Certolizumab (Cimzia) in der Schwangerschaft: Embryotox
📋Auf einen Blick
- •Certolizumab ist der bevorzugte TNF-alpha-Inhibitor in der Schwangerschaft.
- •Aufgrund des fehlenden Fc-Teils findet kein aktiver Plazentatransfer statt.
- •Das Medikament kann im 2. und 3. Trimenon durchgehend gegeben werden.
- •Lebendimpfungen beim Neugeborenen sind problemlos möglich.
- •Die Anwendung in der Stillzeit ist sicher und kompatibel.
Hintergrund
Certolizumab (Cimzia) ist ein pegylierter TNF-alpha-Inhibitor aus der Klasse der Biologika. Laut den Empfehlungen von Embryotox wird der Wirkstoff in die Risikokategorie SAFE eingestuft. Es zeichnet sich durch ein besonderes pharmakologisches Profil aus, das es für den Einsatz bei Schwangeren besonders geeignet macht.
Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit
Certolizumab nimmt eine Sonderstellung unter den Biologika ein, da es der einzige TNF-Inhibitor ohne aktiven Plazentatransfer ist. Dies wurde unter anderem in der CRIB-Studie bestätigt, die keine messbare Exposition beim Fetus nachweisen konnte.
| Phase | Empfehlung | Pharmakologische Rationale |
|---|---|---|
| 1. Trimenon | Bevorzugter TNF-Inhibitor | Minimale Plazentagängigkeit |
| 2. und 3. Trimenon | Durchgehende Gabe möglich | Kein Fc-Teil, daher kein aktiver Plazentatransfer |
| Stillzeit | Kompatibel | Kein relevanter Transfer in die Muttermilch |
Klinische Besonderheiten und Monitoring
Bei der Therapieplanung und Betreuung von Schwangeren unter Certolizumab sind folgende Punkte zu beachten:
- Therapieumstellung: Eine Umstellung von anderen Anti-TNF-Präparaten auf Certolizumab sollte bei Schwangerschaft oder Kinderwunsch erwogen werden.
- Impfungen: Im Gegensatz zu anderen Biologika sind Lebendimpfungen beim Kind problemlos möglich.
- Monitoring: Im klinischen Verlauf müssen die Krankheitsaktivität der Mutter sowie mögliche Infektionszeichen engmaschig überwacht werden.
💡Praxis-Tipp
Erwägen Sie bei Patientinnen mit Kinderwunsch oder bestehender Schwangerschaft aktiv die Umstellung von anderen TNF-alpha-Inhibitoren auf Certolizumab, da es als einziges Präparat dieser Klasse nicht aktiv über die Plazenta transportiert wird.