortet.

Makronährstoffe und Ballaststoffe

Die Verteilung der Makronährstoffe kann laut Leitlinie flexibel gehandhabt werden:

  • Kohlenhydrate: 45 % bis 60 % der Gesamtenergie

  • Proteine: 15 % bis 20 % der Gesamtenergie

  • Fette: 20 % bis 35 % der Gesamtenergie

Es wird empfohlen, Transfette zu vermeiden und den Anteil gesättigter Fettsäuren auf unter 9 % der Gesamtenergie zu begrenzen (Empfehlungsgrad C). Zudem wird eine tägliche Ballaststoffaufnahme von 30 bis 50 g empfohlen, wovon ein Drittel aus viskösen, löslichen Ballaststoffen bestehen sollte (Empfehlungsgrad C).

Kohlenhydratqualität

Die Leitlinie rät zur Bevorzugung von Kohlenhydraten mit niedrigem glykämischen Index (GI), um die Blutzuckerkontrolle zu optimieren (Empfehlungsgrad B).

Zugesetzter Zucker darf bis zu 10 % der täglichen Gesamtenergie ausmachen, sofern Blutzucker, Lipide und Körpergewicht kontrolliert bleiben (Empfehlungsgrad C).

Empfohlene Ernährungsformen

Verschiedene Ernährungsmuster werden als vorteilhaft eingestuft und können je nach Präferenz gewählt werden:

  • Mediterrane Ernährung zur Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse (Empfehlungsgrad A)

  • Vegane oder vegetarische Ernährung zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle (Empfehlungsgrad B)

  • DASH-Diät zur Blutdrucksenkung und Blutzuckerkontrolle (Empfehlungsgrad C)

Insulintherapie und Kohlenhydrate

Für Personen mit Typ-1-Diabetes wird empfohlen, die Insulindosis an die Menge und Qualität der Kohlenhydrate anzupassen (Empfehlungsgrad C). Alternativ sollte eine Konsistenz bei der Kohlenhydrataufnahme eingehalten werden.

Dosierung

Die Leitlinie listet die akzeptablen Tagesdosen (ADI) für verschiedene in Kanada zugelassene Süßstoffe auf. Diese gelten als sicher für Menschen mit Diabetes.

SüßstoffAkzeptable Tagesdosis (mg/kg Körpergewicht/Tag)
Acesulfam-Kalium15
Aspartam40
Cyclamat11
Erythrit1.000
Neotam2
Saccharin5
Sucralose8,8
Tagatose80
Thaumatin0,9

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor dem Risiko einer Hypoglykämie durch Alkoholkonsum bei Personen, die Insulin oder insulinsekretagoge Medikamente anwenden. Es wird darauf hingewiesen, dass Alkohol zu verzögerten Unterzuckerungen führen kann.

Zudem wird bei sehr kohlenhydratarmen Diäten (Low-Carb) auf mögliche ketogene Effekte hingewiesen. Dies stellt laut Leitlinie ein Risiko für eine diabetische Ketoazidose dar, insbesondere bei der Einnahme von SGLT2-Inhibitoren oder Insulin.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie hebt hervor, dass moderater Alkoholkonsum am Abend bei Personen mit Typ-1-Diabetes oder insulinbehandeltem Typ-2-Diabetes zu einer verzögerten Hypoglykämie führen kann. Diese Unterzuckerung kann bis zu 24 Stunden nach dem Konsum auftreten. Es wird empfohlen, präventive Maßnahmen wie Dosisanpassungen oder zusätzliche Kohlenhydrate zu ergreifen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt einen flexiblen Anteil von 45 % bis 60 % der täglichen Gesamtenergie aus Kohlenhydraten. Es wird betont, dass die Qualität der Kohlenhydrate, insbesondere ein niedriger glykämischer Index, entscheidend ist.

Laut Leitlinie zeigen kohlenhydratarme Diäten bei Typ-2-Diabetes keine konsistenten langfristigen Vorteile für den HbA1c-Wert oder die Gewichtsabnahme. Zudem wird vor dem Risiko einer Ketoazidose bei extrem kohlenhydratarmen Diäten in Kombination mit bestimmten Medikamenten gewarnt.

Die Leitlinie gibt an, dass zugesetzter Zucker bis zu 10 % der täglichen Gesamtenergie ausmachen darf. Voraussetzung dafür ist, dass Blutzucker, Blutfette und Körpergewicht im Zielbereich bleiben.

Es gibt laut Leitlinie keine einzelne beste Diät. Empfohlen werden unter anderem die mediterrane Ernährung, die DASH-Diät oder vegetarische Ernährungsformen, da diese nachweislich kardiovaskuläre Risiken senken und den Blutzucker verbessern.

Es wird eine tägliche Aufnahme von 30 bis 50 g Ballaststoffen empfohlen. Davon sollten laut Leitlinie idealerweise 10 bis 20 g aus viskösen, löslichen Quellen wie Hafer oder Hülsenfrüchten stammen.

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Quelle: Diabetes Canada Chapter 11: Nutrition Therapy (Diabetes Canada, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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