Lorazepam in Schwangerschaft & Stillzeit | Embryotox
Hintergrund
Lorazepam gehört zur Wirkstoffklasse der Anxiolytika (Benzodiazepine). Laut dem Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie (Embryotox) der Charité Berlin wird die Risikoeinstufung für die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit als eingeschränkt beziehungsweise zurückhaltend bewertet. Die Leitlinie betont, dass Benzodiazepine grundsätzlich nur mit Zurückhaltung eingesetzt werden sollten.
Empfehlungen
Die Empfehlungen von Embryotox zur Anwendung von Lorazepam variieren je nach Schwangerschaftsphase und Stillzeit:
1. Trimenon (SSW 1-12)
Laut Embryotox ist die Anwendung zurückhaltend zu handhaben. Ein kurzzeitiger Einsatz bei schwerer Angst oder Panik ist jedoch möglich, da ein teratogenes Risiko nicht gesichert ist.
2. Trimenon (SSW 13-27)
In dieser Phase ist Lorazepam gemäß der Empfehlung bei strenger Indikation kurzzeitig einsetzbar.
3. Trimenon (SSW 28-40)
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor einer peripartalen Gabe, da hier das Risiko für ein Floppy-Infant-Syndrom besteht. Bei einer Daueranwendung ist laut Expertenkonsens mit einem neonatalen Entzugssyndrom zu rechnen.
Stillzeit
Eine Einzelgabe wird von Embryotox als akzeptabel eingestuft. Von einer Daueranwendung wird abgeraten, da diese zu einer Sedierung des Säuglings führen kann.
Alternativen
Für eine Langzeittherapie empfiehlt die Leitlinie den Einsatz von SSRI, wie beispielsweise Sertralin.
Kontraindikationen
Gemäß Embryotox ergeben sich folgende Warnhinweise und Einschränkungen für die Anwendung:
Daueranwendung
Führt laut Leitlinie im 3. Trimenon zu einem neonatalen Entzugssyndrom und in der Stillzeit zu einer kindlichen Sedierung.
Peripartale Gabe
Die Leitlinie warnt vor hohen Dosen um den Geburtszeitraum, da dies ein Floppy-Infant-Syndrom auslösen kann.
- Generell gilt laut Expertenkonsens, dass Lorazepam nur kurzzeitig und bei strenger Indikation verabreicht werden sollte.
💡Praxis-Tipp
Laut Embryotox ist bei einer peripartalen Exposition mit Lorazepam ein konsequentes neonatales Monitoring des Neugeborenen erforderlich, um mögliche Anpassungsstörungen oder ein Floppy-Infant-Syndrom frühzeitig zu erkennen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Embryotox ist die Anwendung zurückhaltend zu stellen, jedoch bei schwerer Angst oder Panik kurzzeitig möglich, da kein teratogenes Risiko gesichert ist.
Die Leitlinie warnt vor einem Floppy-Infant-Syndrom bei peripartaler Gabe sowie vor einem neonatalen Entzugssyndrom bei Daueranwendung.
Gemäß Embryotox ist eine Einzelgabe in der Stillzeit akzeptabel. Eine Daueranwendung sollte vermieden werden, da sie zu einer kindlichen Sedierung führen kann.
Als Alternative für eine Langzeittherapie empfiehlt die Leitlinie den Einsatz von SSRI, wie zum Beispiel Sertralin.
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Quelle: Embryotox: Lorazepam - Schwangerschaft/Stillzeit (Embryotox (Charite Berlin), 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.