Sertralin in Schwangerschaft & Stillzeit | Embryotox Leitlinie
Hintergrund
Sertralin gehoert zur Klasse der Antidepressiva (SSRI). Gemaess den Empfehlungen von Embryotox (Charite Berlin) wird die Risikoeinstufung fuer die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit als "akzeptabel" bewertet. Laut Expertenkonsens stellt Sertralin das Mittel der Wahl unter den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern dar, da hierzu die umfangreichste klinische Erfahrung vorliegt. Die Leitlinie betont, dass das Rueckfallrisiko einer unbehandelten Depression hoeher eingeschaetzt wird als das medikamentoese Risiko durch das Praeparat.
Empfehlungen
Die Embryotox-Leitlinie gibt spezifische Empfehlungen fuer die verschiedenen Phasen der Schwangerschaft und Stillzeit:
1. Trimenon (SSW 1-12)
Laut Embryotox liegt keine wesentliche Teratogenitaet vor. Sertralin gilt in dieser Phase als Mittel der Wahl.
2. Trimenon (SSW 13-27)
Es wird empfohlen, die Therapie bei bestehender Indikation fortzufuehren. Die Dosis sollte gemaess der klinischen Situation angepasst werden.
3. Trimenon (SSW 28-40)
Auch hier empfiehlt die Leitlinie eine Fortfuehrung der Behandlung. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass bei 15-30 % der exponierten Neugeborenen ein neonatales Anpassungsstoerungssyndrom auftreten kann.
Stillzeit
Nach Angaben von Embryotox ist Sertralin auch in der Stillzeit das Mittel der Wahl unter den SSRI, da es die niedrigsten Milchspiegel aufweist.
Monitoring
Die Leitlinie empfiehlt psychiatrische Verlaufskontrollen fuer die Mutter sowie ein neonatales Monitoring des Kindes nach der Geburt.
Alternativen
Als medikamentoese Alternativen nennt die Leitlinie Citalopram und Amitriptylin.
Kontraindikationen
Laut Embryotox gibt es Warnhinweise bezueglich des 3. Trimenons: Bei 15-30 % der Neugeborenen ist mit einem neonatalen Anpassungsstoerungssyndrom zu rechnen, welches sich durch Zittern und Reizbarkeit aeussern kann, jedoch laut Quelle selbstlimitierend ist. Zudem warnt die Leitlinie vor einem minimal erhoehten Risiko fuer PPHN (persistierende pulmonale Hypertonie des Neugeborenen), wobei die absolute Risikosteigerung als gering eingestuft wird. Ein Absetzen der Medikation bei Depression wird explizit nicht empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Laut Embryotox-Leitlinie sollte eine indizierte antidepressive Therapie mit Sertralin in der Schwangerschaft nicht abgesetzt werden, da das Rueckfallrisiko der Depression das potenzielle Medikamentenrisiko uebersteigt.
Häufig gestellte Fragen
Gemaess Embryotox wird die Risikoeinstufung als "akzeptabel" bewertet und Sertralin gilt als Mittel der Wahl unter den SSRI, da keine wesentliche Teratogenitaet bekannt ist.
Laut Leitlinie kann es bei 15-30 % der exponierten Kinder zu einem selbstlimitierenden neonatalen Anpassungsstoerungssyndrom (z. B. Zittern, Reizbarkeit) kommen. Ein neonatales Monitoring nach der Geburt wird empfohlen.
Nach Angaben von Embryotox ist Sertralin das Mittel der Wahl in der Stillzeit, da es im Vergleich zu anderen SSRI die niedrigsten Milchspiegel aufweist.
Als alternative Wirkstoffe werden laut Expertenkonsens Citalopram und Amitriptylin aufgefuehrt.
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Quelle: Embryotox: Sertralin - Schwangerschaft/Stillzeit (Embryotox (Charite Berlin), 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.