Tilidin und Naloxon in der Schwangerschaft: Embryotox

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Embryotox (2026)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Tilidin ist ein stark wirksames Analgetikum der WHO-Stufe 2. Es wird in fixer Kombination mit dem Opioid-Antagonisten Naloxon eingesetzt, um das Missbrauchspotenzial zu reduzieren.

Bei Tilidin handelt es sich um ein Prodrug mit schwacher Opioidwirkung, das in der Leber zum aktiven Metaboliten Nortilidin umgewandelt wird. Naloxon wirkt als reiner Opioid-Antagonist ohne agonistische Effekte.

Die Embryotox-Datenbank stuft die Kombination als Medikament mit widersprüchlichen oder unzureichenden Studienergebnissen ein. Der Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft wird insgesamt als gering bewertet.

Empfehlungen

Die Embryotox-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Anwendung:

Schwangerschaft (1. Trimenon)

Laut Leitlinie liegen keine systematischen Untersuchungen zur Anwendung im ersten Trimenon vor.

Die langjährige Markterfahrung liefert jedoch keine Hinweise auf ein embryotoxisches oder teratogenes Risiko.

Schwangerschaft (2. und 3. Trimenon)

Es wird vor einer längeren Behandlungsdauer oder einer Therapie bis zur Geburt gewarnt.

Folgende Komplikationen können beim Neugeborenen auftreten:

  • Atemdepression

  • Entzugserscheinungen (diese können auch verzögert auftreten und schwer verlaufen)

Ein akuter Opiatentzug während der Schwangerschaft sollte laut Leitlinie vermieden werden, da er zu intrauterinem Fruchttod oder vorzeitigen Wehen führen kann.

Stillzeit

Es gibt keine dokumentierten Erfahrungen zur Anwendung in der Stillzeit.

Die Leitlinie formuliert folgende Empfehlungen für stillende Mütter:

  • Nur kurzzeitige Anwendung unter guter Beobachtung des Säuglings

  • Keine Einschränkung des Stillens bei Einzeldosen

  • Besondere Vorsicht bei Neu- und Frühgeborenen sowie Säuglingen mit Apnoeneigung

Bevorzugte Alternativen

Aufgrund fehlender systematischer Studien wird empfohlen, besser untersuchte Substanzen zu bevorzugen.

Als Alternativen nennt die Leitlinie:

  • In der Schwangerschaft: Paracetamol, Ibuprofen (bis SSW 28), Morphin, Tramadol oder Buprenorphin

  • In der Stillzeit: Ibuprofen, Paracetamol, sowie kurzzeitig Tramadol oder Buprenorphin

Kontraindikationen

Ein akuter Opiatentzug während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, da dies zu intrauterinem Fruchttod oder vorzeitigen Wehen führen kann.

Zudem wird vor einer regelmäßigen Anwendung oder einem Abusus gewarnt, da dies schwere Entzugserscheinungen beim Neugeborenen auslösen kann.

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💡Praxis-Tipp

Bei wiederholter Verabreichung von Tilidin unter der Geburt oder bei regelmäßiger Anwendung in der Schwangerschaft muss mit Atemdepressionen und schweren Entzugserscheinungen beim Neugeborenen gerechnet werden. In diesen Fällen wird laut Leitlinie eine Entbindung in einem perinatologischen Zentrum dringend empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Embryotox gibt es keine systematischen Untersuchungen, jedoch auch keine Hinweise auf ein teratogenes Risiko. Es wird dennoch empfohlen, besser untersuchte Alternativen zu bevorzugen.

Die Leitlinie nennt Paracetamol sowie bis zur 28. Schwangerschaftswoche Ibuprofen als Mittel der Wahl. Bei Bedarf an zentral wirksamen Analgetika werden Morphin, Tramadol oder Buprenorphin bevorzugt.

Nein, laut Leitlinie erfordern Einzeldosen keine Einschränkung des Stillens. Der Säugling sollte jedoch gut auf mögliche Atemdepressionen beobachtet werden.

Ein akuter Entzug kann zu vorzeitigen Wehen oder einem intrauterinen Fruchttod führen. Die Leitlinie rät daher von einem akuten Entzug während der Schwangerschaft ab.

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Quelle: Embryotox: Tilidin und Naloxon in der Schwangerschaft/Stillzeit (Embryotox, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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