Amlodipin in Schwangerschaft & Stillzeit: Embryotox
Hintergrund
Amlodipin ist ein Calciumantagonist aus der Gruppe der Dihydropyridine. Der Wirkstoff blockiert den spannungsabhängigen Einstrom von Calcium in die Herzmuskelzellen und die glatten Gefäßmuskelzellen.
Zu den Hauptindikationen des Medikaments gehören die arterielle Hypertonie, die chronisch stabile Angina pectoris sowie die vasospastische Prinzmetal-Angina.
In der Schwangerschaft und Stillzeit stellt sich häufig die Frage nach der Sicherheit von Antihypertensiva. Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf den Daten von Embryotox zur Anwendung von Amlodipin in dieser sensiblen Phase.
Empfehlungen
Laut Embryotox wird der Erfahrungsumfang für Amlodipin in der Schwangerschaft als mittel eingestuft. Es ergeben sich folgende Kernempfehlungen:
Planung und Neueinstellung
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Bei der Neueinstellung eines Bluthochdrucks in der Schwangerschaft wird empfohlen, besser untersuchte Antihypertensiva zu bevorzugen.
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Die Weiterführung einer bestehenden Amlodipin-Therapie wird als akzeptabel eingestuft, falls besser untersuchte Alternativen nicht infrage kommen.
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Als besser geeignete Alternativen bei unkomplizierter Hypertonie gelten Metoprolol und alpha-Methyldopa, im 2. und 3. Trimenon auch Nifedipin.
Anwendung im 1. Trimenon
Bisherige Daten beim Menschen zeigen kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko durch Amlodipin oder andere Calciumantagonisten.
Nach einer Anwendung im ersten Trimenon kann eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden, um eine unauffällige fetale Entwicklung zu bestätigen.
Anwendung im 2. und 3. Trimenon
Für das zweite und dritte Trimenon liegt ein hoher Erfahrungsumfang vor. Amlodipin zeigt ein gutes Wirkungsprofil mit wenigen maternalen und neonatalen Nebenwirkungen.
Eine große Studie aus dem Jahr 2015 konnte zudem den Verdacht auf vermehrte neonatale Krampfanfälle nach einer Therapie im letzten Schwangerschaftsmonat nicht bestätigen.
Stillzeit
Amlodipin kann in der Stillzeit eingesetzt werden. Bei gestillten Kindern wurden bisher keine Symptome beobachtet.
In Blutuntersuchungen von Säuglingen ließen sich keine messbaren Serumspiegel nachweisen. Auch in der Stillzeit gelten die individuell vereinbarten Blutdruckziele.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger Hinweis für den klinischen Alltag ist, dass bei einer Neueinstellung einer arteriellen Hypertonie in der Schwangerschaft besser untersuchte Alternativen wie Metoprolol oder alpha-Methyldopa bevorzugt werden sollten. Eine bereits bestehende und gut eingestellte Amlodipin-Therapie muss jedoch bei Eintritt einer Schwangerschaft nicht zwingend abgesetzt werden, wenn Alternativen ungeeignet sind.
Häufig gestellte Fragen
Laut Quelle sollten bei einer Neueinstellung von Bluthochdruck in der Schwangerschaft besser untersuchte Antihypertensiva bevorzugt werden. Amlodipin gilt hier nicht als Mittel der ersten Wahl.
Als besser geeignete Alternativen bei arterieller Hypertonie ohne Begleiterkrankungen nennt die Dokumentation Metoprolol und alpha-Methyldopa. Im zweiten und dritten Trimenon wird zudem Nifedipin als Alternative aufgeführt.
Es wird beschrieben, dass Amlodipin in der Stillzeit eingesetzt werden kann. Bei gestillten Säuglingen konnten bisher weder Symptome noch messbare Serumspiegel im Blut nachgewiesen werden.
Bisherige Humandaten zeigen kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko durch die Einnahme von Amlodipin. Zur Sicherheit kann nach einer Exposition im ersten Trimenon ein Feinultraschall angeboten werden.
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Quelle: Embryotox: Amlodipin in der Schwangerschaft/Stillzeit (Embryotox, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.